Posts mit dem Label Chamakh werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Chamakh werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 7. Januar 2013

Das gebe ich Dir schriftlich!*

*Zitat von Fred Perry, das gestern gefühlte 45 mal, also im Schnitt alle zwei Minuten während des Spiels, an mich gerichtet wurde, jeweils als Abrundung einer messerscharfen Analyse des Zustandes unseres Teams. Wobei unsere Gunners demnach ohne weiteres an der Christopher Street Day Parade teilnehmen können. 
(Der zitierte legt Wert auf die Feststellung, dass er nur das Beste für Arsenal will! Anm. d. Red.).

Zugegebenermaßen war das Spiel gestern eine eher zähe Angelegenheit, wobei sich der Kanonier zum einen auf besagtes Spiel, als auch auf die Verteidigung unserer Spieler gegen Angriffe eines wohlmeinenden Fans verteidigen musste (Name der Redaktion bekannt), was alles nur noch anstrengender machte. Da hilft auch kein bleiches indisches Ale. Immerhin wurde Arsenal nicht vorgeführt, wie beim Heimspiel in der Liga, aber so rasend viel Produktives gab es von unserer Seite auch nicht, zumindest in der ersten Halbzeit. In der zweiten war es dann besser, was unmittelbar zum 1:0 für Swansea führte. Unsere Innenverteidigung hat sich dabei ordentlich angeschüttet und Szczesny ging zu Boden wie ein Bahnschranken. Aber Arsenal liebt das Comeback und so kamen wir zurück. Der eingewechselte Podolski sorgte für Schwung und erzielte das 1:1. Danach besorgte Gibbs mit einem Prachtvolley das 2:1 (einer unserer Außenverteidiger, der offensiv vollkommen unbrauchbar ist, wenn es nach Fred P. geht). Aber damit die Arsenal Fans nicht auf die Idee kommen, dass 2013 anders wird, kassierten wir tatsächlich noch den Ausgleich. Raumdeckung heißt halt nur so, den Zweikampf suchen muss man trotzdem.

Ein Replay also. Großartig, wir haben ja noch so viele Termine frei im Jänner. Wie wäre mit dem Dienstag dem 21.1. um 11:30? Diese Woche ist die letzte bis 2.2., wo Arsenal nicht alle 3 Tage ran muss. Vorausgesetzt wir gewinnen das Replay, sonst haben wir doch noch eine kleine Pause. Das alles mit einem Kader, der jetzt schon sichtbar am Zahnfleisch geht. Die Tatsache, dass wir aber jetzt doch Spieler verliehen haben, wie Chamakh und Djourou, bzw. das Fehlen von Gervinho und der mögliche Loan für Miquel, sind für mich starke Indizien, dass wir Spieler holen wollen. Arsène spielt zwar wieder dass "Wenn wir was finden was passt" Spiel (Großartig dazu, der Schluss des letzten Arsecast!), aber ich glaube hoffe, dass er nur blufft. Faktum (und ich benutze diese Wort nicht leichtfertig) ist, dass wir mit dieser Besetzung (und ich spreche von der Zahl, nicht unbedingt der Qualität) nicht weit hupfen werden. Im gestrigen Spiel gab es einen Moment, wo Giroud verletzt im Strafraum lag. Wer hätten ihn den ersetzten sollen? Stürmer saß keiner mehr draußen.

Also hoffen wir das Beste, wollen tun wir das sowieso alle. Lassen wir die schwarzen Schals im Schrank (Dreamer fragte übrigens, ob man die im offiziellen Fan Shop bestellen kann...*kicher*) und genießen wir die letzte ruhige Woche bevor die Gunners sich Manchester City, Swansea im FA Cup, Chelsea, West Ham, eventuell Brighton im FA Cup (dazu gäbe es einen coolen Song von Queen) und Liverpool stellen. Nach diesem Stahlgewitter stehen wir entweder am Rande des Abgrunds oder wir sind einen Schritt weiter…!KALAUER ALARM!

Come on you Reds!

