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Sonntag, 5. Oktober 2014

Mehr vom Gleichen!

Eine 0:2 Niederlage auswärts gegen Chelsea. Wieder einmal sind wir nicht als Sieger vom Platz gegangen und auch wenn es nicht ein Fiasko wie vergangene Saison gegeben hat, war es ein sehr frustrierender Nachmittag. Von den letzten 15 Spielen gegen City, ManU und Chelsea haben wir keines gewonnen (7 Unentschieden, 8 Niederlagen) und das ist die der dritt schlechteste Start in eine Saison unter Arsène Wenger (beides via Orbinho).

Natürlich ist es noch früh in der Saison und natürlich haben wir (wieder einmal) viele Verletzte, aber unter dem Strich ist heute eines unserer stärksten Teams aufgelaufen und neben den üblichen Löchern in der Verteidigung (die wie immer mehr auf fehlenden Widerstand im Mittelfeld zurückzuführen sind) stehen vor allem 0 (in Worten: Null) Schüsse auf das Tor zu Buche. Dazu kommt, dass ich den Eindruck habe, dass im Mittelfeld immer wieder schlampig, unkonzentriert oder ängstlich, vielleicht auch eine Mischung aus all dem, gespielt wird. Das führt zu unnötigem Druck und einigen Fehlpässen. Und auch wenn ich viel von der Kritik an Mesut Özil für überzogen halte, unter dem Strich bleibt, dass die 3 Top Spieler dieser Saison bei Chelsea 2 Tore fabriziert haben (Dribbling Hazard zum Elfmeter, Pass von Fabregas auf Costa zum 2:0). Bei uns fiel niemandem so richtig etwas ein. Was für Özil gilt, gilt natürlich auch für Sanchez, Wilshere oder andere.

Dabei war Arsenal über 90 Minuten sicher spielerisch ebenbürtig und Chelski hat neben den beiden Toren auch nicht viel mehr gezeigt. Aber solche Einzelaktionen machen eben auf diesem Level den Unterschied aus und daher muss man sich bei den Gunners langsam überlegen, ob man auf dem höchsten Niveau mitspielen will oder nicht. Ob nur zu wenig versucht wurde oder die Spieler nicht in der Lage sind, weiß ich nicht. Bis zum Beweis des Gegenteils behaupte ich einmal es liegt nicht an der fehlenden Klasse. Letzten Endes kommt aber gerade in solchen Spielen vorne zu wenig. Und defensiv sind wir noch immer nicht stark genug um in Spitzenspielen dicht zu halten.

Auch die Tatsache, dass die von unter der Brücke es beim Schiedsrichter leichter haben, liegt vielleicht einfach an mehr Chuzpe. Cahills Foul an Sanchez hätte glatt rot sein müssen, ebenso wir Fabregas Handabwehr. Dazu noch die unzähligen Fouls von Oscar (inklusive Kopfstoß Richtung Koscielny, denn Chance auf den Ball hatte er da nicht) der mit einer gelben Karte sehr gut bedient war. Einzig Welbeck hat mit seinem Foul an Cesc kurz vor Schluss bewiesen, dass er eine Ahnung davon hat, was es heißt contra zu geben. Nicht unerwähnt wollen wir Wengers makelosen Steßer (Schubser auf hochdeutsch) lassen, mit der er Mourinho zeigte wer der Boss ist. Aber es fehlt den Gunners manchmal ein bisschen der Zynismus der im Top Bereich leider notwendig ist. Wenn wir foulen, wirkt das viel öfter ungeschickt oder verzweifelt als berechnend.

Mal sehen ob wir uns über die internationale Pause wieder fangen und dann gegen Hull (h), Sunderland (a), Burnley (h) und Swansea (a) Punkte um Momentum sammeln um am 22.11. gegen United zu beweisen, dass diese Team in der Lage ist, ganz oben mitzuspielen. Aber viel länger werden sich die Fans das nicht ansehen, Cup Sieg hin oder her.

Noch eine kleine Bemerkung zum verspäteten Beginn. Der war darauf zurückzuführen, dass Chelsea zu wenig Personal an den Eingängen der Gästefans hatte. Allerdings hat es sehr wohl ein paar Clowns gegeben die Flares zünden mussten, offenbar bei der Bahnstation (concourse). (Augenzeugenbericht und angeblich gibt es Fotos). Möglicherweise ist deswegen genauer kontrolliert worden und dafür waren zu wenige Leute vorhanden.
  

Sonntag, 17. August 2014

Einzigartig!

Es gibt sicher viele Details die man am gestrigen Auftritt der Gunners kritisieren kann. Sei es, dass der eine oder andere Spieler behäbig wirkte (Yaya, ich sehe Dich an), oder das die Art der Fehlpässe zum Haare raufen waren. Vor allem in der Zeit zwischen 60. und 75. Minute wirkte Arsenal angeschlagen. Doch in der letzten Viertelstunde erhöhte die Heimmannschaft den Druck und der Sieg schien möglich.

Arsenal war durch einen Kopfball nach einem Eckball von Hangeland in Rückstand geraten. Rasend originell. Kurz vor der Pause verwertete Koscielny einen Freistoß von Alexis zum Ausgleich. Bewegung und Abschluss von unserem gallischen Verteidiger waren eines Topstürmers würdig.
In der zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel. Gibbs musste ausgetauscht werden (auch mal was neues), dann kamen noch Chamberlain und Giroud. Als es dann wirklich schon knapp wurde, schlug unser Walisischer Wunderknabe wieder zu und Arsenal hatte die ersten drei Punkte der neuen Saison (und war die einzige Heimmannschaft gestern, die gewonnen hat). Unter dem Strich war das jedenfalls mehr als verdient (Zahlen von 7am KickOff).

Nächste Station ist Istanbul um die Einnahme unseres Stammplatzes in der Champions League vorzubereiten. Mit Gibbs verletzt (Oberschenkel oder Achillessehne, das war gestern noch offen) und Mertesacker noch nicht Match fit, wird es hinten etwas knapp. Flamini war gestern auch nicht auf der Bank, ohne besondere Angabe von Gründen. Vielleicht sollten wir doch noch jemanden holen.

Abschließend noch ein paar Worte zum Kommentar auf Sky Deutschland. Das penetrante Aussprechen des Namen (Tony) Pulis wie man ihn schreibt, war nervig bis zum äußersten. Auch sonst hat der gute Mann ausschließlich Plattitüden abgefeuert. In dem Fall könnte man das Kommentar auch von einer Maschine sprechen lassen. Da gibt man vorher alle Gemeinplätze ein und die Aussprache von Namen lässt sich auch besser steuern.

Das war es wahrscheinlich vor der Studienreise Nordengland. Bei meiner Rückkehr können wir hoffentlich unser Lospech in der Champions League beklagen, dem französischen Nachwuchstalent, das wir für die Innenverteidigung geholt haben gute Besserung wünschen, und die Meisterfeier planen.

