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Donnerstag, 23. August 2012

Ich Sahin aber nichts geschah!

Nach einem durchwachsenen ersten Auftritt von Arsenal in der Liga gegen Sunderland (wie so oft folgte auf Euphorie Ernüchterung), hat uns auch Song verlassen.
Das ist ein Abgang den ich persönlich bedaure, auch wenn er nicht ganz unlogisch ist. Wir haben wieder einmal ein Vielfaches des Einkaufspreises erzielt, Song war in letzter Zeit offenbar ein Unruheherd und wollte weg und er war der letzte Spieler bei Arsenal, der von Darren Dein, dem Sohn des Adlatus von Usmanov, gemanagt wurde und dessen Hauptbeschäftigung darin lag, Spieler von Arsenal weg zu lotsen. Mit Songs Abgang ist das Projekt von Wenger, das schon mit dem Abgang von Fabregas letzte Saison gescheitert war, endgültig Geschichte. Den Song war der letzte aus der Generation von Spielern, um die ein neues Arsenal Team gebaut werden sollte.

Es beginnt also eine neue Ära. Seit dem letzten Sommer wurde die Mannschaft mit einer Reihe erfahrener Spieler ergänzt und wir haben, im Großen und Ganzen, einen recht ausgeglichenen Kader. Der Kalauer (sorry deswegen) im Titel deutet zwar an, dass wir noch den einen oder anderen Spieler suchen (das hat auch Arsène Wenger so bestätigt), aber ich glaube, mit dem vorhandenen Material kann man arbeiten. Über die Notwendigkeit eines defensiven Mittelfeldspielers wird viel diskutiert aber da schließe ich mich diesem Artikel von Gingers 4 Limpar an. Auch Song war kein defensiver Mittelfeldspieler im klassischen Sinn und das Problem unserer Defensive in der letzten Saison und überhaupt in den letzten Jahren, war eher die Anfälligkeit bei Kontern den irgendetwas anderes. Pressing wie Barcelona es spielt, ist die Antwort für Teams die so stark auf Ballbesitz setzten wie Arsenal das macht. Und das geht alle auf dem Platz an.

Sahin jedenfalls wäre eine gute Verstärkung. Ich muss zugeben, ich habe noch selten so sehnlich auf einen Transfer gewartet. Schwer zu sagen warum. Ich glaube nicht, dass der junge Türke sofort Bäume ausreißen wird, immerhin hat er letzte Saison kaum gespielt wegen einer Verletzung (wie gemacht für Arsenal). Aber da Song ein Schlüsselspieler in der letzten Saison war und Wilshere noch einige Zeit braucht, Diaby nicht so richtig überzeugt hat bisher, muss jetzt ein Ersatz her.

Am Sonntag geht es in Arsenals private Hölle, nach Stoke in den Zirkus der Freaks. Für die Neuen wird das jedenfalls ein Erlebnis und im Hinblick auf die Stimmung der kommenden Woche, wären 3 Punkte angesagt. Trotzdem es letzte Woche nicht so supererfreulich war, muss man schon sage, dass die Neuen ein guten Eindruck hinterlassen haben. Gut, Giroud hätte ruhig treffen können und Podolski wirkte das eine oder andere Mal etwas unorientiert. Aber Cazorla spielte sehr stark. Da können wir uns noch auf einiges freuen.

Als weiterhin Warten auf Godot Sahin und wieder euphorisch werden für das nächste Spiel. Die Ernüchterung stellt sich dann schon von alleine ein. Vielleicht in beiden Fällen…Up the Arsenal!

Montag, 9. April 2012

Eviva Arteta!

Ostersonntag 2012: Der südafrikanische Osterhase (Oosthuizen auf Afrikaans) konnte die Masters nicht gewinnen (statt dessen gewann jemand mit dem Vornamen Bubba; Eltern können so grausam sein). Der Manchester United Spieler Ashley Young ließ sich, im Abseits stehend, nach einer leichten Berührung fallen und bekam einen Elfmeter. Der Gegenspieler wurde ausgeschlossen. Ein italienisches Problemkind trat um sich, einmal rot würdig, zweimal dunkel gelb und einmal gelb würdig und ging trotzdem nur mit 2 Gelben unter die Dusche. Was kann aus sportlicher Sicht einen solchen Tag noch retten?

