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Montag, 8. Dezember 2014

Eine letzte Salve!

Immer wenn man denkt es kann nicht mehr schlimmer kommen, dann kommt es schlimmer. Und im Fall von Arsenal auch noch grotesker. Das Spiel am Samstag erinnerte an die Auftritte unter der Brücke und am Mersey letztes Jahr. Aber es war nur Stoke. Von allen Teams Stoke. Yorkeshires berühmteste Freakshow, die Sträflingskolonie der Premier League, eine Art fußballerisches South Central L.A.

Die Gunners bekamen nicht einmal eine Chance sich einzurichten, schon hatte es das erste Mal geklingelt. Die erneut umgestellte Abwehr wirkte, überraschenderweise, nicht eingespielt und unkomfortabel. Wobei unsere zwei Mittelfeldhelden Flamini und Ramsey auch keine Hilfe waren (GIF vom zweiten Tor). Zwei weitere Details, die jeweils auch für das erste Tor gelten. Gibbs verhindert die Flanke nicht und Mertesacker steht in der Schweiz (neutrale Zone) ohne Gegenspieler und ohne Ball und wirkt ausgesprochen hilflos. Gunnerblog hat richtigerweise darauf hingewiesen, dass es nicht nachvollziehbar ist, wieso Mertesacker nicht auf seiner gewohnten Position rechts in der Innenverteidigung spielen durfte. Chambers ist da wie dort unerfahren und der Deutsche wurde dadurch geschwächt. Dazu kam ein völlig unerfahrener Bellerin (dem ich eigentlich keine Schuld geben möchte) und ein nicht ganz fitter Gibbs, nicht zu vergessen Martinez als Rookie Torhüter. Das war ein Desaster mit Ansage. Umso ärgerlicher, dass vor allem Flamini sich immer wieder so undiszipliniert erweist.

Aber natürlich muss der größte Teil der Kritik an den Manager gehen. Nicht das Wenger an der Aufstellung viel hätte ändern können, außer vielleicht die erwähnte Rollenvergabe in der Innenverteidigung. Aber das Versagen im Sommer, einen vierten Innenverteidiger zu holen, ist unverzeihlich, auch wenn naturgemäß nicht mehr zu ändern. Und Flaminis Leistung macht deutlich, dass auch für Arteta an fähigerer Backup notwendig ist. Zieht man das Alter des Spaniers in Betracht, dann suchen wir eigentlich einen Nachfolger. Besetzen wir diese beiden Positionen im Winter, dann strahlt das Licht am Ende des Tunnels wieder wie der Morgenstern nach langer Nacht.

Und das ist dringend notwendig. Berichte von Schlägereien unter den Arsenal Fans und den Beschimpfungen des Teams am Bahnhof (Arsenal fuhr mit dem Zug heim und traf dort auf gut gelaunte Auswärtsfans, die ebenfalls nach Süden reisten) sind Symptome einer immer stärker werdenden Frustration der Fans. Nach dem ersten Titel seit mehreren Jahren und den durchwegs positiven Ergänzungen des Kaders über den Sommer, ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum jetzt schon Achterbahn (bis 1:18) ist. Auf der anderen Seite war das oben erwähnte Unvermögen die Defensive ausreichend zu bestücken und die Art und Weise, wie die eine oder andere Niederlage zu Stande gekommen ist, für die Meisten ein Dejá Vu der unangenehmsten Sorte. Der Ton wird rauher, je größer die Verzweiflung unter den Fans wird und leider neigen Fußballfans dazu besonderst fundamentalistisch zu argumentieren.

Die einzige Möglichkeit Druck auf den Verein auszuüben, wäre ein Boykott. Da aber genug Fans vorhanden sind, die trotzdem die Tickets, das Merchandising und vieles anderes kaufen, macht auch das nicht wirklich einen Sinn. Ich verstehe, dass das manche wütend macht, aber am Ende ist es, auch wenn Arsenal unser Leben ist oder zumindest ein Teil davon, nur Fußball. So da, ich habe es gesagt. Ich für meinen Teil weigere mich, mich irgendeiner Fraktion anzuschließen. Das Ende der Ära Wenger (trotz allem eine der erfolgreichsten in der Geschichte dieses großen Klubs) ist absehbar und die größte Sorge für uns sollte eigentlich sein, ob der Klub (Board, Gazidis, Kroenke) in der Lage ist, einen ordentlichen Auswahlprozess für die Nachfolge zu steuern. Sind sie das nicht, dann bleibt nur das Prinzip Hoffnung, wenn doch, dann wird alles gut. Ich versprech's. Allerdings wird sich an der wirtschaftlichen Ausrichtung nichts ändern, also die große Einkaufstour mit Messi und Ronaldo unterm Baum braucht sich niemand erwarten.