Sonntag, 18. Mai 2014

"Na dann schaun wir uns das an!"

Mit diesen Worten gab der CTO die Übertragung des FA Cup Finale im Chelsea in Wien frei (Arsenal Fans hatten sich auch im Shebeen und im Highlander versammelt). Ausgerüstet mit Fahnen und Clappers, die Arsenal den Supporter Clubs direkt aus China hatte zustellen lassen, war der Barraum mit ca. 40 erwartungsvollen Gooners gefüllt. Acht Minuten später lag Arsenal 0:2 zurück und die Stimmung war leicht abgekühlt. Der Sommelier, ein Fixstarter an der Bar des Chelsea, setze gleich einmal eine Schmerzgrenze:"Bei 5:0 für Hull gehe ich!". Wenig später verhinderte Gibbs auf der Linie das 3:0. Hull spielte gar nicht groß auf, aber irgendwie schien den Tigern (über die zoologische Zuordnung gab es den einen anderen Disput, aber ob Löwe oder Tiger ist ja eigentlich egal) alles zu gelingen, während die Gunners, wieder einmal, den Beginn eines Spiels zu verschlafen schienen.
Mehr langsam als sicher, gewann Arsenal die Kontrolle über das Spiel und es zeichnete sich ein Muster für die kommen 90 Minuten (repektive Achtung Spoiler 120) ab. Arsenal kombinierte und Hull versuchte durch taktische Fouls den Spielfluss zu unterbrechen. Es war kein übermäßig hartes Spiel, aber der Schiedsrichter, auf den wir noch zu sprechen kommen, lies den gestreiften diese Art zu verteidigen durchgehen. In der 17. Minute, gab es jedenfalls einmal einen Freistoß. Cazorla richtete sich den Ball her während im Pub darüber diskutiert wurde, ob Bergkamp oder Henry das letzte Freistoßtor für Arsenal erzielt haben. Sekunden später war der Ball im Netz und Santi hatte mit einem sehenswerten Schuss den Anschlusstreffer erzielt. Unsere Freundin, die Hoffnung, spähte ums Eck. Am Charakter des Spiels änderte da aber wenig. Unsere Burschen waren bemüht aber scheiterten immer wieder an der fehlenden Präzession. Podolski wirkte das eine oder andere Mal zu langsam, Giroud verzettelte sich immer wieder bei der Ballkontrolle. Auf der anderen Seite war Hull eher zahm. Bei einem Zweikampf von Koscielny pfiff der Schiedsrichter zum Glück Foul gegen Fryatt, sonst wäre dieser allein aufs Tor gelaufen. Viel war es nicht und damit eine der wenigen Situationen, wo Arsenal von einer Entscheidung profitierte. Zur Pause wirkten die Gooners, die sich zum Sauerstoff tanken vor das Lokal begeben hatte, allesamt etwas betropezt. Es kann halt nicht jeder das sonnige Gemüt des Kanoniers haben.

Die zweite Halbzeit setzte dort fort, wo die erste aufgehört hat, auch spielerisch. Immer wieder Halbchancen aber nichts wirklich zwingendes. Der Sommelier kredenzte inzwischen ein Craft Bier. Der Hausherr kritisierte die Stärke des Gerstensafts. Vermutlich weil er davon weniger verkaufen könnte, da die Kunden schneller betrunken sind. Zurück zum Spiel. Es folgte die lustige Regelkunde mit Lee Probert. Einmal blockt ein Hull Spieler den Ball mit beiden Händen im Strafraum. Weiterspielen. Dann der zweite nicht gegebene Elfmeter. Giroud wird von Huddlestone an der Schulter zurückgehalten. Weiterspielen. Schließlich die Entscheidende Aktion des Spiels. Sanogo kommt für Podolski und Yaya ändert sofort den Charakter des Spiels. Mit zwei Stürmern wirkte die Verteidigung von Hull überfordert und Giroud hatte endlich ein Partner für sein bevorzugtes Spiel. Die physische Präsenz des jungen Franzosen ist jedenfalls extrem beeindruckend. Es folgt zunächst der dritte nicht gegebene Elfmeter, Cazorla wird im Strafraum von den Füssen geholt. Weiterspielen. Der Ärger bleibt aber nur für wenige Minuten, denn nach einem Eckball (der auch keiner war, ein kleines Stück ausgleichende Gerechtigkeit), traf Koscielny zum 2:2. Das er dabei vom Torhüter gefoult wurde und dieser für rohes Spiel unter die Dusche geschickt gehört hätte, wollen wir einmal geflissentlich übersehen. Jedenfalls war die Stimmung im Pub am Siedepunkt, die Gooners lagen sich in den Armen und das Ende der mageren Jahre ohne Titel näherte sich. In der 79. Minute kommt dann Gibbs mitten im Strafraum frei zum Schuss, aber der Ball geht deutlich drüber. Als Arsenal Fan sieht man die Schatten vergangener Katastrophen heraufziehen. Kurz darauf der vierte und letzte nicht gegebene Elfer, diesmal ein Schubser gegen Cazorla. Weiterspielen. Und weil das alles nicht Nerven aufreibend genug war, legten die Gunners noch ein halbe Stunde Verlängerung drauf.

Die Tiger wirkten jetzt schon ziemlich müde und Arsenal drückte weiter. Vor allem Ramsey schoss eines um andere Mal, aber die Versuche erinnerten eher an die ersten Monate nach seiner Verletzung. Dann drehte Wenger weiter an der Schraube. Er nahm die kreativen, Özil und Cazorla heraus und brachte mit Rosicky und Wilshere zwei Spieler die direkter spielen konnten. Das war kurz vor dem 3 Seitenwechsel. Auch wenn Hull keine wirkliche Torchance hatte, ein Glücksschuss konnte jetzt das Finale entscheiden und Arsenal wäre ja nicht das erste Mal Opfer eines solchen geworden. Doch dann der große Moment. Der Ball kommt zu Giroud in den Strafraum, der legt den Ball mit der Ferse für Ramsey auf und der Waliser platziert den Ball exakt zischen der Hand des Torhüters und der Stange. Jetzt gab es kein Halten mehr. Der FA Pokal war zum greifen nah. Aber es wären nicht die Gunners wenn sie nicht noch einmal die Herzschrittmacher Industrie gefördert hätten. Mertesacker rutschte aus und plötzlich tauchte Fabianski auf, meilenweit von seinem Tor entfernt und wurde prompt vom Hull Spieler umrundet. Der Schuss näherte sich der Torlinie, Gibbs verfehlte den Ball aber der Ball rollte weiter, auch an der zweiten Stange vorbei uns ins Out. Der Pole musste dann noch einen Schuss halten aber schließlich folgte der erlösende Schlusspfiff. Wir lagen uns in den Armen, der Sommelier küsste alle Anwesenden (zumindest die ihm persönlich bekannt waren).