Mittwoch, 2. Januar 2013

Kein Feuerwerk zum Jahresauftakt

Ein gutes Jahr beginnt mit einem Arsenal Spiel! Allerdings nicht mit so einem. Unser Besuch in Southampton war zwar kein Desaster, aber ernüchternd. Was am 1. Jänner, nach einer durchzechten Silvesternacht, vielleicht gar nicht so schlecht ist. Aber die Gunners hatten offenbar alle selbst lebhafte Silvesterfeiern hinter sich, oder konnten wegen der Feuerwerke nicht schlafen. Jedenfalls war nach 10 Minuten die Luft draußen und von da an war es ein sehr mühsames, mit Fehlern durchsetztes Spiel. Ganz besonders schwer tat sich Sagna, der eine Reihe von Fehlern beging, eher untypisch für einen der Besten auf dieser Position. Einer dieser Fehler führte zum 1:0 für Southampton. Sagna war nicht der einzige der in diesem Fall dazu beitrug, dass die Abwehr von Arsenal eine lupenreine Slapsticknummer hinlegte. Wieder einmal. Der Ausgleich war dann ein bisschen glücklich, ein Eigentor, bei dem allerdings Koscielny frei vor dem Tor war und den Ball problemlos einschießen hätte können, hätte das nicht vorher der Verteidiger für ihn getan. Das Assist durch einen Freistoß kam übrigens von Walcott.

Womit wir wieder beim Thema GBP 100.000,-- pro Woche wären. Gestern tauchte unser Goldjunge zwar nicht ab, aber so eine richtige Verbindung zum Mittelfeld bestand halt auch nicht. Je tiefer die gegnerische Abwehrreihe steht, desto schwerer tut sich Theo, da er lieber den Ball hinter die Abwehr gelegt bekommt. Ein Topverdiener sollte etwas mehr Variabilität in seinem Spiel aufweisen können.

Ein weiteres Thema waren die Einwechslungen. Giroud war klar, einige hätten sich den Franzosen schon früher gewünscht. Aber dann kamen Gervinho und Ramsey. Wobei ich mit den beiden Spielern kein Problem habe, vor allem nicht mit Ramsey. Aber Retter sehen anders aus. Und Gervinho hat wieder ein paar Tricks gezeigt, die manchen Arsenal Fan hoffen lassen, dass er nach dem Afrika Cup gleich unten bleibt. Der Kader ist halt wirklich recht dünn. Gunnerblog hat dazu heute einen sehr aufschlussreichen Post geschrieben. Henry wird offenbar nicht kommen, also können wir uns Verstärkungen widmen, die langfristig etwas bringen.

Während Arsenal, schon zum zweiten Mal in dieser Saison, nur einen Schuss aufs gegnerische Tor abgegeben hat, hat Southampton ein Tor nicht gegeben bekommen, wegen eines minimalen Foulvergehens an Koscielny. So gesehen war selbst der Punkt glücklich, wir haben 2 Punkte auf Sp*rs verloren und damit die Chance verspielt auf dem 4. Platz zu bleiben (Nach Verlustpunkten! Gegen West Ham müssen wir noch ran. Kleine Ergänzung übrigens zur Absage dieses Spiels: Nicht der Streik alleine war das Problem, die Gemeinderäte von Hackney und Islington haben untersagt, innerhalb von 3 Meilen vom Stadion zu parken, damit war auch die Alternative Auto gestorben [Quelle: Freund auf Facebook]). 

Der Kanonier hat es schon öfter erwähnt, aber dieses Transferfenster kann, wenn wir uns doch nicht für die Champions League qualifizieren, sehr entscheidend werden. Es könnte das letzte Mal sein, für über ein Jahr, dass wir Spieler mit der Aussicht auf die Teilnahme an der Königsklasse locken können. Ansonsten müssen wir wie Liverpool am Wühltisch nach Schnäppchen jagen. An dieser Stelle wurde auch schon oft analysiert, was für Spieler wir jetzt brauchen. Trotzdem noch einmal ein kurzer Überblick.
Minimum: Ein Stürmer und ein Mittelfeldspieler (Alternative für Arteta wäre nett oder eine Art weniger verletzungsanfälliger Diaby).
Maximum: Wie oben, plus Ersatz für Chamakh , Arshavin und Diaby, eventuell Djourou (wenn er geht), Konkurrenz für Gervinho und Walcott, sowie ein Torhüter der Szczesny herausfordern kann.

Beim Maximum bin ich nicht der Meinung, dass wir die alle unbedingt benötigen, um uns für die Champions League zu qualifizieren. Aber sowohl die Spieler, die ich genannt habe, als zu ersetzend, als auch Talente wie Coquelin, Eisfeld oder Gnabry werden nicht oder sehr wenig eingesetzt (außer Verletzungen zwingen uns dazu). Das bedeutet Wenger riskiert die Erschöpfung von Stammkräften, vor allem unseres Mittelfelds. Daraus kann man eigentlich nur schlussfolgern, dass er den anderen Spielern nicht vertraut. Daher sollte er Spieler holen, denen er vertraut. Denn Arteta und Cazorla, vor allen anderen, werden eine ganze Saison mit dieser Belastung kaum unbeschadet überstehen.

