Samstag, 11. Februar 2012

Sunderland die Erste

Ein kurzer Beitrag vor dem heutigen Spiel in Sunderland. Die Zeit zu finden seinen Blog zu schreiben, ist bei voller Berufstätigkeit und zusätzlichen Verpflichtungen gar nicht so leicht. Aber jetzt, am Samstag Morgen findet sich endlich die Zeit dazu.

Langsam schließen sich die Reihen im Kader von Arsenal wieder. Gibbs ist zurück und damit haben wir endlich wieder auf beiden Abwehrseiten das Stammpersonal. Ob er schon beginnen kann ist schwer zu sagen, klingt aber eher nicht so. Des Kanoniers Prognosen sind jedoch bekanntlich keinen Schuss Pulver wert, also muss der geneigte Leser die Bekanntgabe der Aufstellung abwarten. Chamakh ist zurück vom Afrika Pokal und verstärkt, wenn man das so sagen kann, wieder den Angriff. Unter Umständen startet Henry. Es ist sein vorletztes Spiel für Arsenal (zumindest bis auf weiteres) und am Mittwoch geht es nach Mailand. Wenger könnte also überlegen, van Persie ein bisschen zu schonen.

Allerdings können wir uns in der Liga keinerlei Ausrutscher mehr leisten und Sunderland ist, seit dem Engagement von O'Neill, ganz gut in Form. Auswärts sind wir selbst im Moment etwas Brustschwach und die Reisen in den Norden bekommen uns auch nicht immer so gut. Von dieser Warte aus, wäre es wohl angebracht die stärkste Mannschaft aufs Feld zu schicken.

Das Vorspiel zum Auftritt der Gunners im Stadium of Light, bestreiten Liverpool und Manchester United. Hoffentlich lässt Liverpool wieder Punkte liegen und hoffentlich können wir davon profitieren. Nach uns spielen die Sp*rs gegen Newcastle. Hier gilt ähnliches wie beim Spiel Sp*rs gegen Liverpool. Sollten unsere großkotzigen Nachbarn allerdings verlieren, dann könnte man die Wappler schon noch einfangen. Im Idealfall könnten wir den Abstand auf 7 Punkte verkürzen und das nächste Ligaspiel bestreiten wir dann daheim gegen ebendiese Wappler. Und wenn wir nicht wieder selbst wie die Wappler spielen, dann könnte der Abstand danach nur mehr 4 Punkte betragen. St. Totteringhams Day am Horizont? Aber einer der größten Gegner in diesem Szenario spielt in roten Trikots mit weißen Ärmeln.

Was den Kollaps von Tottenham beschleunigen könnte, ist die Farce, die sich im Moment um die englische Nationalmannschaft abspielt. Ich bin der Meinung, das Capello mit seiner Reaktion völlig recht hatte. Erstens gilt in einem Rechtsstaat nach wie vor der Grundsatz "Unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils". Ja, auch dann wenn der Beschuldigte John Terry heißt. Und zweitens ist es die unumschränkte Entscheidung des Teamchefs, wer die Kapitänsbinde trägt. Das die Warmduscher an der Spitze der FA das nicht verstehen können zeigt, dass die Problem im Verband weit über den Fußballplatz hinausgehen. Ich persönlich hatte allerdings auch ein bisschen den Verdacht, dass Capello die Gelegenheit nutzte, Leine zu ziehen. Ich trage selbst die 3 Löwen stolz, wenn England spielt. Aber in Wahrheit muss man zugeben, dass dieses Team hoffnungslos verloren ist. Spieler die nicht von zu Hause weg können, ohne Heimweh zu bekommen (siehe Biographie von Scholes), Spieler die nicht in der Lage sind auf einer anderen Position zu Spielen, als ihrer präferierten (Gerrard, Lampard) und Spieler die sich nicht unter Kontrolle haben (Rooney). Mit diesen, plus jenen die grundsätzlich nicht in der Lage sind im Team Leistung zu zeigen (Barry zum Beispiel) ist kein Staat zu machen, geschweige denn ein Turnier zu gewinnen. Und Capello ist nun einmal einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. Wenn er das nicht geschafft hat, dann darf man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das Team Mist ist.
Was hat das mit Arsenal und Tottenham zu tun? Ganz oben auf der Liste der Nachfolger steht einer der erfolgreichsten Trainer der Neuzeit, der mit einem FA Cup Sieg, die vielen Micky Maus Pokale von Capello verblassen lässt. Wobei ich nicht übermäßig überrascht wäre, wenn Redknapp das richtige Händchen hat, um die vielen Diven auf Linie zu bringen. Gegen ihn spricht, dass er meistens die entscheidenden Bausteine zukauft, und das scheidet ja hier definitiv aus. Tottenham ohne Redknapp ist aber jedenfalls dem Untergang geweiht. Und damit wäre die ohnehin kleine Gefahr, dass sich Nord Londons Schande in den Top 4 auf Dauer festsetzt, gebannt. Also Harry für England!