Hier, mit ein paar Absätzen Abstand zum Spiel selbst, möchte ich doch noch ein paar Worte zu dem Mann verlieren, der am Samstag die Rolle des Schiedsrichters gegeben hat. Wenn man den Auftritt mit den Worten beschreiben würde, dass er weniger gelungen war, dann ist das eine Höchstleistung auf dem Gebiet des Euphemismus. Schon die erste Entscheidung, als ein Spieler von Stoke mit beiden Beinen in Alexis hineingerauscht ist und die Pfeife in Schwarz ein Foul gegen den Chilenen pfiff, weil er auf den eigentlich foulenden Spieler fiel, war atemberaubend. Es folgten mehrere Schläge mit dem Ellbogen von Crouch, die in Summe eine gelbe Karte ergaben aber jeder für sich eine Tätlichkeit waren. Auf der anderen Seite bekam Chambers für zwei nicht ganz so extreme Aktionen zweimal Gelb und damit die rote Karte. Die absolute Krönung aber war diese Aktion von Charlie Adam: GIF! Wenn das keine rote Karte ist, dann weiß ich auch nicht. Auch hier wiederhole ich mich gerne. Die für die Einhaltung der Regeln Verantwortlichen müssen dazu gebracht werden, den Fans bei jeder Entscheidung zu erläutern, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters korrekt ist oder nicht und warum. Nur so kann die Inkonsequenz bei der Auslegung der Regeln beseitigt werden. So wie es jetzt läuft machen sich alle Beteiligten nur lächerlich. Da haben wir das zu Unrecht aberkannte Tor für Stoke zum vermeintlichen 4:0 noch gar nicht erwähnt.

Und nun zum wirklich unangenehmen Teil, auf den sich der Titel bezieht. Schweren Herzens werde ich die, in letzter Zeit ohnehin nicht mehr gegebenen, regelmäßigen Kommentare einstellen. Ich habe mittlerweile einige neue Aufgaben übernommen, die meine Freizeit weniger und damit wertvoller machen. Zwar macht mir das Schreiben Spaß, aber es ist trotzdem sehr aufwä
ndig und wenn das ganze ein bisschen ein Gesicht haben soll (Recherche, Links, Lektorat) dann braucht so ein Eintrag seine Zeit. Wenn man jetzt noch die treue aber überschaubare Leserschaft in Betracht zieht, stehen Aufwand und Ertrag nicht wirklich einem annehmbaren Verhältnis. Ich darf euch dazu einladen mir weiterhin auf Twitter (KanonierWien@Kanonendonner) oder auf Facebook zu folgen. Neben dem einen oder anderem kurzen Kommentar oder interessanten Link wird es sicher auch wieder einen Blogpost geben. Aber eben nur mehr dann und wann.

In diesem Sinne, up the Arsenal! Good Night und Good Luck! 

Sonntag, 2. November 2014

Alexis der Große!

Arsenal hat einen neuen Superhelden: Alexis Sánchez! Der kleine Chilene trägt die Gunners im Moment fast alleine durch die Spiele. Auch gegen ein schwaches Burnley war der Mann aus Tocopilla omnipräsent. Arsenal spielte zwar mit mehr Struktur und Zug zum Tor als in den vergangenen Spielen gegen Hull, Anderlecht und Sunderland, aber Tor wollte uns deshalb trotzdem keines gelingen. Vor allem Santi hat im Moment die Seuche am Fuß. Aber auch Welbeck und sogar Sanchez wollte es zunächst nicht gelingen den Ball in das dafür vorgesehene Netz zu befördern. Und Mitte der zweiten Halbzeit begannen dann die Clarets Blut zu lecken und wurden sichtbar offensiver. Das Unvermeidliche lag in der Luft, Arsenal 0:1 hinten nach einem dummen Gegentreffer. Die eine oder andere Generalprobe der Keystone Cops Laienspielgruppe wurde schon erfolgreich durchgeführt. Aber schließlich kam die Erlösung durch Sanchez. Noch dazu mit einem Kopfball, was für einen der kleinsten Spieler auf dem Platz durchaus erwähnenswert ist. Aber mit der Zielstrebigkeit und dem Eifer, den er an den Tag legt, scheint ihm nahezu alles zu gelingen. Es folgte das 2:0 durch Chambers und schließlich das 3:0 wieder durch...erraten Alexis Sanchez. Für Chambers war es das Premieren Tor für Arsenal, bei Alexis der 7 Treffer im 9 Spiel (8 davon von Beginn an).
 