Nun, wenn man ein Arsenal Supporter ist, dann heißt der Retter Mikel Arteta! Mit einem Traum von einem Schuss, versenkte er die Millionentruppe in Blau und bescherte Arsenal hoch verdiente 3 Punkte.

Arsenal dominierte das Spiel in den ersten 15 bis 20 Minuten und in der letzten Viertelstunde. Vor allem in der Anfangsphase haben wir die Haremskinder an die Wand gedrückt. Nachdem unsere Kräfte etwas nachzulassen schienen, verlief das Spiel ausgeglichener aber City wirkte nie so, also ob sie wirklich gewinnen wollten. Schon erstaunlich für ein Team, dass um die Meisterschaft spielt (kein Schuss aufs Tor). Das Thema dürfte sich seit gestern aber erledigt haben. Und obwohl der Autor ein großer Fan des Kapitalismus ist, und infolge dessen keine ideologischen Krämpfe bekommt, wenn es um Teams wie Red Bull und eben City geht, so kann für die Scheichs nur Schadenfreude bleiben. Denn es ist gut zu sehen, dass das Zusammenkaufen von Spielern eben keine Titel bringt. Was ich dabei allerdings nicht verstehe, ist die flache Lernkurve der Geldsäcke im Fußball. Nicht einmal die Galacticos aus Madrid konnten einlösen, was man sich von den vielen großen und teuren Namen versprochen hatte. Die Liste lässt sich fortsetzen, mit den österreichischen Beispielen Wiener Austria unter Stronach und Red Bull Salzburg, Hoffenheim in Deutschland oder Lazio Rom vor einigen Jahren (die sind dann sogar Pleite gegangen). Nur wenn ein Kern von Spielern vorhanden ist die sich mit dem Klub identifizieren, dann gibt es auch Titel. Chelsea mit Terry und Lampard sind so ein Beispiel. Aber die Champions League hat man auch an der Stamford Bridge nicht gewonnen und Einkäufe wie Shevchenko und Torres zeigen, dass Top Spieler durch viel Geld nicht unbedingt besser werden.

Das alles bestätigt den Weg von Arsenal. Gestern hat ein Notkauf des letzten Transferfensters mit der Nummer 8 die Titelträume seines Vorgängers mit dieser Nummer regelrecht zerschossen. Warum ist Nasri zu Manchester City gegangen? Ach ja, weil er Titel gewinnen wollte. Armer Trottel! Das Thema Geld und City wird auch in diesem By the numbers Beitrag auf Arseblog News sehr einprägsam behandelt. Ich glaube wir können jedenfalls guter Hoffnung sein, dass die Gunners mit der einen oder anderen Verstärkung nächstes Jahr wieder nach der Meisterschale greifen. Als Außenseiter zwar, aber immerhin.
Wichtig ist, dass einige Spieler unter Druck gesetzt werden, ihr Leistungslevel hochzuhalten. Song hatte gestern einige Phasen, in denen er sehr schlampig und teilweise hochnäsig wirkte und den Ball mehr als einmal verschenkte. Mehr Druck auf seine Position durch Coquelin beispielsweise, könnte da Wunder wirken. Aber der Kanonier ist voll der Hoffnung, auch dass Ramsey die Spur wieder findet. Sein Fehlschuss nach gutem Solo gestern war wirklich eine Katastrophe. Und man darf gar nicht daran denken, dass es auch noch 0:0 hätte stehen können (wobei ich glaube, dann hätte er abgegeben). Aber die Reaktion von van Persie und vor allem von Oxlade Chamberlain, der wie ein Rumpelstilzchen herum hüpfte, dürfte dem jungen Waliser nicht entgangen sein. Fixplatz hat er keinen zur Zeit, also muss er daran arbeiten und so ein besserer Spieler werden.
Das restliche Team muss jetzt gegen Wolverhampton und Wigan wahrlich bestätigen was wir gestern gezeigt haben. Wenn wir die 6 Punkte auch noch holen, können wir mit sehr breiter Brust gegen Chelsea antreten. Die haben am Samstag nur Dank zweier ziemlich offensichtlicher Abseitstore gegen Wigan gewonnen. Das zeigt zum einen, dass die blauen Pflaumen reif zum Pflücken sind, aber auch das Wigan kein Sparziergang wird. Ich hoffe QPR war Warnung genug. Aber Arsenal hat leider die Tendenz, Lektionen öfter wiederholen zu müssen, bevor wir sie lernen. Fußballerische Legastheniker sozusagen.