Arsenal ist FA Cup Sieger 2014! Nach langer Zeit sind wir endlich am Ziel. Sowohl für diesen Blog als auch für mich als Arsenal Fan (Mitglied seit 2006) ist es der erste Titel. Es war ein beeindruckender Lauf im Pokal, mit Siegen gegen Sp*rs, Liverpool und Everton. Arsenal hat dabei kein einziges Spiel außerhalb Londons ausgetragen. Arsène Wenger hat mehr FA Pokale (5) gewonnen als alle anderen Arsenal Trainer zusammen. Die Art des Sieges gestern ist jedenfalls das fehlende Mosaikstein, denn Arsenal gebraucht hat, um wieder ganz oben mitzuspielen. Der Bann ist gebrochen und mit den richtigen Verstärkungen im Sommer geht The Arsenal einer blühenden Zukunft entgegen.

Victoria Concordia Crescit!

Unser Tip
  

Sonntag, 15. Dezember 2013

Mit einem blauen Mond davongekommen!

Manchester City spielt daheim offenbar gerne gegen Londoner Teams. Nach den Sp*rs haben auch die Gunners ein halbes Dutzend im Reich des blauen Monds kassiert.
Alle Fakten zum Match gibt es an den üblichen Adressen (Defensivfehler, Schiedsrichter, usw..): Arseblog; Gunnerblog (dort gibt es auch ein Link zu Mertesackers Ausbruch gegenüber Özil, weil dieser sich nicht von Fans verabschiedet hat. Özil hat sich auf Facebook dafür bei den Fans entschuldigt).

Mein Thema sind die psychologischen Ursachen und Konsequenzen dieser herben Niederlage. Da ist zum einen der Eindruck, dass wir bei den sogenannten Top Teams, zumindest auswärts, selbst nicht voll überzeugt davon sind, dass wir in der Lage sind, zählbares zu erreichen. Das war schon bei United so und wirkte phasenweise auch gestern so.
Hinzu kommt, dass der Spielplan zwar keine Ausrede sein darf, aber auf der anderen Seite konnte man nach ca. einer Stunde, genauer nach dem 4:2 durch Silva in der 66. Minute, deutlich erkennen, dass die Spieler von Arsenal körperlich und vor allem mental abzubauen begannen. Verschärft wurde das ganze durch den Ausfall von Koscielny, obwohl Vermaelen ordentlich gespielt hat und auch durch die Leistung von Wilshere. Ihn stelle ich deswegen heraus, weil er nicht nur, wie die meisten anderen, ein schwaches Spiel hatte (auch wenn er frischer hätte sein müssen, da er in Neapel nicht gespielt hat), sondern weil er der Aufgabe offenbar nervlich nicht gewachsen war. Das gipfelte in der Mittelfingergeste gegen die City Fans. Danach wurde er ausgebuht und hat unter diesem Druck zumindest einmal den Ball irgendwohin gespielt, anstatt zu einem Mitspieler. In solchen Partien kann man sich aber keine Ausfälle dieser Art leisten, vor allem nicht, wenn die äußeren Umstände (Erholungszeit, Neue Abseitsregeln, usw...) nicht passen. Jack ist ein herausragendes Talent, aber einen ordentlichen Teil seines Reifeprozesses hat er noch vor sich.

Zurück zur Psychologie und den möglichen Folgen des Ausflugs in den Nahen Osten. Das gefährlichste an dem Ergebnis gestern ist meiner Ansicht nach nicht die Niederlage selbst. Immerhin sind wir immer noch Tabellenführer und können das mit einem Punkt gegen Chelski bleiben (hängt auch ein bisschen von den Liverpoodle Ergebnissen ab). Aber die Tatsache, dass wir gegen United, City und Chelsea (wenn auch nur im Ligapokal) verloren haben, und gemessen an unseren Auftritten in diesen Spielen, könnte es sein, dass wir den Spin zu glauben beginnen, dass Arsenal nicht dort oben hingehört. Auch die aktuelle Serie von Spielen, beginnend mit Everton und dem späten Ausgleich, über die beiden Niederlagen gegen Neapel (auch wenn diese eher unbedeutend war) und City, könnte mit einer weitere Niederlage, oder auch nur einem Spielverlauf wie gegen Everton, dazu führen, dass wir rechtzeitig zum schwierigen Weihnachtsspielplan in ein Loch fallen. Und wenn man da einmal drinnen ist, dann ist der Weg heraus nicht mehr so leicht.
Die Aufgabe lautet also, die 9 Tage bis zum nächsten Spiel dazu zu nutzen, die Batterien wieder voll aufzuladen, vor allem auch im mentalen Bereich und dann mit voller Kraft die von unter der Brücke an die Wand zu spielen oder zumindest zu besiegen. Deren gestriger Auftritt gegen Crystal Palace war jedenfalls alles andere als furchterregend, eher im Gegenteil.
Ein Spieler der besonders gepflegt werden muss, ist Olivier Giroud. Die Einsätze als einziger Stürmer in fast allen unseren Spielen, ständig mit hohem körperlichen Einsatz, vor allem in den Zweikämpfen, haben ihren Tribut verlangt. Er wirkt körperlich und mental erschöpft. Zusätzlich, oder deswegen, hat ihn seine Form vor dem Tor verlassen. Hier rächt sich der dünne Kader auf jeden Fall und man kann nur hoffen, dass er in der kommenden Woche wieder auf den Damm gebracht werden kann. Stichwort Kader, auch in der Innenverteidigung sind schon wieder nur eine Verletzung vor einer Notlösung entfernt. Zwei Bereiche, die man im Wintertransferfenster vielleicht ansprechen sollte.

Auch wir Fans können uns jetzt regenerieren, alles für das Weihnachtsfest vorbereiten und dann am 23. ein vorgezogenes Geschenk abholen.

Noch etwas in eigener Sache. Ich freue mich über jeden einzelnen Leser, aber auf Dauer werde ich nicht für euch 30 Getreuen weiter schreiben. Also bitte Werbung machen, Links teilen, und die frohe Botschaft vom Kanonendonner in die Welt hinaustragen.

Danke und Up the Arsenal!
 
   

Montag, 20. Mai 2013

Frohlocket!*


Es ist vollbracht, Arsenal ist Vierter und hat die Chance sich für die Champions League nächstes Jahr zu qualifizieren. Details über die möglichen Gegner finden sich hier. Meiner Erinnerung nach gab es bisher keine Setzung in der Qualifikation, das wurde offenbar geändert. Damit fallen die ganz schweren Brocken jedenfalls weg. Aus österreichischer Sicht lockt das Duell mit dem zweiten der heimischen Bundesliga, wahrscheinlich Red Bull Salzburg.