An sonstigen Ereignissen durften wir Theo Walcott zurück begrüßen und die ersten Schritte wirkten recht ermutigend. Aaron Ramsey fiel durch einen gelungenen Außenristschuss auf, den der Torhüter gerade noch parieren konnte, ein Zeichen eines wieder erstarkenden Selbstbewusstseins. Erwähnen sollte man auch noch Lukas Podolski, der mit zwei Prachtschüssen einmal am Torhüter scheiterte und einmal die Latte traf. Der Goalie weiß wahrscheinlich immer noch nicht, was in da getroffen hat und der Lattenschuss war so eine Rakete, dass man den Ball in der Zeitlupe kaum erkennen konnte. Gemessen an manchen anderen Schüssen gestern, sollte man Podolski vielleicht als Schuss Coach einsetzten. Ein echter Gunner halt.

Am Dienstag findet das Quasi-Rückspiel gegen Anderlecht in der Champions League statt, bevor die Gunners am Wochenende nach Wales reisen um gegen Swansea FC anzutreten. Der Sieg gestern hat uns erstmals wieder in die Top 4 gebracht. Mit einem Sieg gegen die Schwäne könnten wir uns mit einem gewissen Selbstbewusstsein auf das Heimspiel gegen United vorbereiten um den Platz in der Elite weiter zu zementieren. Gegen Anderlecht reicht ein Remis um sich mehr oder weniger sicher für das Achtelfinale der Königsklasse in Europa zu qualifizieren (Galataseray könnte uns dann mit einem 3:0 Heimsieg überholen wenn wir auch gegen Dortmund verlieren und die Türken gegen den BVB gewinnen). Auch das würde einiges an Druck nehmen und vielleicht kommen wir so langfristig in ruhigeres Fahrwasser um mit den notwendigen Verstärkungen im Winter ein erfolgreiches Jahr 2015 zu erleben.

In diesem Sinne noch einen erholsamen Sonntag und bis zum nächsten Mal.

Up the Arsenal!

Sonntag, 19. Oktober 2014

Es riecht nach Umbruch!

Die Frage die sich stellt ist nur: Wieso? Unser Team hat letzte Saison einen Titel gewonnen, sich mit Sanchez, Chambers, Debuchy und letzten Endes Welbeck exzellent verstärkt und trotzdem wirken die Gunners als wären Sie am Beginn einer Entwicklung. Erinnert ein bisschen an Sysyphos. Der Stein liegt jedenfalls wieder unten!
Natürlich ist das ständige Umstellen im Mittelfeld nicht hilfreich und nicht jede Umstellung ist verletzungsbedingt. Mit Özil, Ramsey, Cazorla und Wilshere haben wir einige mehr oder weniger kreative Mittelfeldspieler, die am besten in der Mitte zur Geltung kommen. Dort sollte aber auch einer der defensiven Mittelfeldspieler, Arteta oder Flamini spielen. Mir als taktischem Laien, der nie wirklich selbst gespielt hat (Pausenhof und das eine oder andere Kickerl, aber keine Ausbildung), will es aber trotzdem nicht in den Kopf, dass ein Spieler, der nicht auf seiner idealen Postion spielt, so viel schwächer ist. Wie auch immer, die ideale Mischung sollten wir eher früher als später finden, sonst wird das eine sehr lange und traurige Saison.