Ansonsten war die Stimmung im Public House gestern sehr ausgelassen, der Sieg hat auch Fred Perry milde gestimmt. Nach Lobeshymne über das Werk des Autors hat er diesen auch noch auf ein Bier eingeladen. Cyclist allerdings, der nicht weiterfeiern konnte, weil ihn familiäre Verpflichtungen von der fröhlichen Schenke fort riefen, konnte seinen Neid nicht verbergen und entledigte den Kanonier mit einer heimtückischen Umarmung seines Bieres. Nicht so happy die hour. Aber auch der Kanonier war milde gestimmt und entließ den Gefährten ungezüchtigt. Das ein weiteres Mitglied unserer fröhlichen Gesellschaft nach einem Stück Unterwäsche von mir verlangte, konnte mir den Abend auch nicht vermiesen. Der Name soll hier nicht genannt werden, man ist ja schließlich kein Klatschautor.

Mit diesen verstörenden Enthüllungen, möchte ich den Leser in die kommende Woche entlassen.

Up the Arsenal!

Sonntag, 25. März 2012

Was Vill(m)a mehr...

Ein großes Sorry für den Titel, aber manchmal muss es einfach raus.

Unser Marsch zum 3. Platz in der Premier League geht also weiter. Wieder ein sicherer Sieg, diesmal auch kein Gegentor, und dass obwohl der viel geschmähte Djourou statt Koscielny (Sehnentzündung im Knie) spielte. Dazu drei Tore ohne dass van Persie getroffen hat. Das alles kann sich sehen lassen. Im Gegensatz zum Spiel am Mittwoch war es jedenfalls auch für die Nerven der Fans ein positiver Nachmittag. Le Bohemien hat sich dahingehend schon Sorgen gemacht. Und auch an dieser Stelle wurde schon die Befürchtung geäußert, dass eines Tages der Arzt ein Arsenal Verbot ausspricht.

Aufgewertet wurde unser souveräner Heimsieg durch das 0:0 zwischen Chelsea und Tottenham davor. Während Arsenal jetzt 8 Punkte vor den Blauen und 3 Punkte vor den Sümpflern steht, wird es für Chelsea auch für den 4. Platz schon schwierig. Denn so schwach einzelne Spieler von Deppenham gestern wahren (Modric, Bale, und vor allem Assou-Ekotto), unter dem Strich war man dem Sieg näher als Chelski. Die von unter der Brücke in Stamford haben das Spiel zwar stärker begonnen, aber in der zweiten Halbzeit ist ihnen nicht mehr viel eingefallen. Sp*rs hatten in Halbzeit zwei über 60% Ballbesitz, wenn ich mich recht entsinne. Die lilienweißen c***s mögen einen schlechten Lauf haben, das Team in der Krise ist aber eindeutig Chelsea. So wird das auch nichts in der Champions League.

Für die Gunners heißt das dranbleiben. Nächste Woche geht es gegen QPR, einen Abstiegskandidaten. Trotzdem wird es nicht leicht, vor allem das Zusammentreffen von Gervinho und Joey Barton wird im Vorfeld sicher ordentlich aufgebauscht. Und der kleine Irre ist immer für eine Einlage gut. Hoffen wir dass unser Ivorer die Nerven behält und vielleicht verpasst Song dem selbsternannten Intellektuellen des englischen Fußballs ja eine tödliche Umarmung. Wie auch immer, 3 Punkte sind essentiell, denn am Ostersonntag geht es gegen City. Und auch wenn die Himmelblauen Nerven zeigen, offenbar ist man beim 1:1 gegen Stoke aus dem Brittania Stadium getreten worden, wird das trotzdem ein hartes Stück Arbeit, bei dem unter Umständen am Ende keine 3 Punkte stehen. Da wäre in ordentlicher Polster von Vorteil.