Das Spiel selbst wahr unspektakulär, beziehungsweise mühsam. Je nach Herangehensweise. Newcastle bemüht aber beschränkt, Arsenal nervös und unproduktiv. Herausragend war vor allem ein Mann. Laurent Koscielny. Neben einer Reihe von entscheidenden Tacklings, erzielte er auch das wichtige Siegestor in beeindruckender Manier. Ein würdiger Man of the Match. Ansonsten bleibt nur noch der Sitzer den Theo an die Stange gesetzt hat. Der Mann wollte die Arsenal Fans offenbar leiden sehen, denn Deppenham Garetham Balespurs hatte kurz zuvor die Führung gegen Sunderland erzielt. Aber unter dem Strich zählt der Sieg, wieder ein "zu Null", das erste Mal seit den Invincibles, dass wir 5 Auswärtspartien in Folge gewonnen haben. Nicht zu schäbig. Dazu noch die üblichen Zahlen. 

Der heutige Blog kann natürlich nicht zu Ende gehen, ohne dass wir ein paar Worte zu unseren geliebten Nachbarn verlieren. Wenn es einen Preis gäbe, für "Sich lächerlich machen", dann wäre der Klub aus Middlesex ein würdiger Seriensieger. Wir legen Beweisstück A vor:
Deppenham Fans feiern den Newcastle Ausgleich, den es nicht gab!
Dazu kommen die diversen Aussagen nach ihrem Derbysieg: "Arsenal befindet sich in einer Abwärtsspirale!" (#downward spiral) sagte beispielsweise ihr Trainer. Tja, dieser Trend sah so aus. Beweisstück B:
Runter oder Rauf? (c)Antouman 
Überhaupt scheint Selbsteinschätzung nicht wirklich die Stärke der Spuds zu sein: Als letztes Beweisstück C:
Nur um festzustellen, dass er der Zwerg unter den Giganten ist.
Ein bisschen Mitleid ist allerdings schon angebracht. 2012: Deppenham hat mehr Punkte als Arsenal, verliert das Derby und beendet die Saison hinter Arsenal. 2013: Deppenham hat mehr Punkte als Arsenal, gewinnt das Derby und beendet die Saison hinter Arsenal. Vielleicht sollten sie es 2014 mit einem Unentschieden probieren.

Aus dem Schatten zurück zur Sonne. The Arsenal kann jetzt beginnen für die nächste Saison zu planen. Wir haben damit gestern im Pub bereits angefangen und werden Arsène Wenger ein Transkript unserer Diskussion und eine Liste mit Spielern zukommen lassen, die geholt werden müssen. Fred Perry hat sich dabei wieder hervorgetan, obwohl er in den 90 Minuten davor nicht den Eindruck erweckt hat, als wäre Fußball sein Spezialgebiet. Besonders beeindruckend war seine Einschätzung, dass Newcastle die besseren Franzosen gekauft hat, als Arsenal. 
Wie auch immer, wir würden Bale mit offenen Armen empfangen, Lewandowski oder Jovetic ist egal, hauptsache Grieche und dazu noch jeden Torhüter der jemals bei Arsenal im Gespräch war. Die bekommen dann eine eigene Bank.

Somit verabschiede ich mich in den Sommer! Der eine oder andere Blogpost wird natürlich erscheinen, um zu den zahlreichen Transfergerüchten Stellung zu nehmen. Am 9.8. ist Auslosung für unsere Champions League Qualifikation. Gesudert werden, darf dann wieder am 31.8. zum Thema: "Warum wir am Transfermarkt so versagt haben!". Bis dahin Up the Arsenal! 

Damit der geigte Leser nichts verpasst:
Folgt mir auf Facebook!    

Samstag, 16. Februar 2013

Wieder da!

Der Kanonier ist wieder da! Nach einer kurzen aber schönen Reise zum Äquator, hat mich die alte Welt wieder. Quito ist jedenfalls eine Reise wert! Ich weiß, dass sagen die meisten Reisenden, selbst die, die in Grand Junction, Colorado waren. Aber im Fall von Quito stimmt es, einer schmucken Kolonialstadt in den Anden, und schließlich ist es auch Weltkulturerbe, was auch immer das wert ist.

Kathedrale in Quito
Die Hochzeit, der Anlass der Reise, verlief ohne gröbere Zwischenfälle. Außerdem hat der Kanonier seiner Sammlung ein Trikot des Klubs der Braut hinzugefügt: Liga Deportiva Universitaria de Ecuador.

Zu Arsenal. Nachdem wir während des Spiels gegen Liverpool über dem Atlantik waren, konnte ich davon nur Berichte lesen, bzw. die Tore in einer Zusammenfassung sehen. Arsenal als Two Face. Wieder einmal. 
Dank einer Internetverbindung konnte ich dann auch den Dead Line Day verfolgen, der ja eine Riesenüberraschung brachte. Einen Zugang. Zu Arsenal. Mir schwindelt jetzt noch. Die üblen Verdächtigungen, dass das nur mit der Verletzung von Gibbs und dem schwachen Auftritt von Santos gegen Liverpool zu tun hat, möchte ich gar nicht kommentieren. Nacho Man sei uns jedenfalls herzlich willkommen und eine spanischer Teamspieler ist definitiv eine Verstärkung. Dass wir Santos darauf hin verliehen haben, verstehe ich wieder nicht. Auf diese Weise, sind wir hinten extrem dünn besetzt und die Verteidigung, die am Ende gegen Sunderland gespielt hat (Ramsey, Sagna, Mertesacker, Nacho) war schon sehr abenteuerlich.

Dann das Spiel gegen Stoke. Südamerika ist, dank Fox und ESPN, ausgezeichnet abgedeckt, was europäischen Fußball betrifft. Und so konnte ich Samstag Vormittag, nach einem kleinen Sparziergang, zumindest Chelsea Newcastle sehen. Dazu Arsenal per Live Blog auf dem IPad, das war schon OK. Nach 10 Minuten, das Spiel war nicht extrem mitreißend, habe ich ein bisschen zu zappen begonnen und da am nächsten Sendeplatz: THE ARSENAL. Das Glücksgefühl war mir ja fast peinlich, aber deswegen ist man wohl Fan. Also Arsenal gegen Stoke live und in Farbe 10.000km von daheim auf 2.800m Seehöhe. Dass das Spiel nicht so toll war, ist mir dabei gar nicht aufgefallen, so high war ich noch von der Entdeckung (oder dem Sauerstoffmangel). Aber so viel kann ich noch sagen, ein sehr gutes Debüt von Nacho (Auf Twitter gelesen: „Nacho the Orc Slayer“ nach einem herzhaften Tackel des Spaniers), verdienter Sieg und Lenny der Beinbrecher hätte wieder einmal vom Platz gehört, nachdem er versucht hat in Koscielnys Familienplanung einzugreifen bzw. zu treten.