Damit soll es das für heute gewesen sein!
Come on Arsenal!

Sonntag, 5. Februar 2012

Sieben

Na wenn das keine Antwort auf die, auch an dieser Stelle, geäußerte Kritik war, dann weiß ich auch nicht.

Und ich möchte jetzt gar nicht darauf eingehen, dass der Gegner nicht so stark war (übermächtig waren Fulham und Bolton ja auch nicht), oder dass uns ein sehr frühes Tor geholfen hat (hat es nämlich nicht, wie man am Ausgleich sehen konnte). So wenig man Arsène und seinen Mannen erlaubt sich auf Pech oder ähnliches auszureden (völlig zu Recht, wie ich meine) wenn wir verlieren, so wenig sollte es im umgekehrten Fall erlaubt sein, einen Sieg kleinzureden. Noch dazu so einen hohen. Natürlich ist auch dieses Ergebnis nur so viel Wert, wie die 3 Punkte die wir nächste Woche in Sunderland holen müssen. Aber bis wir dieses Spiel in den Sand gesetzt haben, könnten wir Arsenal Fans zur Abwechslung wieder einmal positiv in die Zukunft sehen.

Neben dem üblichen Verdächtigen für eine tolle Leistung, Robin van Persie und sein Hattrick, sowie Oxlade Chamberlain als neuer Darling der Gooner mit 2 Toren, sollte man auch auf Walcott mit seinem Assist-Hattrick nicht vergessen. Wenn er richtig eingesetzt wird und seine Geschwindigkeit ausspielen kann, gehört er zu den Gefährlichsten auf seiner Position. Aber um nicht die ausgetrampelten Pfade anderer zu benutzen (ich verzichte auf Verlinkungen, da die gestrige Ballnacht und der kommende Super Bowl Abend ihren Tribut fordern und ich sowieso zur Faulheit neige) möchte ich meinen Spieler des gestrigen Spiels hier preisen. Francis Coquelin!
Was der junge Mann an Reife und Souveränität auf dem Platz zeigt, mit den für Wengers Entdeckungen üblichen technischen Fähigkeiten, wir meines Erachtens viel zu wenig gewürdigt. Auch seine Leistung in der Hölle von Old Trafford war aller Ehren wert. Im Gegensatz zu Jenkinson, wirkte er auch ungerührt von dem Stahlgewitter, dass das Team durchlebt musste. Letzten Endes war seine Auswechslung sogar noch eine Art Wendepunkt zum schlechteren. Wirklich interessant wird es also, wenn er die Chance bekommt, seine Position im defensiven Mittelfeld einzunehmen. Gestern jedenfalls hat er nicht nur seine rechts hinten Postion tadellos ausgefüllt, er hat auch einiges zu dem schnellen Spiel nach vorne beigetragen. So vermisst man Stammspieler wie Sagna nicht.

Jetzt können wir uns jedenfalls zurücklehnen und zusehen, wie Chelsea versucht gegen Manchester United den 5 Punkte Abstand wieder herzustellen. Die Chancen, dass sie das nicht schaffen stehen gut. Im Moment da diese Zeilen entstehen, spielt Newcastle gegen Aston Villa und es steht zur Pause 1:1 (Ausgleich in der Nachspielzeit durch Robbie Keane). Morgen folgt dann das Duell Liverpool gegen Tottenham. Was für mich persönlich ein bisschen ein Dilemma aufwirft. Im Kampf um den 4 Platz wäre für uns ein Tottenham Sieg gut. Aber darf man als Arsenal Fan auf so etwas hoffen? Auf der anderen Seite würde ein Sieg von Liverpool den Abstand von Arsenal auf Tottenham wieder auf 9 Punkte verkürzen. Damit würde wieder ein Silberstreif am Horizont leuchten, was den St. Totteringhams Day betrifft. Klassischer Kompromiss wäre natürlich ein Unentschieden, mit vielen Roten Karten und entsprechenden Verletzungen. Das Bild von Steven Gerrard, wie er Modric umhackt, hätte schon etwas. Aber beeinflussen kam man das eh nicht (Voodoo funktioniert nicht, habe ich schon ausprobiert), daher einfach Fernseher an und sich überraschen lassen.