Jetzt wo das Team wieder mit den Adlern kreist, um eine bekannten österreichischen Fußballexperten zu zitieren, wird es auch immer Interessanter wer nächste Saison die Gunners verstärkt. Und da wir hier nicht ständig herum spekulieren wollen, besprechen wir doch einmal die Spieler im Kader, die diese Saison nicht so viel beitragen konnten. Nein nicht Diaby, den an seiner Situation wird sich nicht viel ändern, behaupte ich mal. Aber Wilshere sollte uns nächste Saison wieder zur Verfügung stehen. Der chef (im englischen Sinn des französischen Wortes) meinte gestern in apokalyptischer Stimmung, dass Wilshere nach dieser langen Verletzung nie so gut werden wird, wie er hätte werden können, wenn er nicht so lange verletzt gewesen wäre. Irgendwie hat das der junge Mann einfacher formuliert, aber wie auch immer. Natürlich wird das fehlende Jahr Praxis nicht spurlos an ihm vorüber gehen. Diaby ist wohl das beste Beispiel wie so eine lange Pause einen Spieler aus der Bahn werfen kann. Auch Eduardo und Rosicky haben Karrieren nicht dort fortsetzen können, wo sie aufgehört haben, obwohl der letztere im Moment in großartiger Form ist. Trotzdem glaube ich, spielt sich da mehr im Kopf ab als im Körper. Wenn die Verletzung ausgeheilt ist, und die Rehabilitation entsprechend durchgeführt wurde, dann gibt es medizinisch eigentlich keinen Grund, nicht wieder zu alter Form zu finden. Und Wilshere sprudelt geradezu über vor Selbstvertrauen. Die Vereinspolitik und Arsène Wenger werden jedenfalls dafür sorgen, dass wir uns das Experiment am lebenden Objekt ansehen können. Für Wenger fällt Jack sowieso unter die Kategorie "Wie eine Neuverpflichtung".
Die anderen beiden, sind Coquelin und Frimpong, wobei der zweite noch einige Zeit vor sich hat, bis er wieder mit dem Training beginnen kann. Coquelin ist aber jedenfalls eine große Verstärkung und es wird interessant zu beobachten, was er leisten kann, wenn er endlich seine Chance im defensiven Mittelfeld bekommt und nicht ständig wo anders aushelfen muss, was er aber immer tadellos gemeistert hat. Wie schon einmal gesagt, er war eine der positiven Figuren im Stahlgewitter von Manchester, als er dort auf seiner Position spielen konnte.

Der Kanonier selbst kann das nächste Spiel jedenfalls nicht live sehen, nachdem wieder jemand seine Geburtstagsfeier am Spieltermin platziert hat. Rücksichtslose Menschen gibt es. Aufnehmen scheidet diesmal auch aus, ich fürchte mehr als Match of the Day wird es nicht werden, wenn überhaupt.

In diesem Sinne, Up the Arsenal!

Mittwoch, 7. März 2012

Rehabilitation!

Arsenal verabschiedet sich mit erhobenem Haupt aus der Champions League und kann sich nun auf das wichtige Ziel Qualifikation für die nächste Champions League konzentrieren. Matchbericht und taktische Analyse findet ihr hier.

Zur Pause meinte The MC: "Egal wie das jetzt ausgeht, wir können stolz auf dieses Team sein!" Und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. In den ersten 45 Minuten haben wir Milan an die Wand gedrückt. Angriff über Angriff rollte auf das Tor der rossoneri zu und 3-mal fand Red&White das Netz. Einmal zu wenig leider und in der zweiten Halbzeit machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar. Die Italiener waren auch besser aufgestellt und so wurde es nichts mit dem Wunder. Aber stolz können wir sein. Besonders hervorheben möchte ich die Leistungen von Szczesny und Song (wieder einmal). Rosicky wurde ohnehin und zu Recht, besonders belobigt von Le Boss. Song aber war als letzter und einziger Mann vor der Abwehr damit beschäftigt, zum einen das Spiel nach vorne einzuleiten und zum anderen von einer relativ hohen Position aus (siehe taktische Analyse) der Verteidigung Schutz zu geben. Seine exponierte Position führte zu einer höheren Fehlerquote, aber ich erinnere mich an mehr als einmal, dass er mit seinem grandiosen Zweikampfverhalten die Mailänder aufhielt. Szczesny hielt in einem Spiel ein zu Null, in dem ich das unter keinen Umständen erwartet hätte. Neben etwas Glück, wie etwa gegen Nocerino in der zweiten Halbzeit, der aus kürzester Distanz den Ball nicht am Polen vorbeibrachte, beindruckte er vor allem mit seiner Präsenz. Besonders herausragend bei der Chance durch El Shaarawy kurz vor der Pause. Geführt wird das als Fehlschuss, aber die Art und Weise wie Szczesny dem kleine Ägypter entgegenstürmte, dürfte viel damit zu tun gehabt haben, dass der Ball Richtung zweitem Rang aufbrach. Und überhaupt gehört der Defensive ein besonderes Lob ausgesprochen. Die oft Kritisierten waren zeitweise extrem exponiert aber vor allem Koscielny gegen Ibrahimovic war atemberaubend und einfach Weltklasse.