Alles in allem, kein sehr positiver Start ins neue Jahr. Die nächsten Gegner in der Liga sind Man Shity und Chelski, davor noch Swansea im FA Cup. Danach West Ham und Liverpool und eventuell eine weitere FA Cup Runde. Das ist ein dichtes und schwieriges Programm und mit Leistungen wie der gestrigen werden wir nicht allzu viele Punkte holen.

Trotzdem: Ein frohes und gesundes neues Jahr! Come on you Reds!
   

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Ungefiltert

Es heißt ja, man soll eine Nacht schlafen bevor man einen Text aus einer Emotion heraus verfasst. Aber da ich weder meinem Arbeitgeber (der ich selbst bin) schreibe, dass ich kündige, noch meiner Frau, dass ich die Scheidung einreiche, kann ich es, glaube ich, riskieren. Dementsprechend werden sich auch mehr Fehler als sonst im Text finden, den um 23:43 habe ich weder die Zeit noch die Lust mein Werk zigmal Korrektur zu lesen. Also lasset das Auskotzen beginnen.

Arsenal ist gegen einen Viertligisten aus dem Liga Pokal ausgeschieden. Und bei aller Liebe und bei allem "Well done Bradford", dass war kein Gegner. Aber so sehr ich Spieler wie Gervinho und auch Chamakh verteidigt habe, Spiele wie dieses zeigen, dass ein Klub nicht von solchen "Künstlern" abhängig sein darf. Und die beiden waren bei Gott nicht die einzigen, die mich und andere Arsenal Fans heute Lebensjahre gekostet haben. Podolski war wenig zu sehen bis zu seiner Auswechslung, Chamberlain war bemüht aber seine Flanken waren ein ums andere Mal ein Grund laut zu schreien. Oder zu weinen zu beginnen, wenn man mehr der Typ dafür ist. Überhaupt sind die Flanken, die die Arsenal Spieler so schlagen meisten erbärmlich. Und wenn sie es einmal nicht sind, dann fragt man sich, wieso es nur so wenige der Gunners in den Strafraum schaffen.

Auch wenn wir die Verlängerung klar dominiert haben, so bleibt als Fazit doch nur, entweder kommen wir gar nicht zu Chancen oder wir vergeben sie kläglich. Die erste Halbzeit verging ohne Schuss auf das Tor durch die Herrn in Rot und Weiß. In der zweiten mussten wir bis zur 70igsten Minute, oder so, warten.

Und das Schlimmste? Für den Kanonier ist es die Tatsache, dass wieder die ganze Sch***e von vorne beginnt. Ich habe das Bild von Sysiphos schon einmal verwendet. Im Moment erinnert Arsenal mich an einen alten Mann, der versucht Treppen hinaufzugehen und regelmäßig, nach ein paar erfolgreich überwundenen Stufen, haut es in wieder auf die Goschn (Fresse in Pangermanisch) und er muss wieder von unten anfangen. Einfachere Gegner als Bradford werden kaum mehr kommen und auf unsere 1. Elf haben heute nur wenige gefehlt. Ich weiß wirklich nicht mehr, woher die Wende kommen soll! Uns droht ein ähnliches Schicksal wie Liverpool, gefangen im Fegefeuer der Mittelmäßigkeit, mal mit besseren Tagen, mal mit schlechteren, wobei die schlechteren überwiegen. Noch immer bin ich nicht soweit, dass ich die Entlassung des Trainers fordere, aber ein Plan, wie Arsenal FC sich die nächsten drei bis fünf Jahre vorstellt muss gemacht werden. Denn eines ist glasklar, das ist keine Aufwärtskurve. Der Weg führt nach unten und viel Zeit bleibt uns nicht mehr, das Ruder herumzureißen. Wie auch immer die Verstärkungen heißen mögen, es muss dafür gesorgt werden, dass ein Gervinho um sein Leiberl so kämpfen muss, sodass ein Auftritt wie dieser ihn in die Reserve schickt. Für längere Zeit. Chamakh wird im Winter ohnehin gehen. Dem Rest kann man nur Wünschen, dass sie ihr Selbstbewusstsein wiederfinden. Sollten wir uns nicht für die Champions League qualifizieren, dann wird der Pool an Spielern, die zu Arsenal kommen wollen erheblich kleiner, vor allem wenn es um solche geht, die man als echte Leistungsträger bezeichnen könnte.

In diesem Sinn eine gute Nacht. COME ON YOU REDS OR DO YOU HEAR BAD?
   

Sonntag, 2. Dezember 2012

Endlich angekommen!