Und letzten Endes gibt es heute ohnehin nur noch ein wichtiges Thema. Die Superbowl. Der Autor hat ein paar Freunde eingeladen um mit der passenden Verpflegung dem Spektakel zu folgen. Als Fan der Patriots gibt es heute wenigsten ein Team, dass ich von Anfang an unterstützen kann. Normalerweise gilt meine Sympathie dem Team, dass in der Pause zurück liegt (außer es handelt sich um eines der zahlreichen Teams die ich nicht leiden kann, allen voran die Steelers). Wie auch immer Go Pats!

Über allem steht aber Arsenal! Daher auch noch einmal ein herzliches Come on you Reds!
The King bereitet sich auf die 7 vor!


 

Freitag, 3. Februar 2012

Paint it Black(burn)

Nachdem sich das Transferfenster für immer geschlossen hatte (zumindest habe ich als Fan von Arsenal dieses Gefühl), mussten wir am Mittwoch mitansehen, wie das vorhandene Personal der Gunners nicht in der Lage war, einen Sieg bei einem Abstiegskandidaten einzufahren.

Obwohl Einsatz und die nackten Zahlen (außer die Kategorie "Tore geschossen") per se kein Grund zur Panik sind, so stimmt mich die Tatsache, dass wie wieder einmal nicht in der Lage waren einen Punkteverlust von Chelsea auszunutzen, doch bedenklich. Damit bleibt es beim Abstand von 5 Punkte auf das gelobte Land "Platz 4". Auch Liverpool und Newcastle sind an uns vorbeigezogen, zwei eher durchschnittliche Teams. Daran können wir wahrscheinlich am besten messen, wo wir Leitungsmäßig gerade stehen. Diese Mannschaften sind jetzt unsere Gegner um den letzten Platz in der Elite.

Das bedeutet, morgen müssen 3 Punkte her. Wie in praktisch allen Spielen die folgen auch. Da geht es dann gegen solche Jausen Gegner (österreichische Bezeichnung für unterklassige Gegner) wie Tottenham, Liverpool und Newcastle. Von Chelsea und Manchester City ganz zu schweigen. Gegen Blackburn zu gewinnen, das kann ich mir auch mit einer Leistung wie am Mittwoch vorstellen. Wie gesagt, die war für sich genommen so schlecht nicht. Aber gegen all die anderen, obwohl ich bei meiner Analyse bleibe, dass einige davon höher in der Tabelle stehen, als ihr Kader hergeben sollte, sind so nicht zu besiegen. Mit "so" ist gemeint, dass man die Torchancen nicht nutzt, die sich einem bieten (Walcott zum Beispiel). Oder  dass hinten immer wieder einfache Stellungsfehler gemacht werden. Oder dass der eine oder andere, eine meditative Pause einlegt (Song hat sich da am Mittwoch besonders hervorgetan).

Ich sehe nur nicht, wo dieses Erweckungserlebnis herkommen soll, dass das Team, wieder einmal, benötigt. Der Siege gegen Villa war es offenbar nicht. Aber vielleicht täusche ich mich auch und das Unentschieden gegen Bolton war nur ein kleiner Ausrutscher in einer langen Siegesserie. Und nicht etwa das untrügliche Zeichen, dass sich das Jänner Tief in den Februar fortsetzt. Entlastung im Kader wird es jedenfalls nicht geben. Wilshere fällt weiter aus, nachdem er eine weitere, kleinere, Fraktur erlitten hat. Man will aber nicht ausschließen, dass er diese Saison doch noch spielt. Klingt für mich so ähnlich wie: "Ja der Mann wurde erschossen, aber wir erklären in nicht für tot!". Also ich würde nicht mit ihm rechnen. Dann wäre da noch Diaby,...Gut also der ist wohl auch nicht. Gervinho ist noch ein paar Tage in Afrika. Und natürlich Eisfeld, das Wunderkind aus Dortmund. Keinerlei Erstligaerfahrung. Also auch nicht unser Retter. Damit müssen die Spieler, von denen jetzt schon einige wirken, als könnten sie eine Pause gebrauchen, weiter die Stellung halten. Leistung bringen, eventuell steigern und dabei aber verletzungsfrei bleiben. Und das bis auf weiteres in 3 Wettbewerben.