Die größeren Probleme scheinen mir aber ohnehin die Konzentration und der letzte Pass respektive der Abschluss zu sein. Beide Punkte wurden kürzlich von meinem neuen Lieblingsblogger behandelt. Im gestrigen ByTheNumbers zeigt er auf, wie ineffektiv unsere Schüsse von außerhalb des Strafraums sind. Dem Kanonier ist gestern, wieder einmal, aufgefallen, wie oft die Gunners sich Richtung Zentrum orientieren. Dort wo die meisten Spieler herumstehen. Damit wird das Passen schwieriger und Schüsse werden leichter geblockt. Vor allem in den letzten Minuten standen immer wieder Spieler außen frei. Aber statt den Ball dorthin zu spielen, wendete man sich wieder Richtung Menschenansammlung.
Das andere Problem ist die Konzentration. An sich geht es in dieser Analyse um die Standardsituationen aber eben auch um die mangelnde Konzentration dabei. Das 2:1 gestern war ein perfektes Beispiel dafür. Arsène weiß das. Aber die Frage ist, was tut man dagegen? Ich habe jedenfalls keine Ahnung und kann nur hoffen, dass wir das bald in den Griff bekommen. Die Top 4 werden so jedenfalls eine große Herausforderung.

Das große Versäumnis des Sommers, einen weiteren Innenverteidiger zu holen beziehungsweise ein neue Kraft für das defensive Mittelfeld (manche würden sangen, überhaupt eine) soll offenbar im Winter nachgeholt werden. Das wurde auf der AGM Mitte der Woche verkündet. Mein Geld setzte ich auf Carvalho von Sporting Lissabon. Ich habe das Gefühl, die Verhandlung waren schon sehr weit, konnten aber nicht mehr rechtzeitig abgeschlossen werden. Ob wir wirklich noch einen Innenverteidiger holen, glaube ich aber erst, wenn er sich im roten Trikot das Kreuzband gerissen hat.

Vermischtes:
  • Arsenal hat eine Sportdatenfirma gekauft (ist schon länger her, wollte man aber nicht an die große Glocke hängen).
  • Aus verschiedenen Quellen (Präsentation unseres Trainingsgeländes, Aussage im Guardian Podcast) ergeben sich Hinweise, dass unser Spielfeld möglicherweise ein Grund für die vielen Verletzungen ist. Ich nehme an, man wird dem nachgehen.
Der Kanonier wünscht eine schöne Woche!  

Samstag, 27. September 2014

Grand Tour I

Das erste Auswärtsspiel in der Premier League führte mich nach Liverpool, genauer gesagt in den Goodison Park. Ich kam mit dem Zug aus Manchester, in dem auch ein weiterer Arsenal Fan saß, der mich am Bahnhof in Liverpool fragte, ob ich auch zum Spiel gehe (ich hatte nur meinen rot-weißen Schal um, hätte also auch ein Liverpool Supporter sein können). Wie das so ist in der großen Arsenal Familie, waren wir uns auf Anhieb sympathisch und haben uns ein Taxi zu einem Pub geteilt. Alleine wäre ich direkt ins Stadion gefahren, aber so war ich zu jeder Schandtat bereit. Der Taxifahrer, selbst ein Liverpool Fan, klärte uns auf, dass die Pubs, die bei den Heimspiel des LFC die Reds beherbergten, bei den Spielen der Toffees von den Gästefans genutzt werden. Und so kam ich in den Genuss des üblich Gooners Warm Up, mit zahlreichen Fan Gesängen die sich in erster Linie mit unseren in vielerlei Hinsicht zurückgebliebenen Nachbarn beschäftigen. Keith der Superfan war natürlich auch da. Das Pub war vielleicht 100m von der Anfield Road entfernt, der Goodison Park befindet sich einfach auf der anderen Seite des Stanley Parks. Distanzmäßig sicher eine der engsten Rivalitäten im Fußball. Also benötigten wir nur einen kurzen Fußmarsch um zum Stadion zu kommen.

Stanley Park
Goodison

Dort verwehrte mir das elektronische Zugangssystem den Eintritt (ziemlich schmerzhaft so eine Kollision mit einem sturen Drehkreuz), also musste ich ein Ersatzticket lösen, was allerdings sehr schnell erledigt war (auch Season Ticket Holder von Everton waren betroffen und wirkten nicht besonders überrascht). Am Rückweg zum Einlass traf ich noch Jill Smith, die es in der Pension offenbar genießt, zu einem Spiel gehen zu können, ohne sich um irgendetwas oder irgendjemanden kümmern zu müssen.