Hilfe!(C) Arseblog

Und zwar in der Krise, in die uns Journalisten seit Jahren schreiben und die weisen Männer unter den Fans uns seit Monaten prophezeien. So sehr der Kanonier an dieser Stelle oder in den sozialen Medien versucht hat, dazu einen Kontrapunkt zu setzten, so schwierig ist das nach einem Spiel wie dem gestrigen. Dieser Schwan hat uns einen großen Haufen auf dem Rasen des Emirates Stadium hinterlassen. Und natürlich geht es nicht um eine Heimniederlage, es geht um die Art und Weise ihres Zustandekommen und den Kontext der vergangenen Wochen. 

Freitag Abend habe ich mir überlegt, ob wir uns vielleicht in einer langsamen Aufwärtsbewegung befinden, mit dem Spiel gegen Villa als Ausreißer und dem Spiel gegen Everton als kleinen Schritt nach vorne. Das Programm der nächsten Wochen hätte einen langen Lauf an Siegen erwarten lassen können und wir hätten mit erhobenem Haupt im Jänner den Kader für den Hauptangriff im Frühjahr präparieren können. Aber gestern um ca. 17:50 MEZ wahr klar, der Trend geht nach unten, Villa war die Norm und Everton der Ausreißer.

Worauf es in vielen Blogs heute hinausläuft (arseblog, gunnerblog, arse2mouse) ist die Frage nach der Position unseres Trainers. Um dem Kanonendonner gerecht zu werden, möchte ich ein Bild des Krieges zeichnen. Unser Feldherr stand bisher auf seinem Feldherrenhügel und zeigte sich unbeeindruckt von den Granaten die in der Umgebung einschlugen, gestern aber ist ein Geschoss so nahe neben im explodiert, dass er ins Wanken kam und nun mit einem Läuten in den Ohren und mit Erde und Pulverdampf auf der Uniform nicht mehr so sicher steht. Der Kanonier (der nicht der Schütze war!) ist nach wie vor der festen Überzeugung, dass die Abramovich Befreiung der falsche Zug wäre. Nur schlecht geführte Klubs entlassen den Trainer unter der Saison, denn die Nachfolge muss langfristig geplant werden und die Kandidaten müssen Konzepte vorlegen, wie sie sich die nächsten 3, 5 und 10 Jahre vorstellen (Gut, Brendan Rogers hat so etwas vorgelegt und der Erfolg ist auch überschaubar aber trotzdem). Aber auch die Stimmen der Vernunft (dazu zähle ich arseblog und gunnerblog) stellen nun ähnliche Fragen, wie die Hysteriker unter den Fans. Hat Wenger die Situation im Griff?
Denn was die letzten Wochen gezeigt haben und was im gestrigen Spiel kulminierte, ist, dass die Mannschaft offenbar nicht weiß was sie auf dem Feld tun soll. Die Spieler scheinen sich untereinander schlechter zu verstehen als am Beginn der Saison (im spielerischen Sinn, nicht als Gruppe). Gegen Everton gab es mindestens drei Situationen wo zwei Arsenal Spieler förmlich kollidiert sind, weil nicht klar war, wer den Ball spielen soll. Die ballführenden Spieler suchen verzweifelt nach Abspielstationen, was durch entsprechende Gesten nach Ballverlusten noch unterstrichen wird. Es werden keine Pässe gespielt, sondern der Ball wird, im wahrsten Sinne des Wortes, abgegeben, was dazu führt, dass die Ballannahme schwieriger gemacht wird und dadurch passieren auch mehr Fehler bei dessen Annahme. Das steigert die Unsicherheit mancher Spieler weiter und der Teufelskreis schließt sich, wenn diese den Ball dann auch nur schnell wieder los werden wollen. Auf den Zuseher macht das ganze natürlich den Eindruck, als hätten die Herren in Rot und Weiß andere Berufe erlernt, als den des Fußballers. Wir haben außerdem zu wenig Schüsse aufs Tor und wenn doch welche abgegeben werden, sind diese meist harmlos, wie einige von Cazorla gestern. Hinten stehen wir zwar besser als in der Vergangenheit, aber es passieren sogar mehr individuelle Fehler und aus denen fallen fast jedes Mal Tore (hier eine Aufstellung von 7am Kick off). Ich glaube, dass der Kern des Problems dabei nicht die Qualität der Spieler ist (etliche Nationalspieler sind dabei und die meisten haben schon oft gezeigt, dass sie es besser können) sondern, dass wir, wieder einmal, auf der psychologischen Seite Probleme haben. Das Team hat eine ausgewachsene Depression, die durch die Tatsache gefördert wird, dass Schlüsselspieler keine Pause bekommen, weil der Manager anderen Kaderspielern zu wenig vertraut. Beides, die Betreuung des Teams, eben auch auf der psychologische Seite und die Zusammenstellung des Kaders, sind ureigene Aufgaben des Managers. Und damit liegt der Ball bei ebendiesem.