Also ich schätze unseren Trainer nach wie vor sehr. Aber mit der, bis zu einem gewissen Grad argumentierbaren (keine passenden Spieler im Jänner zu haben und ähnliches), Entscheidung sich nicht zu verstärken, hat er seinen Kopf in die sprichwörtliche Schlinge gelegt. Wie schon prophezeit, ist die Stimmung der Fans schnell wieder dort angelangt, wo sie nach dem Debakel in Manchester war. Ein abschneiden außerhalb der Top 4, ohne Trostpflaster eines der Pokale um die wir noch spielen (da gibt’s gar nichts blöd zum Lachen), würde uns an den Rande einer Revolution bringen. Wenn der gute Arséne dann erklärt, der Kader braucht für die kommende Saison nur die eine oder andere kleine Verstärkung, möchte ich nicht in seiner Haut stecken.

Aber noch ist es nicht so weit, noch können wir das Steuer herumreißen. Dann lassen wir uns einmal überraschen, aber positiv wenn möglich!

Come on you Reds!

BLACK!


 

Montag, 30. Januar 2012

Dazwischen

Auf Grund eines Seminars, konnte ich das Spiel gestern nur über einen Live Blog verfolgen. Und das war nervenaufreibend genug. Die Tore wurden als Video Clips gepostet und so konnte ich nachvollziehen, dass es wie üblich ablief. Ballbesitz ohne Nachdruck und Gegentore aus der Rubrik: Déjà vu. Ich war froh, dem nur nebenbei gefolgt zu sein und schloss mit dem FA Cup innerlich ab. Indessen dürfte sich in der Kabine selbst ein kleines Seminar, zum Thema Motivation mit Arschtritt, stattgefunden haben. Den in den zweiten 45 Minuten klang das alles viel positiver und dann war das Spiel auch schon innerhalb weniger Minuten gedreht. Das Tor von Walcott war zwar eher kurios, aber Theo scheint sich auf eine zweite Karriere bei den Harlem Globetrotters vorzubereiten (ich darf das Tor gegen Chelsea in Erinnerung rufen).

Wie auch immer, damit bleibt Arsenal im FA Cup und trifft in der nächsten Runde auf Sunderland oder Middlesbrough. Auswärts zwar, aber trotzdem beides keine unüberwindlichen Hürden. Ich weiß, ich weiß, das war Birmingham auch nicht, aber trotzdem brauchen wir nicht schon vorher die Flinte ins Korn werfen.

Am Mittwoch wartet Bolton auf uns, danach Blackburn, am Samstag daheim. Da sollten wir einmal 6 Punkte einsammeln um uns in der Premier League wieder zu stabilisieren. Dann geht es nach Sunderland, eventuell als Generalprobe für die nächste Runde um FA Cup und schließlich der vorläufige Saisonhöhepunkt gegen Milan im San Siro. Vielleicht war das Spiel gegen Aston Villa ein Wendepunkt. Ich persönlich habe solche Wendepunkte schon oft genug erlebt, die sich dann als Kreisverkehr entpuppt haben. Konstanz ist gefragt. So gesehen war einer der erfreulichsten Momente im gestrigen Spiel, die Rückkehr von Sagna. Da sollte langsam wieder Stabilität ins Team kommen.

Das große Negativum der letzten Woche möchte ich aber auch nicht unerwähnt lassen. Die Rückkehr von Wilshere verzögert sich, da er einen Rückschlag auf dem Weg der Genesung erlitten hat. Damit bleibt die dringend benötigte Entlastung für das Mittelfeld vorerst aus. Vielleicht passiert noch ein Wunder und wir holen noch jemanden in den letzten 36 Stunden des Transferfensters, aber das Wort Wunder habe ich nicht willkürlich gesetzt. So bleibt nur zu hoffen, dass Jack sich bald erholt und die vorzeitige Rückkehr von Chamakh vom Afrikapokal dem Team den nötigen zusätzlichen Auftrieb gibt. Ja ich scherze...

Donnerstag, 26. Januar 2012

Londoner Impressionen. Ein Reisebericht

Nachdem London auch zu Arsenal gehört, oder umgekehrt, je nach Sichtweise, passt ein Post über den London Trip selbst auch in diesen Blog. Sage ich jetzt einmal. Vielleicht ist ja der eine oder andere brauchbar Tipp für den reisenden Arsenal Fan dabei.