Es bleibt zu hoffen, dass die Freude über die gute Leistung überwiegt, die Fans hat man vorerst jedenfalls zurückgewonnen. Einige Spieler wirkten sehr geknickt nach dem Abpfiff aber vielleicht war es doch mehr die verständliche Erschöpfung. Wenn die verwundeten von gestern, Chamberlain (auch ein Superspiel, speziell der Antritt vor dem Elferfoul war sehenswert) und Walcott (tadellos bis auf ein paar endlos Dribblings, aber meines Erachtens durch ein Gelb würdiges Foul, ich glaube von van Bommel, aus dem Spiel getreten) nur ein paar Tage Erholung brauchen und andere vielleicht wieder zurückkommen, dann könnte es gegen Newcastle weiter aufwärts gehen. Und Newcastle ist jetzt nicht gerade im Aufwind. Aber bis dahin ist viel Zeit und daher mehr am Sonntag oder Montag.

Ein kleiner Wermutstropfen waren die Einwechslungen gestern. Chamakh war OK aber Park hat leider bewiesen, dass das nicht seine Welt ist. Da muss im Sommer dringend etwas getan werden. Soll sein, dass wir Podolski holen. Ein Meldung aus dem Teletext des ORF heute früh (eines der schwächeren Medien unserer Republik) aber, hat mich mehr eher erschüttert als erfreut. Arsenal soll an Alessandro del Piero interessiert sein. Grundgütiger, der Mann ist 37! Kein Stammspieler bei Juve! Was soll denn das? Laut LaOla1.at stammt das Gerücht aus der Tuttosport und Wenger will ihn als Vorbild für die vielen Talente bei den Gunners holen. Also als Trainer von mir aus, aber als Spieler, ich weiß nicht. Auch PR-mäßig würde ich das eher als Bauchfleck einschätzen. Aber abwarten, wir werden mit noch viel eigenartigeren Geschichten konfrontiert werden bis zum Beginn der neuen Saison.

In diesem Sinne, eine erholsame Woche, Aufregung mit Arsenal gibt's dann wieder am Montag.
Flying High!


 

Montag, 5. März 2012

Sensationelle Nachricht: Abu Diaby verletzt!

Die Redaktion von Kanonendonner hat heute die schockierende Nachricht erreicht, dass Abu Diaby, Mr. Verlässlich wie er von seinen Freunden auch genannt wird, wegen einer Verletzung nicht im Kader gegen den AC Milan stehen wird. Der in Pfund pro Minute Best bezahle Fußballer der Welt hat damit rekordverdächtige 30 Minuten gespielt bevor sein Comeback wieder einmal beendet war. *Seufz* Nicht einmal Ironie tröstet mich über die Tatsache hinweg, dass man uns immer noch einreden möchte, dass Diaby jemals wieder regelmäßig für Arsenal auflaufen kann.
Wie auch immer, morgen versuchen wir das größte Comeback seit Lazarus (es ist mir sehr peinlich aber ich konnte diesen Kalauer einfach nicht auslassen). Ein 5:0, 6:1 usw. würde uns das Weiterkommen sichern. So sehr ich auf einen Sieg hoffe, so unwahrscheinlich ist ein Aufstieg wenn man ehrlich ist. Und wenn ich ehrlich bin weiß ich gar nicht ob ich das wirklich will. Unser Kader ist ohnehin schon am Anschlag, wir müssten morgen Übermenschliches schaffen und würden dann in zwei zusätzlichen Spielen unsere Kräfte verbrauchen. Gemessen daran wie realistisch es ist die Champions League gegen Barca oder Real zu gewinnen, scheide ich morgen lieber mit Anstand und einem Sieg aus und Arsenal widmet sich der Sp*rs Jagd und dem Versuch Chelsea abzuhängen.