Auch die schönste Reise hat einmal ein Ende, und so traten wir nach 10 Tagen wieder den Heimflug an. Quito-Miami-London-Wien in knapp über 26h von Tür zu Tür. Und das Beste dabei, Ankunft in Wien am Samstag um 14:05 und damit alle Chancen rechtzeitig um 16:00 im Pub zu sein, um das Spiel gegen Sunderland zu sehen. Gesagt getan.

Am Ziel
Auch dieses Spiel haben wir gewonnen, mit hängen und würgen zwar, aber auch verdient irgendwie. Und so hanteln wir uns weiter mit einem etwas dünnen Kader und der einen oder anderen Verletzung.

Heute geht es gegen Blackburn und auch wenn Koscielny, Vermaelen und Wilshere den Fitnesstest nicht bestehen, sollten wir das schaffen. Wie immer halt knapp, aber danach fragt nachher keiner mehr.
Am Dienstag dann Bayern daheim, das wird auch irgendwie werden und am Ende haben wir zwei Pokale...Ich sollte echt aufhören diese Kokablätter zu kauen.

Upt the Arsenal und bis zum nächsten Mal!

Meerschwein, sehr lecker!
          

Mittwoch, 2. Januar 2013

Kein Feuerwerk zum Jahresauftakt

Ein gutes Jahr beginnt mit einem Arsenal Spiel! Allerdings nicht mit so einem. Unser Besuch in Southampton war zwar kein Desaster, aber ernüchternd. Was am 1. Jänner, nach einer durchzechten Silvesternacht, vielleicht gar nicht so schlecht ist. Aber die Gunners hatten offenbar alle selbst lebhafte Silvesterfeiern hinter sich, oder konnten wegen der Feuerwerke nicht schlafen. Jedenfalls war nach 10 Minuten die Luft draußen und von da an war es ein sehr mühsames, mit Fehlern durchsetztes Spiel. Ganz besonders schwer tat sich Sagna, der eine Reihe von Fehlern beging, eher untypisch für einen der Besten auf dieser Position. Einer dieser Fehler führte zum 1:0 für Southampton. Sagna war nicht der einzige der in diesem Fall dazu beitrug, dass die Abwehr von Arsenal eine lupenreine Slapsticknummer hinlegte. Wieder einmal. Der Ausgleich war dann ein bisschen glücklich, ein Eigentor, bei dem allerdings Koscielny frei vor dem Tor war und den Ball problemlos einschießen hätte können, hätte das nicht vorher der Verteidiger für ihn getan. Das Assist durch einen Freistoß kam übrigens von Walcott.

Womit wir wieder beim Thema GBP 100.000,-- pro Woche wären. Gestern tauchte unser Goldjunge zwar nicht ab, aber so eine richtige Verbindung zum Mittelfeld bestand halt auch nicht. Je tiefer die gegnerische Abwehrreihe steht, desto schwerer tut sich Theo, da er lieber den Ball hinter die Abwehr gelegt bekommt. Ein Topverdiener sollte etwas mehr Variabilität in seinem Spiel aufweisen können.

Ein weiteres Thema waren die Einwechslungen. Giroud war klar, einige hätten sich den Franzosen schon früher gewünscht. Aber dann kamen Gervinho und Ramsey. Wobei ich mit den beiden Spielern kein Problem habe, vor allem nicht mit Ramsey. Aber Retter sehen anders aus. Und Gervinho hat wieder ein paar Tricks gezeigt, die manchen Arsenal Fan hoffen lassen, dass er nach dem Afrika Cup gleich unten bleibt. Der Kader ist halt wirklich recht dünn. Gunnerblog hat dazu heute einen sehr aufschlussreichen Post geschrieben. Henry wird offenbar nicht kommen, also können wir uns Verstärkungen widmen, die langfristig etwas bringen.

Während Arsenal, schon zum zweiten Mal in dieser Saison, nur einen Schuss aufs gegnerische Tor abgegeben hat, hat Southampton ein Tor nicht gegeben bekommen, wegen eines minimalen Foulvergehens an Koscielny. So gesehen war selbst der Punkt glücklich, wir haben 2 Punkte auf Sp*rs verloren und damit die Chance verspielt auf dem 4. Platz zu bleiben (Nach Verlustpunkten! Gegen West Ham müssen wir noch ran. Kleine Ergänzung übrigens zur Absage dieses Spiels: Nicht der Streik alleine war das Problem, die Gemeinderäte von Hackney und Islington haben untersagt, innerhalb von 3 Meilen vom Stadion zu parken, damit war auch die Alternative Auto gestorben [Quelle: Freund auf Facebook]). 

Der Kanonier hat es schon öfter erwähnt, aber dieses Transferfenster kann, wenn wir uns doch nicht für die Champions League qualifizieren, sehr entscheidend werden. Es könnte das letzte Mal sein, für über ein Jahr, dass wir Spieler mit der Aussicht auf die Teilnahme an der Königsklasse locken können. Ansonsten müssen wir wie Liverpool am Wühltisch nach Schnäppchen jagen. An dieser Stelle wurde auch schon oft analysiert, was für Spieler wir jetzt brauchen. Trotzdem noch einmal ein kurzer Überblick.
Minimum: Ein Stürmer und ein Mittelfeldspieler (Alternative für Arteta wäre nett oder eine Art weniger verletzungsanfälliger Diaby).
Maximum: Wie oben, plus Ersatz für Chamakh , Arshavin und Diaby, eventuell Djourou (wenn er geht), Konkurrenz für Gervinho und Walcott, sowie ein Torhüter der Szczesny herausfordern kann.

Beim Maximum bin ich nicht der Meinung, dass wir die alle unbedingt benötigen, um uns für die Champions League zu qualifizieren. Aber sowohl die Spieler, die ich genannt habe, als zu ersetzend, als auch Talente wie Coquelin, Eisfeld oder Gnabry werden nicht oder sehr wenig eingesetzt (außer Verletzungen zwingen uns dazu). Das bedeutet Wenger riskiert die Erschöpfung von Stammkräften, vor allem unseres Mittelfelds. Daraus kann man eigentlich nur schlussfolgern, dass er den anderen Spielern nicht vertraut. Daher sollte er Spieler holen, denen er vertraut. Denn Arteta und Cazorla, vor allen anderen, werden eine ganze Saison mit dieser Belastung kaum unbeschadet überstehen.

Alles in allem, kein sehr positiver Start ins neue Jahr. Die nächsten Gegner in der Liga sind Man Shity und Chelski, davor noch Swansea im FA Cup. Danach West Ham und Liverpool und eventuell eine weitere FA Cup Runde. Das ist ein dichtes und schwieriges Programm und mit Leistungen wie der gestrigen werden wir nicht allzu viele Punkte holen.

Trotzdem: Ein frohes und gesundes neues Jahr! Come on you Reds!
   

Sonntag, 11. November 2012

Wie unterhaltsam...

Dieser Blogpost entsteht auf meinem IPad, was bedeutet, dass ich mir mit Links und Formatierung schwer tue. Grund ist die mangelnde Kompatibilität von Google und Apple. Aber es zählen ja die inneren Werte.