Unsere Geschichte beginnt Samstag frühmorgens auf dem Wiener Flughafen. Mit der British Midland in Kooperation mit der AUA nehmen wir den ersten Flug nach London. Der Flug kostet zwar etwas mehr als beispielsweise bei Easy Jet, aber dafür landet man so zeitig in der gelobten Stadt, dass auch der 12:45 Ankick zu schaffen wäre. Sonst müsste man schon am Freitag anreisen und hätte eine zusätzliche Nach im Hotel zu berappen. Der Transfer von Heathrow mit der U-Bahn ist günstig und durchaus bequem, wenn man ein Hotel an der Picadilly Line gewählt hat. Das Problem der langfristigen Planung des Matchtagbesuches ist ja, dass von Samstag 12:45 bis Montag 20:00 alles möglich ist. Dementsprechend lange muss der Aufenthalt gebucht werden und da kommt der Samstagfrühflug ganz gelegen. Auch wenn das Aufstehen um 4:30 keinen Spaß macht!

Wie auch immer, der Vorteil des frühen Buchens war ein günstiger Preis, für ein Zimmer im Beauchamp am Bedford Place (nach mitteleuropäischer Definition eher Straße als Platz, aber bitte). Noch dazu bekamen wir eine Junior Suite statt des gebuchten Doppelzimmers, da kann man sich wirklich nicht beschweren. Also Koffer abstellen (das Gepäck), da die Zimmer erst ab 15:00 beziehbar sind und auf in das malerische Londinum (Asterix Leser know!). Wir haben uns im Internet ein nettes Lokal für ein zünftiges englisches Frühstück gesucht und sind dann gleich dorthin aufgebrochen. Das Bill's liegt in einer Art Einkaufsplaza und das gebotene Frühstück ließ nichts zu wünschen übrig.


Yummy!
Speziell der überdimensionale Tee Pot war sehenswert. Bei uns würde man um den Preis wahrscheinlich ein Drittel der Portion bekommen. Wie auch immer, so gestärkt ging es weiter. Die ersten Geschäfte wurden ausgekundschaftet. Die Kanonierin ist mit zahlreichen Aufträgen nach London gereist. Nach einem Bummel durch diverse Geschäfte in Covent Garden war dann eine kleine Pause angesagt. Natürlich in einem Pub und natürlich mit einem Ale, denn das ist des Autors liebster Gerstensaft.

It's getting better!
Nach einem Besuch im Cartoon Museum, das eine umfangreiche Sammlung an Karikaturen und Cartoons, vornehmlich englischer Provenienz, besitzt und einen leicht handgestrickten Charme versprüht, war es endlich Zeit unser Hotelzimmer zu beziehen. Müde genug waren wir auf Grund der militärischen Tagwache ja. Jedenfalls war der Einzug in unsere Kemenaten ein weiteres Highlight des Tages.




Jetzt hieß es sich ausruhen, denn ein letzter Höhepunkt war für diesen Tag noch geplant. Mittlerweile ein Fixpunkt unserer London Besuche, das älteste Restaurant der Stadt, das Rules. Wer dort war und die englische Küche immer noch nicht zu schätzen weiß, dem kann nicht mehr geholfen werden. Von alter Pracht umgeben, von historischem Flair berauscht (hier hat der der spätere König, Edward der VII mit seiner Mätresse im Separee diniert), bekommt man englische Spezialitäten und Wild vom feinsten. Wer hier täglich isst, wird vermutlich eher früher als später an den Folgen von Bluthochdruck und zu hohen Blutfettwerten versterben, aber dafür glücklich. Die Kanonierin wählte ein ansehnliches Steak und ich einen armen kleinen Waldvogel der mehr oder weniger im Ganzen auf dem Tisch kam.

Woodcocks Ende!
Auch wenn es nicht nach viel aussieht, mit all den Beilagen und fetten Saucen war der nachfolgende Welsh Rarebit reiner Mutwille. Aber wie heißt es doch so schön, den Mutigen gehört die Welt und irgendwie ahnte ich, dass ich am nächsten Tag viel Kraft benötigen werde.

Einer geht noch, einer...na ja leicht nicht mehr!
Ein kleiner Verdauungsspaziergang zurück zur Schlafstätte und dann in die Heia. Allerdings nicht zum Schlafen, denn Match of the Day ist natürlich ein Muss. Also zusehen wie Liverpool in Bolton verliert und das Spiel von Chelsea in Norwich ganz zum Schluss kommt (für nicht eingeweihte, je später das Spiel in der Sendung, desto schwächer) und auch noch Punkte liegen lässt. Gute Voraussetzungen für Arsenal hätte man denken können. Wenn jetzt noch City die Sp*rs schlägt, dann könnte das ein perfektes Wochenende werden. Aber, na ja.