Im Stadion begab ich mich auf meinen Platz, der nahezu ideal war um sowohl den eigenen Support zu genießen, als auch den Heimsupport der Blauen zu beobachten (der allerdings eher lahm war, worauf sie auch regelmäßig von den Gooners erinnert wurden (Shall we sing a song for you?).

Vor dem Spiel
Die schweigende Mehrheit

Das Spiel verlief weniger erfreulich. Ich fand uns zwar bestimmend, aber nachdem wir aus einem der ersten hohen Bälle das 0:1 erhielten änderte sich das Spiel und Everton war gefährlicher trotzdem wir nach wie vor überlegen waren (Spielanteil und so). Schließlich fiel aus einem Konter das 2:0, wobei Naysmith deutlich im Abseits stand, aber die Spielregeln waren nicht so die Stärke des Mannes in Gelb. Nach dem Seitenwechsel kam Giroud für Sanchez und sofort waren wir gefährlicher. Auch wenn sich ein junger Fan vor mir über die erste vergeben Chance von Olivier aufregte, aber wir hatten wenigsten welche. Everton war nur noch damit beschäftigt Zeit zu schinden (so klein ist der Ball nicht, dass man ihn ständig suchen muss) und zog sich immer weiter zurück, Arsenal drückte nach und schließlich traf Ramsey zum 1:2. Hoffnung machte sich im Sektor breit und als schließlich der Ausgleich durch Giroud fiel, gab es kein Halten mehr und die blauen Scousers wurden auf ihr Versagen noch einmal deutlich hingewiesen.


Das Champions League Spiel gegen Besiktas konnte ich nur über den Live Ticker verfolgen. Schon interessant, dass es daheim einfacher ist alle Spiel der Gunners zu verfolgen als in England. Wie auch immer, der Arseblog Liveblog war nervenaufreibend genug vor allem die letzten Minuten. Mit der 17. Teilnahme in der Tasche konnten sich die Gunners der nächsten Aufgabe in der Liga widmen.

Das Auswärtsspiel in Leicster haben ich und die Kanonierin in einem Pub in York gesehen. Eine mäßiger Auftritt der Gunners, da half es auch nicht, dass Koscielny nach einem Zusammenstoß aufgeben musste. Arsenal war da schon durch Sanchez in Führung gegangen nachdem Sanogo ein Schupferl von Cazorla nicht richtig verwerten konnte in seiner unnachahmlich bambiesken Art. Kurz darauf aber eine Konter über die linke Seite, Flanke und Tor. Den Rest der Partie quälte sich Arsenal ein flüssiges Passspiel aufzubauen, scheiterte aber. Trotz mehr Ballbesitz, mehr vollständiger Pässe, mehr Torschüssen und Schüssen auf das Tor ist bei Arsenal Sand im Getriebe und es bleibt eine Anfälligkeit bei Kontern. So werden wir nicht Meister!

Ob sich am Transfermarkt noch etwas tut bis Montag? Ich hatte die Freude diesen Tag des Heiligen Sky Tickers in England zu verbringen und die Spannung die über dem ganzen Land liegt ist kaum auszuhalten. Für Arsenal schien sich aber nichts zu tun und Wenger war in Rom. Letzten Endes hat aber gerade dieser Ausflug dazu geführt, dass wir statt dem benötigten Verteidiger doch noch einen Stürmer gekauft haben, nämlich Danny Welbeck der praktischerweise mit der englischen Nationalmannschaft am Trainingsgelände von Arsenal zu Gast war. Gemessen an den Reaktionen der United Fans jedenfalls eine gute Akquisition. Es folgte eine internationale Pause von 2 Länderspielen (wo wir unseren Neo Gooner gleich in Aktion bewundern konnten) und dann ging das wahre Leben wieder los.

Wir waren inzwischen in Liverpool angekommen und so bin ich am Samstag in der Früh in den Zug gestiegen um zum Heimspiel gegen Manchester City zu reisen. Am Bahnhof habe ich mich mit der Daily Telegraph und dem neuen Buch von Ian Rankin ausgestattet. Dabei ist mir ein kleiner Ladendiebstahl passiert, da dass Buch eine Beigabe zur Zeitung war, aber ich beim self check out nicht überzuckert habe, dass man es trotzdem extra scannen muss. Erwischt wurde ich nicht (so viel zu den vielen CCTV Kameras) und drauf gekommen bin ich eigentlich auch erst im Zug. Die Angelegenheit konnte mittlerweile mit der WH Smith gelöst werden, sie verzichten auf die Überweisung der GBP 2,99.