In der vergangen Woche hatten die Gunners zwei Auftritte. Dienstag in der Champions League auswärts gegen Schalke und gestern daheim gegen Fulham. In beiden Spielen ging Arsenal mit 2:0 in Führung und in beiden stand es am Ende nur unentschieden. Während wir in Gelsenkirchen gegen den Spielverlauf in Führung gingen und ohne den Anschlusstreffer noch vor der Pause wahrscheinlich gewonnen hätten, auch wenn Schalke in der zweiten Halbzeit extrem stark war, trat Arsenal gestern gegen Fulham souveräner auf. Allerdings nur nach Vorne. In beiden Spielen war die Abwehr streckenweise erschreckend schwach. Vor allem die linke Abwehrseite ist eine Baustelle. Nachdem Santos seinen Auftritt gegen United nicht überlebt hat (im übertragen Sinn natürlich), spielte Vermealen auf dieser Position. Und es wurde nicht wirklich besser. Auch weil unsere Gegner konsequent über diese Seite attackierten. Wie auch immer in beiden Spielen hatten wir trotz allem die Chance, drei Punkte zu machen. Während Walcott auf Schalke im Strafraum gegen zahlreiche Verteidiger nicht sauber zum Abschluss kam, und dabei Giroud ignorierte der etwas freier stand, hatten wir gegen Fulham sogar einen Elfmeter in der 94. Minute, den Arteta vergab (nachdem er selbst eine solchen zum 3:2 verursacht hat).

So viel zu den Fakten (Deppenham ist übrigens gerade gegen City in Führung gegangen), nun zu den Schlussfolgerungen. Da wäre zunächst das Positivum, dass Giroud in die Gänge kommt und 3 Tore in 2 Spielen erziehlt hat. Eine ansteigende Formkurve sieht so in etwa aus. Ähnliches gilt für Walcott. Das 1:0 auf Schalke war ein Beispiel für seine Fähigkeiten als Stürmer, seien beiden Flanken zu den Giroud Toren gestern, der Beweis, dass er nicht nur mit verräterischen Niederländern harmoniert. In der Abwehr fehlt zunächst einmal ein Torhüter, der den Strafraum beherrscht.  BFA (neues Mitglied der Pub Familie) hat korrekterweise festgestellt, dass Manone für einem 3. Torhüter sehr gut ist, aber dadurch wird er kein Einser Goalie. Szczesny ist wieder fit und sollte gegen die Sp*rs wieder aktiv sein. Hoffentlich findet er bald seine Form von Mitte letzter Saison. Irgendwo in der Kabine muss sie ja herumliegen. Auch die Rückkehr von Gibbs brauchen wir wie einen Bissen Brot. Dann kann man dem Kapitän vielleicht auch einmal die Nachdenkpause gönnen, die er offenbar braucht. Koscielny spielte gestern eine sehr gute Partie und Mertesacker ist derzeit sowieso eine Bank.
Ansonsten richtet sich der Blick immer fester auf das Wintertransferfenster. Ob Arsène es öffnen wird? Die Nachricht, das Diaby bis Weihnachten ausfällt sollte dieses Kapitel (wieder einmal) endgültig schließen. Da muss also ein gleichartiger Ersatz her, bevor die Leberkäse Preise in den Keller fallen. Und für den Angriff gehört wegen der Konkurrenz auch noch einer her. Wir könnten Bendtner zurückholen (entschuldigung, schlechter Scherz).

Rund um das Emirates wird es jedenfalls stürmsch mit braunen Bröckerln (Shitstorm auf Englisch). Wie schon erwähnt werden allerlei Köpfe gefordert und je mehr unterhaltsame Spiele, wie die der letzten Woche, geboten werden, desto größer wird der Mob, der mit Fackeln und Mistgabeln und natürlich dem einen oder anderen schwarzen Schal, Blut fordert. Also make what, damit wir wieder hoffnungsreicher in die Zukunft blicken können. Nächste Woche im Derby darf nicht viel daneben gehen, sonst wird ein Schirm nicht mehr ausreichen um sich zu schützen (die Metapher wird langsam eklig).

Up the Arsenal!

Sonntag, 4. November 2012

Ein Schritt vor, ein Sprung zurück

Um noch einmal die Analogie des letzten Blogpost aufzugreifen. Der Stoff gestern war kompletter Mist. Offenbar handelte es sich um Backpulver, denn high wurde man davon nicht.

Zurück in die reale Welt. Das war ein sehr schlechtes Spiel gestern. Sehr sehr schlecht. Auch von Uniteds Seite, aber immer noch kein Vergleich zu dem Auftritt den sich die Gunners geleistet haben. Dabei hat der Kanonier alles versucht, um den Tag zu retten. Die selbe Adjustierung wie am Dienstag gegen Reading, also kein Arsenal Schal, kein Trikot, nur eine Haube mit Arsenal Logo. Den Göttern wurden vor dem Spiel drei irische Austern und ein Game Pie (Wildpastete, keine Spielpastete) geopfert. Offenbar sind die Fußballgötter keine Gourmets, den das gebotene hätte nach einem Kaugummi aus dem Automaten und einem ranzigen Butterbrot nicht schlechter ausfallen können.