Am nächsten Tag, nach dem Frühstück ging es am Vormittag in das London Transport Museum. Das ist sehr empfehlenswert. Ausstellungen und Museen gestalten können die Angel-Sachsen wirklich perfekt. Die Geschichte der Entstehung des öffentlichen Verkehrs in London wird sehr anschaulich und teilweise angreifbar dargestellt. Einziger Wermutstropfen, die Zahl kleinwüchsiger Erdenbürger ist an einem Sonntagvormittag natürlich groß und die Kraft der Stimme offensichtlich umgekehrt proportional zur Körpergröße. Gut informiert aber mit einem sich abzeichnenden Tinnitus verließen wir den gastlichen Ort. Da die Prematchnervosität schon eingesetzt hatte, ich musste mich wegen der Tickets noch mit einem Freund treffen, ging es zum Umziehen ins Hotel und dann mit der Picadilly Line zum Stadion.


Ankommen bei Arsenal ist immer noch so wie früher. Dieselbe U-Bahnstation, dieselben Stände, dieselben Fanzine Verkäufer. Hier kann man das einzigartige Flair von Arsenal am besten spüren.
Wir gingen zuerst in die Armoury, dann in die Arsenal Tavern um die Karten zu holen. Danach ein Pie, bei Piebury Corner und wieder zurück ins Stadion. Dort angekommen, können wir noch den entscheidenden Elfer zum 3:2 für City im Fernsehen sehen. Jetzt liegt es nur noch an den Gunners, das Wochenende perfekt zu machen. Wie das geendet hat, kann man hier lesen.


Der Tempel
Entsprechend geknickt gingen wir wieder heim. Kleiner Tipp, wenn man an der Masse vorbeigeht, die in die Arsenal Station nach dem Match drängt, ebenso wie der Station selbst, kann man von der anderen Seite leichter hinein und so war wir in kürzester Zeit wieder daheim. Ausgestattet mit einem leichten Abendessen von Tesco in Sandwichform und ich mit der Hoffnung, dass die New England Patriots erfolgreicher sein werden in ihrem Championship Game. Das waren sie dann auch und so konnte ich mich einigermaßen versöhnt zur Ruhe betten.

Am nächsten Tag war shoppen angesagt. Ich also geduldig hinter der Kanonierin her, um all die notwendigen Besorgungen zu machen. Zur Belohnung gab es noch ein Ale in einem sehr malerischen Pub in Soho.


Cider and Ale and a fireplace...

Unsere letzte Mahlzeit nahmen wir dann sehr zünftig im Rock&Sole Plaice ein. Ein uriges Fish&Chips Lokal in der Nähe des British Museums. Wer im Internet sucht, findet dazu teilweise sehr schlechte Kritiken, die wir aber nicht teilen können. Man muss das halt mögen!

Auf dem letzten Weg zum Hotel um die Koffer abzuholen, wurde dann im Supermarkt noch Tee, Würstchen und Käse gebunkert und dann ging es zum Flughafen. Und von dort, na eh schon wissen.


Mittwoch, 25. Januar 2012

Der Tiefpunkt? Ein Augenzeugenbericht.

Da waren wir also live dabei, als Arsenal das Loch ein bisschen weiter ausgehoben hat, in dem diese Saison offenbar versenkt werden soll.

An sich habe ich geplant auch ein paar Reiseimpressionen in schriftlicher Form in meinen Spielbericht einzubauen. Doch angesichts des Ergebnisses und der zahlreichen Fragen die es aufwirft, möchte ich doch gleich medias in res gehen, und die Reiseimpressionen vielleicht ein anderes Mal folgen lassen.