Wenn eine Entlassung nicht die Lösung ist, was ist es dann? Nun im Jänner, glaube ich, muss der Umbau des Kaders nach dem Scheitern des Projektes Fabregas einen massiven Schritt weitergebracht werden. Ich stehe dazu, dass jeder einzelne Verkauf der letzten Jahre, isoliert betrachtet, Sinn macht. Aber unter dem Strich bleibt das Faktum unumstößlich stehen, dass man durch den Verkauf der besten Spieler nicht besser wird. Wie schon öfter hier geschrieben, es gehört ein weiterer Stürmer und ein Mittelfeldspieler her. Das ist das Mindestprogramm. Und dann gehören all jene Spieler ausgetauscht, die offenbar von Wenger nicht als Alternativen gesehen werden. Chamakh und Arshavin allen voran. Auch muss sich der Manager überlegen, wie es mit den Nachwuchshoffnungen weitergeht. Warum ersetzt ein Coquelin nicht das eine oder andere Mal einen Arteta? Oder ein Eisfeld einen Cazorla? Coquelin ist meines Erachtens dazu in der Lage. Und auch wenn Eisfeld, oder vielleicht auch Gnabry, natürlich einen Cazorla nicht vollwertig ersetzten können, in Spielen gegen Teams wie Aston Villa muss das in einer funktionierenden Mannschaft möglich sein. Wenn nicht, dann funktioniert entweder die Mannschaft nicht (was derzeit sicher der Fall ist) oder die Spieler können das nicht. Dann stellt sich die Frage, was tun sie in unserem Kader. Zusätzlich ist jede weitere Verstärkung willkommen, beispielsweise ein Torhüter der als echte Konkurrenz für Szczesny (unser bester Mann gestern) anzusehen ist. Sollten wir uns für die nächste Champions League nicht qualifizieren, dann wird der Einkauf im Sommer nur noch schwieriger. Top Spieler wollen in die Champions League, man braucht ja nur ansehen, was Liverpool so alles bekommen hat in den letzten Jahren.

Am Dienstag gegen Olympiakos werden wir wahrscheinlich einige neue Gesichter sehen. Ich fürchte aber, dass da wieder zu viel getauscht wird und die Gunners einen Auftritt wie das letzte Mal hinlegen werden. Aber ein bisschen Benzin ins Feuer kann ja nicht schaden. Dann geht es gegen West Bromwich Albion. Gegen die haben wir uns am letzten Spieltag der Vorsaison schon extrem schwer getan und da waren die Formkurven weiter auseinander, zu unseren Gunsten. Also eigentlich auch ein Brocken, noch dazu einer, der derzeit in den Top Vier der Tabelle steht. Reading und Wigan sollten dann leichter werden, mit dem Capital One Cup gegen Bradford dazwischen. Im Moment ist aber jeder Gegner eine Herausforderung. Jedenfalls ist der Spielplan bis zum 13. Jänner so gestaltet, vor allem für ein Team in der Krise, dass es in einer Liga wie der Premier League kaum günstiger kommen kann. Wenn wir diese Chance nicht nützen, dann sehe ich wirklich schwarz (ohne eine solchen Schal umzulegen).

Jedenfalls, der Eigentümer wird bleiben, der Vorstand mehr oder weniger unverändert auch, genauso wie der CEO, egal wie diese Saison endet. Für Arsène Wenger gilt das seit gestern nicht mehr so uneingeschränkt. Ich drücke jedenfalls alle Daumen, dass er auch da wieder herauskommt, denn ob etwas besseres nachkommt, steht in den Sternen. Und nur weil es nicht schlechter werden kann, sollte man nicht einen erfahrenen Trainer opfern. Außerdem, schlimmer geht immer. Gemessen an den Zuständen bei Chelski, den Scousers und Man United (Stichwort Glazers) bleibe ich dabei, Arsenal ist auf einem guten Weg. Mittelfristig halt. Kurzfristig schaut es zugegebenermaßen übel aus. Aber jetzt heißt es, sich die Schwanensch***e abwischen, in der wir gestern mit dem Gesicht nach vorne gefallen sind und den Blick wieder nach vorne richten. Der nächste Vogel kommt bestimmt (zumindest in der Liga).

We love the Arsenal we do!

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ein Wahnsinnstrip

Zum Glück ist der Kanonier eine faule Sau und wollte gestern keinen Blog schreiben. Denn was sich am Abend in einer kleinen Stadt im Themsetal abgespielt hat, war eines der irrsten Fußballspiele aller Zeiten.