Die Gunners starteten gleich so, wie es niemand wollte aber alle erwartet haben. Ballverlust mit Mittelfeld, Angriff von United über die rechte Seite, kaum Widerstand durch Santos der wieder einmal auf sich gestellt war, Flanke zur Mitte, Vermaelen trifft den Ball nicht richtig (Zeit hatte er genug), der Ball fällt dem niederländischen Söldner vor die Füße und drin ist er. Der Ball, nicht der Söldner. Und damit war das Spiel auch schon gelaufen. Arsenal ist das Team mit den wenigsten Gegentoren in der Premier League (8), davon sind aber 5 aus Fehlern wie dem von Vermaelen entstanden (Statistik von @Orbino). Nur Liverpool hat mehr Tore nach Fehlern erhalten. Obwohl United auch nicht wirklich gut spielte, kamen sie doch zu mehr Chancen, vergaben diese aber teilweise kläglich, unter anderem einen Elfmeter. Der große Unterschied war offenbar der Einsatz. United fing mehr Bälle ab und tackelte häufiger und erfolgreicher. Was in diesem Link auch herauskommt, leider nicht ganz überraschend, ist die Tatsache, dass der niederländische Söldner alleine bessere Zahlen hat als unsere ganze Sturmreihe zusammen. Dazu hat er mit Rooney einen Partner, der auch defensiv enorm arbeitet. Nach Zonal Marking einer der Hauptgründe für den Sieg, war Rooney's Manndeckung gegen Arteta. 
Dazu kam dann noch eine Fehleinschätzung von Wenger. Während Ferguson den vorbelasteten und bereits ein weiteres Mal verwarnten Cleverley vom Feld nahm, blieb Wilshere, mit den selben Voraussetzungen, auf dem Feld. Und kassierte prompt seine zweite Gelbe (verdient). Das war der endgültige Schlusspunkt unter Arsenals Arbeitstag. Manchester führte inzwischen 2:0 (Manone hat großartig gehalten, nachdem der Söldner alleine vor ihm aufgetaucht ist. Der darauf folgende Eckball war dann drinnen), Arsenal war nur mehr zu 10 und hatte schon mit 11 Spielern nicht den Eindruck gemacht, als ginge da noch was. Die eine oder andere Chance war da, aber vor allem Giroud war nicht in der Lage ein Tor zu machen. Wieder einmal. United hingegen kam immer wieder zu guten Chancen und so war der Anschlusstreffer durch Cazorla in der allerletzten Sekunde mehr als schmeichelhaft (sehr schönes Tor allerdings). Die Gunners hätten schon 0:4 hinten liegen können und wären noch gut bedient gewesen, so sieht das Ergebnis mit 1:2 zu gut aus. Und wir haben immer noch die beste Abwehr der Liga oder zumindest die mit den wenigsten Gegentoren. Aber das täuscht wohl über die Tatsache hinweg, dass wir wieder einmal auf die harte Tour erfahren mussten, dass uns der Titel nichts angeht. Obwohl es nach wie vor nur 9 Punkte Rückstand auf Platz 1 sind. Aber wie sollen wir mit solchen Leistungen näher an die Spitze heran kommen. Und wir sind gestern nicht von einer großartigen Mannschaft zerlegt worden. Auch Manchester spielte nur durchschnittlich.

Unsere Gegner um das wahre Saisonziel, den 3. oder 4. Platz, haben jedenfalls alle nicht gewonnen, Sp*rs sogar daheim gegen Wigan verloren. Somit hat uns die unterirdische Leistung von gestern nicht zu viel Terrain gekostet. Es könnten noch West Bromwich und Newcastle an uns vorbeiziehen, wenn nicht bleiben wir 6.
 
Interessant wird es im Jänner, wenn unsere Position in der Liga so bleibt. Der treue Leser weiß, dass der Kanonier kein Freund der großen Einkaufstour ist, aber die eine oder andere Adaption wird wohl notwendig werden. Fangen wir dem einfachsten an. Diaby ist wieder einmal länger verletzt, das trifft uns natürlich völlig unvorhergesehen. Jedenfalls brauchen wir hier einen Ersatz. Möglich, dass Wenger die jungen Wilden wie Frimpong und Gnabry oder Eisfeld oder die weniger Wilden wie Coquelin als gut genug ansieht, aber wenn Arsenal höher hinaus will, wird das wohl nicht reichen. Im Angriff brauchen wir einen weiteren Mittelstürmer. Ich bin weit davon entfernt, Giroud abzuschreiben, das wäre auch dämlich. Aber die Freude war am größten, als wir noch geglaubt haben, Giroud und Podolski kommen als Ergänzungen für, eh schon wissen wen. Als der Söldner uns verließ, war die Freude dann schon etwas gedämpft und jetzt wissen wir auch warum. Dann sollte man sich bei Arsenal vielleicht doch langsam Gedanken machen, ob wir nicht einen zweiten Torhüter engagieren, der Szczesny ordentlich unter Druck setzt und gleichzeitig ein Rückhalt sein kann, wenn der Pole (wieder einmal) ausfällt. Was die Defensive betrifft, bin ich etwas ratlos. Die derzeitige Form von Vermaelen und Koscielny nähert sich langsamen Schrittes dem Untragbaren. Ich glaube allerdings nicht, dass da etwas passiert. Auch Santos ist zur Zeit mehr Schwachpunkt als Stütze, aber auch hier werden wir wohl nicht tätig werden.
Eine Änderung kann dann aber doch noch notwendig werden. Wenn Walcott geht und davon geht der Kanonier nach wie vor aus, dann muss er ersetzt werden. Ein heißer Kandidat ist dieser junge Mann. Wilfried Zaha. Er fällt komplett in Wengers Beuteschema (jung, frankophon, hoch talentiert, Flügelspieler), nur scheint er nicht häufig verletzt gewesen zu sein. Aber auch hier sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Kurzfristig wäre das ein Rückschritt, auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass Walcott Wert ist was er verlangt.

Was auch immer passiert, die Abstände zischen Hochs und Tiefs werden immer kürzer, beziehungsweise die Tiefs tiefer. Die Reaktion der der Fans werden dementsprechend heftiger, auch die "Schwarzen Schals" marschieren wieder. Der Kanonier ist jedenfalls kein Fan von Oppositionsbewegungen innerhalb der Fans, aber letzten Endes muss man auch Verständnis haben, dass die Fans, die viel Geld zahlen um Arsenal zu sehen, schwer ertragen können, wenn der Weg offensichtlich nicht aufwärts führt, sondern bestenfalls seitwärts. Und im Moment sieht man auf der Seite einen Abgrund nahen. 

Auswärts gegen Schalke, dann daheim gegen Fulham und schließlich gegen Deppenham. Zeit sich zu rehabilitieren oder Arsenal kommt endlich in der Krise an, in der wir uns laut den Medien schon seit Jahren befinden.

In diesem Sinne eine erfolgreiche Arbeitswoche und hoffentlich auf bald, dann mit besseren Nachrichten.

Up the Arsenal!
           

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ein Wahnsinnstrip

Zum Glück ist der Kanonier eine faule Sau und wollte gestern keinen Blog schreiben. Denn was sich am Abend in einer kleinen Stadt im Themsetal abgespielt hat, war eines der irrsten Fußballspiele aller Zeiten.

Fußballfan sein hat einiges mit einer Drogensucht gemeinsam. Man wartet ständig auf das nächste Spiel der eigenen Mannschaft (ist gleich der nächste Schuss), dieses versetzt einem einen Kick, je nach Qualität des Stoffs ist der Trip mal besser und nachhaltiger und mal schlechter. Manchmal ist das Verlangen so groß, dass man es mit den Spielen anderer Teams probiert, was am Wochenende mit dem Merseyside Derby und dem Spiel Manchester gegen Chelsea extrem lohnend war, aber zu viele Spiele schlagen sich mangels Qualität negativ aufs Gemüt. Man will den richtigen Stoff, in unserem Fall The Arsenal. Und dann gibt es Tage, da bekommt man was man sucht in seiner reinsten Form und erlebt einen Wahnsinnstrip! (Da hört die Analogie dann auf, den goldenen Schuss kann man sich mit Fußball zum Glück nicht setzen).