Das augenscheinlichste Problem am Sonntag war, wie schon befürchtet, das Fehlen von gelernten Außenverteidigern. Zwar konnte Vermaelen entgegen früherer Meldungen doch spielen, wirklich geholfen hat das aber nicht. Die absolute Schwachstelle in der ersten Halbzeit war aber Djourou. Vor Ort hat man einen besseren Blick auf das, was abseits des Balles stattfindet, und in dem Fall konnte man beobachten, wie schwer es Djourou fiel, seine Position zu finden, geschweige denn zu halten. In mehreren Analysen ist erwähnt worden, dass es den Aushilfsaußenverteidigern nicht leicht gemacht wurde, durch den Wechsel von Walcott und Chamberlain an den Flanken. Noch dazu, wo diese beiden schon von Natur aus wenig Schutz für die Spieler hinter sich bieten. Aber Djourou hätte zumindest seine Position an der Flanke halten müssen, auch auf die Gefahr hin, dass in seinem Rücken Platz für einen zweiten Angreifer entsteht. Zwei Spieler zu stoppen, hätte man von ihm eben nicht verlangen können. So konnte er aber nicht einmal einen aufhalten, weil er fast immer zu spät gekommen ist. Die teilweise spektakulären Tacklings, rührten dann auch daher, dass der Schweizer in letzter Sekunde eingreifen musste. Jedenfalls war es unausweichlich, dass das 1:0 über seine Seite vorbereitet wurde und ebenso unausweichlich, dass der andere Flügelspieler von United das Tor machte. Denn wie gesagt, auch Vermaelen wirkte nicht wirklich sicher auf seiner Position (auch wenn der Artikel von Zonal Marking ihn gut bewertet).
Zur Pause kam dann der Youngster Yennaris für Djourou, und wirklich, die Situation besserte sich. Arsenal spielte auch sonst konstruktiver nach vorne und kam zu einigen Chancen. Nach dem 1:1 hatte man das Gefühl die Gunners könnten den Punkt halten und vielleicht sogar noch den Sieg einfahren. Doch dann wurde alles wieder durch schlampiges Verteidigen zunichte gemacht. Dem Siegestreffer vorausgegangen war ein Austausch, der die Gemüter erregte. Oxlade-Chamberlain, der den Ausgleich aufgelegt hatte und auch sonst so wirkte, als wäre er in der Lage, am ehesten etwas Entscheidendes beizutragen, wurde gegen Arshavin ausgetauscht. Die Fans buhten Wenger dafür aus, und auch wenn die Entscheidung im Nachhinein vernünftig scheint, weil Chamberlain angeblich schon erste Anzeichen von Krämpfen hatte, in diesem Moment war der Ärger verständlich, da allgemein das Gefühl vorherrschte, dass wir unsere beste Chance auf den Sieg aus der Hand gaben. Und so kam es dann ja auch.

Jetzt kann man sagen, gegen United zu verlieren ist keine Katastrophe. Das stimmt an sich auch, selbst wenn eine Heimniederlage besonders schmerzt. Aber auf der anderen Seite ist das unsere 3 Niederlage in Serie und der Abstand zu Platz 4 beträgt 5 Punkte. Ja, das impliziert, dass ich nicht glaube, dass wir Tottenham noch überholen können. Sollte in den Sümpfen keine Seuche ausbrechen, eine Lasagne Party steigen oder sonst irgendetwas Außergewöhnliches passieren, dann fällt der St. Totterhingham‘s Day diese Saison aus. Das ist natürlich eine Katastrophe für sich, aber zumindest aus heutiger Sicht nichts Langfristiges. Der Sommer wird zeigen ob Sp*rs weiterhin darauf bestehen, dass ihre besten Spieler bleiben. Vor allem Bale wird vermutlich einige sehr gute Angebote bekommen. Und ob es Adebayor auch billiger gibt, und das muss er, wenn er permanent zu Tottenham wechseln will, wird sich auch weisen. Ich nehme an, Emoney Greedybayor wird seinem Ruf treu bleiben und sich etwas Lukrativeres suchen (Fraglich ist eher ob er etwas finden wird).


Das größere Problem für Arsenal wäre jedenfalls, sich nicht für die Champions League zu qualifizieren. Ich glaube den Verantwortlichen schon, dass wir das finanziell überleben würden, aber der Ausfall von Einnahmen ist ja nicht die einzige Folge. Würde van Persie seinen Vertrag verlängern, wenn er weiß,  dass er Donnerstagabend in so Metropolen wie Charkow, Saloniki oder Graz antreten muss? Ich fürchte nein. Und sollte uns dieser letzte Star verlassen, dann wäre das eine echte Bankrotterklärung. Denn welcher Spieler von Rang und Namen würde dann noch nach Nord London kommen, wenn es in Manchester, Madrid oder Mailand die passende Gesellschaft gibt? Da geht es dann gar nicht um die höheren Gehälter, sondern einfach um das fehlende Prestige eines Klubs, der 7 Jahre nichts gewonnen hat (Halt! Da sollten doch bald die 7 fetten Jahre kommen oder wie war das?) und bei dem kein Spieler von Weltruf mehr spielt. Und da ist die Malaise wahrscheinlich noch immer nicht zu Ende. Auch die längst fälligen Verhandlung mit bestehenden und neuen Sponsoren würden dadurch negativ beeinflusst werden. Schließlich wird auch noch die Zahl der Fans, die ohnehin schon an der Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten sind, und daher ihre Jahreskarten nicht verlängern steigen. Arsenal steht also wirklich am Scheideweg. Und da wir im Jänner Transferfenster sicher keine Verstärkungen mehr holen werden, können wir nur hoffen, dass der Rest der Saison nicht so eine Dichte an Verletzungen aufweist und dass die Spieler, die bisher nicht in der Lage waren ihre besten Leistungen abzurufen, das in den kommen Monaten tun werden. In den vergangenen Saisonen kam ab Februar, oder etwas später, meistens ein Leistungseinbruch. Passiert das dieses Jahr wieder, auch wenn mehr Einbruch kaum vorstellbar ist, dann kann es sehr schnell sehr dunkel werden für Arsenal.