In London hatte ich dann gemütlich Zeit von Euston nach Kings Cross zu spazieren und ein bisschen Metropolen Luft zu schnuppern nach den vielen Tagen am Land und in Provinzstädten. Es fühlt sich wirklich schon wie eine zweite Heimat an. Dann ging es mit der U-Bahn zur Holloway Road um bei Piebury Corner Station zu machen und dann zum Stadion.

Piebury Corner
"The Geordie Amstrong"
"We are the North Bank..."

Ich hatte diesmal eine Karte von einem Freund und so die Ehre zum ersten Mal auf der North Bank zu stehen also quasi im harten Kern der Arsenal Fans. Dort wird, wie erwähnt gestanden, und auch mehr gesungen. Das Spiel war spannend, Arsenal wirkte sehr stark allerdings ging sehr viel durch die Mitte. Es war aus der Perspektive richtig spannend zu sehen wie die Angriffe sich immer stärker verengten. Welbeck zeigte bei der Gelegenheit, dass er fußballerisch perfekt zu uns passt und hatte dann auch eine Riesenchance bei der er den Ball über Hart lupfte, aber leider nur die Stange traf. Dann hatte auch City einen Torschuss nach einem Konter und Arsenal war 0:1 hinten. Irgendwann nutzt sich die Pointe wirklich ab. Die Stimmung war dann etwas gedämpft und City kam zu weiteren Chancen. In der zweiten Halbzeit nahmen die Gunners dann wieder Fahrt auf. Arsenal spielte nun auf das Clock End zu, womit die Tiefe der Angriffe schwerer einzuschätzen war. Das 1:1 durch Wilshere war für mich vor allem dadurch zu erkennen, das genau in meiner Sichtachse ein Arsenal Spieler die Arme hochriss, als Jack den Ball über Hart hob. Arsenal war wieder am Drücker und ließ weitere Angriffe folgen. Das 2:1 war dann schön zu erkennen, weil Sanchez wieder in dieser Sichtachse stand und man sehr schön beobachten konnte wie er sich in der Erwartung des Passe von Wilshere positioniere und zum tödlichen Schuss aufrieb. Volle Ekstase auf der North Bank. Dann passierte das nächste unvermeidliche, ein Arsenal Verteidiger (Debuchy) verletzte sich. Es war klar, dass was Schlimmeres passiert sein musste, da nicht nur die Trage sondern auch Sauerstoff auf das Feld gebracht wurde. Chambers kam stattdessen herein und diese Umstellung und die mangelnde Konzentration wegen der Verletzung des Kameraden nutze City sofort aus. Chambers stand noch nicht perfekt und konnte eine Flanke nur zum Eckball klären. Aus dem resultierenden Eckball köpfte DeMichelis dann den unverdienten Ausgleich. Szczesny und Flamini sahen bei dem Treffer nicht gut aus und das der überwuzelte Rübezahl aus Argentinien nicht gedeckt wurde, half auch nicht. Ein starkes Spiel von Arsenal, dem Titelverteidiger und Mitfavoriten für diese Saison mehr als ebenbürtig und trotzdem 2 Punkte verloren.

Die Stimmung im Emirates war jedenfalls ausgezeichnet und Arsenal braucht sich nicht verstecken vor anderen Teams.
Die Heimreise gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet. Zuerst ein längerer Fußmarsch Richtung Islington&Highbury, soweit so gut. Ausreichend Zeit um den Zug nach Liverpool zu erreichen, der dann auch pünktlich abfuhr. Kurz nach Birmingham aber ein unvorhergesehener Halt, kurz darauf die Information, dass sich jemand auf der Strecke vor einen Zug geworfen und die Polizei wegen Ermittlungen die Strecke gesperrt hatte. Also mussten wir zurück um über eine andere Strecke nach Norden zu fahren. In Crewe dann endgültiger Halt, da der Zug schon 90min Verspätung hatte und um den Fahrplan nicht weiter durcheinander zu bringen nach London zurückkehre. Wir mussten in den Folgezug einsteigen der aber schon nach 20 Minuten da war und auch genug Platz bot. So endete eine lange Reise am späten Abend in einem chinesischen Restaurant in das auch ein paar stockbetrunkene Liverpoolerinnen einfielen. Aber das ist eine andere Geschichte.