Fußballfan sein hat einiges mit einer Drogensucht gemeinsam. Man wartet ständig auf das nächste Spiel der eigenen Mannschaft (ist gleich der nächste Schuss), dieses versetzt einem einen Kick, je nach Qualität des Stoffs ist der Trip mal besser und nachhaltiger und mal schlechter. Manchmal ist das Verlangen so groß, dass man es mit den Spielen anderer Teams probiert, was am Wochenende mit dem Merseyside Derby und dem Spiel Manchester gegen Chelsea extrem lohnend war, aber zu viele Spiele schlagen sich mangels Qualität negativ aufs Gemüt. Man will den richtigen Stoff, in unserem Fall The Arsenal. Und dann gibt es Tage, da bekommt man was man sucht in seiner reinsten Form und erlebt einen Wahnsinnstrip! (Da hört die Analogie dann auf, den goldenen Schuss kann man sich mit Fußball zum Glück nicht setzen).

Gestern war einer dieser Tage. Nach einem Besuch bei einer Freundin der Kanonierin, wo wir einen 12 Wochen alten Kater bestaunt haben (extrem süß!), war ich nach Sekt und Brötchen eigentlich reif für das Bett, noch dazu wo heute früh um 6:30 Tagwache war und eine zweistündige Autofahrt bevorstand. Trotzdem schleppte ich mich ins Pub, um mir den Capital One Cup Kracher Arsenal gegen Reading anzusehen. Die Erwartungen waren also niedrig (gute Voraussetzungen für einen Wahnsinnstrip). Arsenal lief mit einem verhältnismäßig starken Team auf. Die meisten hatten schon in der ersten Mannschaft gespielt, einige davon sogar schon öfter. Also keine große Sache und mit einem frisch gezapften Ale in der Hand stand ich in meinem Stamm Pub, das nur spärlich gefüllt war. Die restlichen Gooner waren in der Stadt verteilt und schauten in anderen Pubs. Dann nahm das Unglück seinen Lauf. Die Verteidigung stellte sich an, als hätte sie den Sinn des Spiels nicht ganz verstanden und Reading spielte munter drauf los, schoss aufs Tor und traf und traf und traf und verdammt noch einmal traf. 0:4. Und nicht einmal unverdient. Was soll's, wer braucht schon den Ligapokal. In der Zwischenzeit meldete sich Le Bohemien und SMSste, er ist auf dem Heimweg und schaut noch vorbei. Alleine lässt sich so ein Spiel auch schwer ertragen. Kurz darauf hatte Arshavin einen seiner raren lichten Momente, spielte einen Zuckerpass auf Walcott, der auf und davon, Chip über den Goalie und 1:4. Na immerhin. Bemerkungen über ein Comeback (Haha!)  machten die Runde, dann folgte der Pausenpfiff. 
Le Bohemien kam an und wir scherzten, dass eine Wette auf Arsenal gute Quoten bringen müsste. Im Zeitalter der mobilen Kommunikation kein Problem, Handy raus, wir setzten € 10,-- auf ein Unentschieden nach 90 Minuten bei einer Quote von 28:1. Anpfiff zur zweiten Halbzeit.

Arsenal wirkte stark verbessert, Reading war aber auch deutlich passiver. Die Hoffnung steigt. Tore fallen aber keine, die These lautete, wenn wir vor der 60igsten treffen, dann könnte das noch was werden. Die Hoffnung sinkt. 64. Minute, der eingewechselte Giroud trifft zum 2:4. Klasse Tor, die These wird adaptiert nach dem Motto: "Wir wollen das noch einmal gelten lassen". Leichter Anstieg der Hoffnung. Die Zeit verrinnt. Die Hoffnung beginnt wieder zu sinken, zunächst langsam, dann schneller. Wer braucht schon den depperten Liga Pokal. 89. Minute Koscielny trifft, nach einem Eigentor in der ersten Halbzeit, diesmal ins richtige Tor. Aber eigentlich ist das Spiel schon aus und überhaupt, aber verdammt, die Hoffnung klammert sich in den Eingeweiden fest. Die Nachspielzeit beginnt und wir vergeben eine Riesen Chance. Das war’s jetzt aber wirklich. Kann die Hoffnung sich jetzt bitte schleichen. Das Ende der Nachspielzeit läuft ab. Na gut, das war’s jetzt aber endgültig. Aber der Schiedsrichter pfeift nicht ab. Arsenal näher sich mit Einwürfen dem Strafraum und dann, plötzlich ist der Ball im Strafraum, Walcott zieht ab, der Ball scheint über der Linie, nein doch nicht, Jenkinson schießt, jetzt ist der Ball über der Linie, Arsenal Spieler jubeln, die Regie schneidet auf den Linienrichter. Doch kein Tor? Die Arsenal Spieler wirken kurz beunruhigt. Das darf doch nicht wahr sein. Aber das Tor zählt. Ich erlaube mir jetzt auch zu jubeln. Offenbar wurde nur diskutiert wer der Torschütze war (heute wurde Walcott das Tor zugeschrieben, der ist damit unser Toptorschütze in allen Bewerben). Es setzt der Kick ein. Das unbeschreibliche Gefühl eines Tores in allerletzter Sekunde, ein Wahnsinnstrip. Und reich sind wir auch noch. Abpfiff, Verlängerung.