Stichwort Chelsea und Sp*rs. Die Ersteren haben gestern ihren Trainer entlassen. Schon wieder. Abramowitsch schreibt regelmäßig an seinem Opus Magnus "Wie man einen Fußballklub nicht führt!". Da lobe ich mir Arsenal, wo man auch in Krisenzeiten Ruhe bewahrt. Manchmal vielleicht zu viel, aber immer noch besser als ständig den Trainer zu wechseln und damit jegliche Entwicklung im Keim zu ersticken. Von dem was das kostet ganz zu schweigen. Sp*rs wiederum haben sich gestern gegen United sehr anmutig geschlagen aber zum Gaudium der Arsenal Fans, Sang und Klanglos verloren. Dazu das Herumeiern der FA bezüglich des Trainers der Nationalmannschaft. Besser könnte es nicht laufen für Arsenal. Wir bleiben so gut es geht auf Schiene und die anderen feuern sich aus allen Rohren ins Knie. Splendid, wie der Engländer sagt.
Arsenal fehlen jetzt nur noch 4 Punkte und 2 Tore auf die Sümpfler, wir sind 3 Punkte vor Chelsea, 5 vor Newcastle und 10 vor Liverpool (mit einem Spiel mehr). Das kann sich sehen lassen. Mit einem Sieg gegen Newcastle wäre dieses Thema wohl auch erledigt, in der Woche drauf muss Chelsea gegen City ran und wieder eine Woche später spielt dann Chelsea gegen Tottenham. Mögen Sie sich zerfleischen.

Zu Abschluss noch ein Link zu Arseblog News „By the Numbers“ post (im Sinne von danach) Liverpool. Speziell möchte ich auf die herausragenden Zahlen von Song hinweisen, ein Spieler der von den Fans noch immer viel zu wenig geschätzt wird. (Fun Fact am Rande in dem Artikel, ist der Vergleich der gespielten Minuten von Diaby bei Arsenal und Frankreich!).

"Au, jetzt habe ich mir den Nacken gezerrt"!


   

Samstag, 3. März 2012

Der Käptn wird's schon richten!*


Geburtstagsfeier gut über die Runden gebracht, keine SMS bekommen, Aufnahme des Spiels geklappt! Also lasst uns bloggen!

Die Einwohner von Liverpool, "liebevoll" Scousers genannt, galten ja nicht immer als die gesetzestreuesten Bürger. So erzählt man sich unter anderem, dass auf den diversen Auswärtsfahrten in den 70igern und 80igern, nicht nur eine Menge Falschgeld in Umlauf gebracht wurde, sondern auch die neueste Mode mit nach Hause gebracht wurden. Vom Lastwagen gefallen so zu sagen. In diesem Zusammenhang gab es unter anderem einen Fan Gesang von West Ham Fans (zu Verdis "Donna e mobile"): „We've got Di Canio, you've got our stereo!". Mit diesem relativ langen Anlauf möchte ich auf die Ironie hinweisen, die in der Tatsache steckt, dass wir heute buchstäblich 3 Punkte gemopst haben. This is Anfield? Maybe, but this are our points! Danke und auf Wiederschaun!

Arsenal war heute wirklich nicht besonders. Aber Liverpool ist eben nicht mehr als Durchschnitt, Carling Cup hin oder her, und mit Robin van Persie und Woijciech Szczesny hatten wir zwei herausragende Protagonisten. Dazu noch Alexandre Song, der mit seinem Pass zum 2:1 wieder einmal sein Genie hat aufblitzen lassen.
Szczesny wurde nur durch ein ungeschicktes Eigentor von Koscielny (der nicht in allzu großer Bedrängnis war) bezwungen. Davor hatte er nicht nur einen Elfmeter gehalten, sondern auch den Nachschuss aus der anderen Ecke gefischt. Der Elfmeter selbst war meines Erachtens sehr hart, es war eher eine Schwalbe von Suarez, der größten Gretzen im Fußball die ich kenne. Suarez hob ab, als wäre er mit einem Panzer kollidiert und hätte nicht bloß einen Luftzug auf dem Schienbeinschützer verspürt. Aber für den Schiedsrichter ist das fast unmöglich einzuschätzen. Und der Gerechtigkeit wurde ja Genüge getan. Trotz diverser Chancen von Liverpool (Zwei mal Aluminium) kam Arsenal noch vor der Pause zum Ausgleich. Durch wen? Van Persie, who else! Die ausgezeichnete Flanke kam übrigens von Sagna. Nach der Pause wurden wir etwas besser. Dann folgte unser übliches Opfer an den Fußballgott (Der muss ja mittlerweile vollkommen überfressen sein, die fette Sau). Arteta musste nach einer Gehirnerschütterung hinaus. Für ihn kam Diaby, der an sich ganz gut spielte aber nach 30 Minuten das Feld wieder verließ. Wenger sprach von einer Verletzung, no na. Wenn wir dem nächstes Jahr noch ein Gehalt zahlen, bekomme ich einen Anfall. An sonsten war nicht viel los, außer dass wir wie erwähnt noch das Siegestor erzielten.