Gestern war einer dieser Tage. Nach einem Besuch bei einer Freundin der Kanonierin, wo wir einen 12 Wochen alten Kater bestaunt haben (extrem süß!), war ich nach Sekt und Brötchen eigentlich reif für das Bett, noch dazu wo heute früh um 6:30 Tagwache war und eine zweistündige Autofahrt bevorstand. Trotzdem schleppte ich mich ins Pub, um mir den Capital One Cup Kracher Arsenal gegen Reading anzusehen. Die Erwartungen waren also niedrig (gute Voraussetzungen für einen Wahnsinnstrip). Arsenal lief mit einem verhältnismäßig starken Team auf. Die meisten hatten schon in der ersten Mannschaft gespielt, einige davon sogar schon öfter. Also keine große Sache und mit einem frisch gezapften Ale in der Hand stand ich in meinem Stamm Pub, das nur spärlich gefüllt war. Die restlichen Gooner waren in der Stadt verteilt und schauten in anderen Pubs. Dann nahm das Unglück seinen Lauf. Die Verteidigung stellte sich an, als hätte sie den Sinn des Spiels nicht ganz verstanden und Reading spielte munter drauf los, schoss aufs Tor und traf und traf und traf und verdammt noch einmal traf. 0:4. Und nicht einmal unverdient. Was soll's, wer braucht schon den Ligapokal. In der Zwischenzeit meldete sich Le Bohemien und SMSste, er ist auf dem Heimweg und schaut noch vorbei. Alleine lässt sich so ein Spiel auch schwer ertragen. Kurz darauf hatte Arshavin einen seiner raren lichten Momente, spielte einen Zuckerpass auf Walcott, der auf und davon, Chip über den Goalie und 1:4. Na immerhin. Bemerkungen über ein Comeback (Haha!)  machten die Runde, dann folgte der Pausenpfiff. 
Le Bohemien kam an und wir scherzten, dass eine Wette auf Arsenal gute Quoten bringen müsste. Im Zeitalter der mobilen Kommunikation kein Problem, Handy raus, wir setzten € 10,-- auf ein Unentschieden nach 90 Minuten bei einer Quote von 28:1. Anpfiff zur zweiten Halbzeit.

Arsenal wirkte stark verbessert, Reading war aber auch deutlich passiver. Die Hoffnung steigt. Tore fallen aber keine, die These lautete, wenn wir vor der 60igsten treffen, dann könnte das noch was werden. Die Hoffnung sinkt. 64. Minute, der eingewechselte Giroud trifft zum 2:4. Klasse Tor, die These wird adaptiert nach dem Motto: "Wir wollen das noch einmal gelten lassen". Leichter Anstieg der Hoffnung. Die Zeit verrinnt. Die Hoffnung beginnt wieder zu sinken, zunächst langsam, dann schneller. Wer braucht schon den depperten Liga Pokal. 89. Minute Koscielny trifft, nach einem Eigentor in der ersten Halbzeit, diesmal ins richtige Tor. Aber eigentlich ist das Spiel schon aus und überhaupt, aber verdammt, die Hoffnung klammert sich in den Eingeweiden fest. Die Nachspielzeit beginnt und wir vergeben eine Riesen Chance. Das war’s jetzt aber wirklich. Kann die Hoffnung sich jetzt bitte schleichen. Das Ende der Nachspielzeit läuft ab. Na gut, das war’s jetzt aber endgültig. Aber der Schiedsrichter pfeift nicht ab. Arsenal näher sich mit Einwürfen dem Strafraum und dann, plötzlich ist der Ball im Strafraum, Walcott zieht ab, der Ball scheint über der Linie, nein doch nicht, Jenkinson schießt, jetzt ist der Ball über der Linie, Arsenal Spieler jubeln, die Regie schneidet auf den Linienrichter. Doch kein Tor? Die Arsenal Spieler wirken kurz beunruhigt. Das darf doch nicht wahr sein. Aber das Tor zählt. Ich erlaube mir jetzt auch zu jubeln. Offenbar wurde nur diskutiert wer der Torschütze war (heute wurde Walcott das Tor zugeschrieben, der ist damit unser Toptorschütze in allen Bewerben). Es setzt der Kick ein. Das unbeschreibliche Gefühl eines Tores in allerletzter Sekunde, ein Wahnsinnstrip. Und reich sind wir auch noch. Abpfiff, Verlängerung.

Ja im Carling Cup gibt es eine Verlängerung, Giroud und Coquelin wussten das nicht und mussten ihre Trikots wieder von den Auswärtsfans zurückfordern. Anpfiff. Die Hoffnung sitzt fest im Sattel, der Termin für die Tagwache auch, aber ohne Bier geht es nicht. Zumindest noch ein kleines (eine weiteres großes Ale habe ich unterschlagen). Die Verlängerung dümpelt dahin, bis Chamakh seine Verkleidung abwirft und der Torjäger zum Vorschein kommt, den wir von Bordeaux gekauft haben. Ein strammer Schuss, Arsenal führt, die Hoffnung übergibt an die Gewissheit. Zweite Hälfte der Verlängerung, Reading gleicht in der 115. Minute aus. Die Gewissheit entschwindet und die Hoffnung möchte wieder auf ihren Platz wird aber von der Enttäuschung, die in der Ecke gelauert hat, festgehalten. Geh bitte, bloß kein Elfmeterschießen. Die Nerven sind schon aufgebraucht. Wieder beginnt eine Nachspielzeit, der Ball kommt in den Strafraum, prallt an irgendwem ab, kommt vor Walcott zu liegen, der schießt und trifft. Wahnsinn! Hoffnung und Gewissheit teilen sich jetzt einen Sitzplatz, Arsenal versucht hinten noch ein bisschen zu schwimmen, dann aber ein Konter, Chamakh alleine auf's Tor zu, ein Heber und jetzt ist alles aus. 7:5. Kopuliere mit meinem großen hohen Hut, wie ein englischer Freund auf Facebook bemerken zu müssen meinte (was auch immer das heißen soll).

Le Bohemien und ich warten noch auf die Highlights und das Interview mit Wenger. Nur noch 7 Stunden bis zur Tagwache (der Kanonier braucht viel Schlaf) und der Cocktail aus Alkohol (Sekt und Bier) und Adrenalin (da wurden die Vorräte für ein ganzes Monat verschüttet) wird ein schnelles Einschlafen zu verhindern wissen. Auf dem gemeinsamen Heimweg, kehren wir dann noch in eines der urigsten Cafés der Stadt ein und genehmigen uns eine Marille. Also die gebrannte Version, versteht sich. Hinter der Budel (Theke, für die germanischen Leser) bereitet das Original von einem Wirten Toasts zu. Kratzt das Schwarze herunter und schlichtet sie in ein Jausensackerl (Brotzeittüte aus Plastik). Warum? Keine Ahnung, die Nachfrage konnte meine Begleiter leider nicht mit dem gebotenen Ernst stellen. Dann ging es heim.

Good to be a Gooner!

PS: Heute früh war es ganz OK, eine Autobahnausfahrt verpasst, sonst keine Vorkommnisse.