Ja im Carling Cup gibt es eine Verlängerung, Giroud und Coquelin wussten das nicht und mussten ihre Trikots wieder von den Auswärtsfans zurückfordern. Anpfiff. Die Hoffnung sitzt fest im Sattel, der Termin für die Tagwache auch, aber ohne Bier geht es nicht. Zumindest noch ein kleines (eine weiteres großes Ale habe ich unterschlagen). Die Verlängerung dümpelt dahin, bis Chamakh seine Verkleidung abwirft und der Torjäger zum Vorschein kommt, den wir von Bordeaux gekauft haben. Ein strammer Schuss, Arsenal führt, die Hoffnung übergibt an die Gewissheit. Zweite Hälfte der Verlängerung, Reading gleicht in der 115. Minute aus. Die Gewissheit entschwindet und die Hoffnung möchte wieder auf ihren Platz wird aber von der Enttäuschung, die in der Ecke gelauert hat, festgehalten. Geh bitte, bloß kein Elfmeterschießen. Die Nerven sind schon aufgebraucht. Wieder beginnt eine Nachspielzeit, der Ball kommt in den Strafraum, prallt an irgendwem ab, kommt vor Walcott zu liegen, der schießt und trifft. Wahnsinn! Hoffnung und Gewissheit teilen sich jetzt einen Sitzplatz, Arsenal versucht hinten noch ein bisschen zu schwimmen, dann aber ein Konter, Chamakh alleine auf's Tor zu, ein Heber und jetzt ist alles aus. 7:5. Kopuliere mit meinem großen hohen Hut, wie ein englischer Freund auf Facebook bemerken zu müssen meinte (was auch immer das heißen soll).

Le Bohemien und ich warten noch auf die Highlights und das Interview mit Wenger. Nur noch 7 Stunden bis zur Tagwache (der Kanonier braucht viel Schlaf) und der Cocktail aus Alkohol (Sekt und Bier) und Adrenalin (da wurden die Vorräte für ein ganzes Monat verschüttet) wird ein schnelles Einschlafen zu verhindern wissen. Auf dem gemeinsamen Heimweg, kehren wir dann noch in eines der urigsten Cafés der Stadt ein und genehmigen uns eine Marille. Also die gebrannte Version, versteht sich. Hinter der Budel (Theke, für die germanischen Leser) bereitet das Original von einem Wirten Toasts zu. Kratzt das Schwarze herunter und schlichtet sie in ein Jausensackerl (Brotzeittüte aus Plastik). Warum? Keine Ahnung, die Nachfrage konnte meine Begleiter leider nicht mit dem gebotenen Ernst stellen. Dann ging es heim.

Good to be a Gooner!

PS: Heute früh war es ganz OK, eine Autobahnausfahrt verpasst, sonst keine Vorkommnisse.
       

Dienstag, 4. September 2012

Alles eine Frage der Perspektive

Eine Niederlage in Liverpool oder ein torloses Unentschieden hätten in den Augen vieler Kritiker bedeutet, dass Arsenal einen Fehlstart hingelegt hat. Aber nach 90 Minuten mit 2 Toren für die Gunners, erzielt durch zwei der drei Neuzugänge, ist Arsenal ungeschlagen und ohne Gegentor an Tabellenposition 8 und alle sind glücklich.