Etwas später, etwas weiter südlich hat Chelsea dann noch gegen West Bromwich Albion verloren. Damit sind wir 3 Punkte vor Chelsea und 10 vor Liverpool (allerdings mit einem Spiel mehr als die Roten). Sollte morgen noch Tottenham gegen ManU verlieren, was ja nicht vollkommen unmöglich ist, dann fehlen uns auf die Powershifter in Weiß auch nur mehr 4 Punkte. Newcastle spielt auch erst morgen, aber wir wollen jetzt nicht übermütig werden. Jedenfalls, Glück hin oder her, sollte es uns gelingen, diesen Schwung weiter aufzubauen, dann sieht das mit Platz 4 oder sogar 3 gar nicht so schlecht aus.

So kann man als Gooner das Wochenende jedenfalls genießen und der Dinge harren die da kommen!

Up the Arsenal!
Die drei Punkte? Ich habe ein Alibi!


       

Freitag, 17. Februar 2012

Zurück in der Realität!?

Die eigenwillige Setzung von Satzzeichen im Titel zeigt, dass ich mir noch nicht ganz im Klaren bin, ob das wirklich die Realität ist. Aber langsam beschleicht mich das ungute Gefühl, dass Abende wie der in Mailand langsam aber sicher zu unserer Realität werden.
Spielberichte als solche sind, wie der geneigte Leser vielleicht schon bemerkt hat, nicht meine große Stärke. Das liegt zum einen daran, dass ich das Gefühl habe, nicht genug Details eines Spiels aufzunehmen zu können, weil ich dem Spiel nach wie vor mehr als Fan den als Analyst folge. Zum anderen hindert mich die lustige Runde im Pub daran, mich 90 Minuten auf das Geschehen am Bildschirm zu konzentrieren. Dafür bekomme ich mehr andere Sichtweisen auf das Spiel mit, was wieder die Meinungsbildung fördert. Ich darf daher auf den Eintrag von Arseblog verweisen, sowie auf die Analyse von Four Four Two.
Diese taktische Analyse ist ein guter Anknüpfungspunkt zu der Vorschau mit Matteo im gestrigen Blog. Denn auch mir ist aufgefallen, dass, obwohl die von unserem italienischen Freund aufgezeigte Schwäche von Milan, die Außenverteidiger (kennen wir von irgendwo, oder?), exakt unserer Stärke auf den Flügeln entsprach, Arsène sich entschieden hatte, das System umzustellen und mit einem Vierer Mittelfeld zu spielen. Auf der linken Seite spielte daher Rosicky statt Oxlade-Chamberlain. Was auch immer der Plan war, Four Four Two konnte das auch nicht wirklich feststellen, er ging gründlich in die Hose und ein nicht wirklich überragendes Team aus Mailand deklassierte uns. Und auch wenn die Zahlen (Ballbesitz, Passgenauigkeit, Torschüsse aufs Tor) gar nicht so schlecht sind, so war der Eindruck des Abends, dass Arsenal keine Chance hatte und die Saison in der Champions League damit beendet ist. Um die Sache abzurunden, hat sich auch noch Koscielny verletzt. Wann hatten wir eigentlich das letzte Mal ein Spiel, in dem sich kein Spieler unserer Defensivabteilung eine Blessur zugezogen hat?