Come on, aber jetzt wirklich, Arsenal!

Da war alles noch gut!

Freitag, 20. Januar 2012

London ich komme!

Morgen werde ich mit Frau Kanonier nach London reisen, um mir das große Spiel am Sonntag, so alles klappt (Flug, Tickets, usw...), live und in Farbe zu geben.

Wenn ich mir so ansehe, wie die Gunners, auf gut Wienerisch, beinander sind, dann kann ich nur hoffen, dass wir nicht Zeuge einer historischen Heimpleite werden. Im letzten Blog habe ich den Artikel auf Zonal Marking, zum Thema Fehlen natürlicher Außenverteidiger verlinkt. Diesmal möchte ich auf eine ausgezeichnete Analyse von Tim Stillman auf Arseblog.com hinweisen, die aufzeigt, wie sich das Fehlen der Fullbacks auf Walcott auswirkt. Und auch das Spiel von Ramsey und seine Anspieloptionen weiter vorne negativ beeinflusst. Und die wahrscheinlichen Außenverteidiger für morgen sind Djourou und Miquel. Ich finde ja, dass die beiden ihre Sache unter den Umständen sogar sehr gut machen. Aber Spieler die nicht auf ihrer Position spielen, vor allem so junge wie Miquel, machen nun einmal Fehler und entwickeln nicht den selben Druck nach vorne wie das Stammpersonal. Noch dazu, wo die beiden nicht einmal die erste Wahl für den Ersatz auf dieser Position sind, sonder mehr die dritte Wahl. 

Dazu kommt, dass auch Arteta wieder fehlen wird. Henry ist auch fraglich, da kann einem schon Angst und Bange werden.

Die Gefahr einer Abwärtsspirale ist wahnsinnig groß, ganz zu schweigen von der realen Gefahr sich nicht für die Champions League zu qualifizieren. Und wie auch schon letztes Mal erwähnt, wenn wir nicht in Top Form sind, dann wird auch Milan nicht zu überwinden sein. Im Moment ist das Umfeld von Arsenal jedenfalls ein Pulverfass. Das zeigen die Reaktionen nach dem Swansea Spiel. Wie es diese sogenannten Supporter durch die langen Phasen ohne Titel (zweimal 18 Jahre in der zweiten Hälfte des 20 Jhdt.) geschafft hätten, ist mir ein Rätsel. Vor allem diese "Alles Schlampen außer Mutti" Attitüde geht mir auf die Nerven. Soll heißen, alle unsere Spieler sind Mist (oder c*nts, wie die Engländer sich auszudrücken pflegen) und wir müssen mindesten 11, wenn nicht 22 Neue holen. Also einmal im Ernst, das ist doch nicht mehr rational. Ich gebe schon zu, manchmal würde man sich ein offensiveres Auftreten am Transfermarkt wünschen, aber trotzdem glaube ich, dass wir im Großen und Ganzen genug gute Spieler haben. Es brauchen nicht einmal alle gesund sein, zwei der vier Fullbacks würden ja schon einmal reichen. Ich bin jedenfalls froh, zeigen zu können, dass ich kein Glory Hunter bin und diesen großartigen Klub und sein Team auch unterstütze, wenn es nicht so gut läuft.

Also dann, positiv denken, hinter die Mannschaft stellen und auf bessere Zeiten hoffen. Auch United ist psychisch nicht in Topform. Es nur die Frage welche Angststörung als erstes zuschlägt, unsere oder die von United. Ein detaillierter Bericht sollte jedenfalls am Mittwoch an dieser Stelle erscheinen. Mal sehen ob ich dann immer noch Durchhalteparolen ausgebe, oder mich der allgemeinen Panik anschließe. Ehe man es sich versieht, liegt man im Rettungsboot.

Bis dahin, come on Arsenal!