Ich fand das Spiel am Sonntag nicht weniger anstrengend zum Zusehen, als die beiden davor. Liverpool war erwartungsgemäß offensiver als Stoke und Sunderland zusammen und Arsenal wirkte nicht so flüssig, wie wir das von Wengers Teams gewohnt sind. Aber Angriff um Angriff wurde, einmal mehr einmal weniger souverän, abgewehrt. Vor allem Jenkinson zeigte was defensiv in ihm steckt (Das spiegelt sich auch in der Bewertung durch die Statistiker wieder). Ein weiterer Spieler der defensiv positiv auffiel, war Lukas Podolski. Ein ums andere Mal kam er auf der linken Seite mit zurück und zeigte eine Reihe ansprechender Tacklings. Ebenso Mikael Arteta der den denfensivsten Mittelfeldspieler so überzeugend verkörperte, dass man den Spieler mit der komischen Frisur (wie war noch sein Name) glatt vergessen konnte. Don Vito im Tor hätte das eine oder andere Mal bestimmter (oder überhaupt) herauskommen können aber auch damit wurde die Abwehr fertig und sonst war die Leistung der Nummer 3 im Tor von Arsenal tadellos.
Nach vorne wirkten wir, wie in den vergangenen Spielen, bedächtig, um nicht zu sagen lahmarschig. Aber wir hielten den Ball ganz ordentlich und erspielten uns auch Chancen. Besonders erwähnt werden muss Abu Diaby, der eine herausragende Leistung zeigte, auch wenn er gelegentlich wirkt als hätte er etwas geraucht. Nichts aufputschendes allerdings, so viel steht fest. Aber dafür, dass der Kanonier ihn vor einiger Zeit zur Notschlachtung freigegeben hat, war das ein kräftiges Lebenszeichen. Man sieht warum Wenger trotz der unendlich langen Verletzungszeiten am schlaksigen Franzosen festgehalten hat. Nicht unerwähnt darf natürlich Cazorla bleiben, Arsenals neuer Feldherr. Er dirigiert das Spiel, trägt den Ball nach vorne, legt Chancen auf (gegen Liverpool ein Assist) und schießt auch selbst sehr akkurat (gegen Liverpool ein Tor). Mehr als eine Bereicherung. Bleibt von den drei neuen nur Giroud, der irgendeine Seuche aus Frankreich mitgebracht zu haben scheint. Auch in diesem Spiel ging ihm eine hundertprozentige durch die Lappen, obwohl er immer sehr fleißig arbeitet im Angriff. Aber kein Grund zur Panik, für Montpellier (einem unserer Champions League Gegner übrigens neben Schalke und Olympiakos *gähn*) traf er im Schnitt mit jedem 7,4. Schuss (Statistik 7am Kick off) und bisher hat er für Arsenal 7-mal abgedrückt. Heißt nach Adam Riese, beim nächsten Schuss kracht es.

Wie schon gesagt, sieht das Gesamtbild nach den ersten drei Spielen gut aus. Besser als letztes Jahr würde ich sagen. Die Tatsache, dass wir niemanden weiteren gekauft oder ausgeliehen haben, hat einige Fans dazu verleitet zu meinen, wir seien ambitionslos. Ganz übelnehmen kann man Ihnen das freilich nicht. Wenn man einmal von schwachsinnigen Übertreibungen absieht (3 Top Spieler in jedem Mannschaftsteil seien notwendig, hat da einer behauptet), so kommt auch der Kanonier nicht um die Analyse herum, dass das kein Team ist, dass um den Titel in der Premier League mitspielt und vermutlich auch in der Champions League nur die eine oder andere KO-Runde überstehen wird (obwohl Cup Bewerbe immer anders laufen, siehe Chelsea letztes Jahr). Dabei gibt es an der ersten 11 gar nichts zu mäkeln. Wenn alle gesund bleiben sind auf dem Papier nur City und Chelsea stärker, also die mit den Geldsch*****n. Aber in einer Top Liga bleiben nicht alle gesund und der nächste Mittelstümer im Kader heißt Chamakh und hat ein Problem mit dem Schießen aufs Tor. Natürlich würde vorher Gervinho oder Walcott als Außenstürmer kommen, denn Podolski und Giroud können sich als Mittelstürmer wechselseitig ersetzen. Aber was ist, wenn beide verletzt und/oder gesperrt sind? 
Im Mittelfeld bauen wir auf die Rückkehr eines sehr jungen Spielers, der über ein Jahr nicht auf dem Fußballplatz gestanden hat. Möglich das Jack Wilshere zurückkommt und bald wieder der Alte ist. Aber sicher ist das bei Gott nicht und damit nehmen wir glaube ich mehr Risiko als notwendig ist und vor allem mehr als wir auch aus finanziellen Gründen müssten. Natürlich hoffe ich, dass alles aufgeht, wie sich das Management das vorstellt hat, denn die  Einkäufe wie die Verkäufe und die Nichtkäufe und –leihen, ergeben jeder für sich betrachtet Sinn. Aber wenn man einen Schritt zurückmacht, ergibt sich ein Bild eines sehr guten aber knapp bemessenen Kaders mit dem einen oder anderen Fragezeichen zu viel.

So und damit genug kritisiert, hier soll ja prinzipiell das Positive gefördert werden. Mögen alle gesund von den internationalen Einsetzen zurückkehren (zumindest die, die für Arsenal spielen) und möge das Team in 2 Wochen gegen Southhampton bestätigen was die letzten drei Spiel in Summe gezeigt haben. The Arsenal ist wieder da!