Wie auch immer, um auf den Titel zurückzukommen, für das Team, den Trainer, das Management und die Fans stellt sich jetzt die Frage, sind wir wirklich nicht besser als die Leistung im San Siro aussagt. Und so traurig das ist, im Moment kann die Antwort kein klares Ja (wir sind besser) sein. Es war zum wiederholten Mal eine schwache Leistung, es war zum wiederholten Mal ein schmerzhaftes Ergebnis und zum wiederholten Mal musste man das Gefühl haben, dass diesem Team etwas fehlt. Ich ändere meinen Standpunkt nicht, dass die meisten Spieler in meinen Augen das Zeug dazu haben, bei Arsenal zu spielen. Aber in der Summe fehlt da was. Ein Spieler der das Team auch in so einer Situation zusammenhält beispielsweise, der die Mannschaft aufrichten kann und mit einer außergewöhnlichen Einzelleistung wieder Leben in die Bude bringt. Vereinzelt haben wir solche Spieler (van Persie, Vermaelen, eventuell Szczesny) aber es müssten eben mehr sein und vor allem einer im Mittelfeld. Wenn man sich das Mittelfeld vom Mittwoch ansieht, hat man (von rechts in Spielrichtung beginnend) mit Walcott einen Mitläufer, der sehr wertvoll ist, wenn man seine Stärken ausspielt aber fast komplett untertaucht, wenn das Spiel gegen ihn läuft. Daneben Arteta, der ein fleißiger und ballsicherer Verwalter ist aber eben nicht das gelegentliche Genie besitzt, mit dem Cesc gegnerische Abwehrreihen immer wieder aufgerissen hat. Ramsey ist sehr bemüht aber auch mehr ein Arbeiter als ein Künstler und zurzeit zusätzlich überbelastet. Und Rosicky, der wahrscheinlich der Beste war an diesem Abend, ist eben über seinen Zenit hinaus und damit auch nicht mehr in der Lage auf allerhöchstem Niveau ein Team zu führen. Song, von dem ich eigentlich ein Fan bin und bleibe, hat immer wieder Phasen, in denen er regelrecht zu schlafen scheint, vor allem dann, wenn das Spiel nicht wie geplant läuft. Gehören die daher alle weg? Na ganz sicher nicht! Aber wir müssen Cesc vollwertig ersetzten. Wir brauchen wieder einen Spieler der die Kreativität und die Klasse hat, an einem Abend in der Champions League oder an einem Nachmittag gegen einen der Top 4, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Dazu brauchst es dringend einen zweiten Stürmer, der van Persie ersetzten oder im Notfall ergänzen kann. So großartig Henry's Comeback war, aber in Wahrheit hat es in erster Linie offengelegt, und das recht schonungslos, dass uns vorne noch jemand fehlt. Wenn man zu dem Team von vorgestern noch Gervinho dazu nimmt, beziehungsweise den eingewechselten Oxlade, dann sieht das ganze gar nicht mehr so düster aus. Eventuell noch Arshavin, den ich im Sommer trotzdem mehr als gleichwertig ersetzen würde (soll heißen ein erfahrener Nationalspieler mit ähnlichem Potential aber mehr Interesse), dann können wir vielleicht doch nächstes Jahr wieder nach Höherem streben.

Jetzt und heute müssen wir allerdings mit denen auskommen, die wir haben. Auch das scheint mir nicht unmöglich. Bei Chelsea geht es drunter und drüber und Liverpool und Newcastle sind, trotz aller Schwächen die wir haben, nicht stärker als Arsenal. Ich würde die Chance auf Platz 4 also durchaus als realistisch bezeichnen. Die Spiele gegen Tottenham Newcastle und Liverpool, die in den nächsten Wochen auf uns zu kommen, werden jedenfalls zeigen, wie realistisch diese Einschätzung ist.
Davor geht es zur Reha nach Sunderland. Ein Weiterkommen im FA Cup würde dem Team und auch den Fans etwas von dem Selbstvertrauen zurückgeben, dass in den grauen Nachthimmel von Mailand entschwunden ist. Und außerdem wäre dann immer noch ein Titel drinnen. Wenn man sich vorstellt, Qualifikation für die Champions League geschafft und ein FA Cup im Schrank, das wäre ja ein Aufwärtstrend zu den Saisonen davor. Aber ich möchte jetzt auf keinen Fall übermütig werden, ein Schritt nach dem anderen, vor allem auf den Acker im Stadium of Light.

Come on Arsenal!
"Viel Spaß noch Arsène..."