Gods own country

Sonntag, 17. August 2014

Einzigartig!

Es gibt sicher viele Details die man am gestrigen Auftritt der Gunners kritisieren kann. Sei es, dass der eine oder andere Spieler behäbig wirkte (Yaya, ich sehe Dich an), oder das die Art der Fehlpässe zum Haare raufen waren. Vor allem in der Zeit zwischen 60. und 75. Minute wirkte Arsenal angeschlagen. Doch in der letzten Viertelstunde erhöhte die Heimmannschaft den Druck und der Sieg schien möglich.

Arsenal war durch einen Kopfball nach einem Eckball von Hangeland in Rückstand geraten. Rasend originell. Kurz vor der Pause verwertete Koscielny einen Freistoß von Alexis zum Ausgleich. Bewegung und Abschluss von unserem gallischen Verteidiger waren eines Topstürmers würdig.
In der zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel. Gibbs musste ausgetauscht werden (auch mal was neues), dann kamen noch Chamberlain und Giroud. Als es dann wirklich schon knapp wurde, schlug unser Walisischer Wunderknabe wieder zu und Arsenal hatte die ersten drei Punkte der neuen Saison (und war die einzige Heimmannschaft gestern, die gewonnen hat). Unter dem Strich war das jedenfalls mehr als verdient (Zahlen von 7am KickOff).

Nächste Station ist Istanbul um die Einnahme unseres Stammplatzes in der Champions League vorzubereiten. Mit Gibbs verletzt (Oberschenkel oder Achillessehne, das war gestern noch offen) und Mertesacker noch nicht Match fit, wird es hinten etwas knapp. Flamini war gestern auch nicht auf der Bank, ohne besondere Angabe von Gründen. Vielleicht sollten wir doch noch jemanden holen.

Abschließend noch ein paar Worte zum Kommentar auf Sky Deutschland. Das penetrante Aussprechen des Namen (Tony) Pulis wie man ihn schreibt, war nervig bis zum äußersten. Auch sonst hat der gute Mann ausschließlich Plattitüden abgefeuert. In dem Fall könnte man das Kommentar auch von einer Maschine sprechen lassen. Da gibt man vorher alle Gemeinplätze ein und die Aussprache von Namen lässt sich auch besser steuern.

Das war es wahrscheinlich vor der Studienreise Nordengland. Bei meiner Rückkehr können wir hoffentlich unser Lospech in der Champions League beklagen, dem französischen Nachwuchstalent, das wir für die Innenverteidigung geholt haben gute Besserung wünschen, und die Meisterfeier planen.

Sonntag, 3. August 2014

Delilah oder ein Sommer wie damals

Es geht wieder los. Nach einer kurzweiligen Sommerpause, die durch eine sportlich ansehnliche WM in Brasilien mit unaussprechlichem Ausgang verkürzt wurde, nähert sich die neue Saison mit großen Schritten. 

Und wie an dieser Stelle schon des öfteren angekündigt, hat Arsenal in diesem Sommer auch erstmals seit langem eine gute Figur auf dem Transfermarkt gemacht. Mit Alexis Sanchez haben wir einen Top Mann für den Sturm verpflichtet, mit Debuchy einen mehr als würdigen Ersatz für Sagna. Immerhin hat Debuchy auch den Stammplatz von Sagna in der französischen Nationalmahnschaft auf der rechten Außendecker Position übernommen. Dazu noch Chambers von Southampton, der grundsätzlich auch rechts außen spielt aber auch als möglicher Innenverteidiger oder für das defensive Mittelfeld gehandelt wird. Ein Spieler wie Phil Jones ohne den dämlich Gesichtsausdruck quasi. Zu den beiden gibt es einen interessanten Vergleich mit Sagna von 7am Kick Off. Im Gegenzug muss Jenkinson ins Exil nach Ost London, zu West Ham. Er wurde an sich nur verliehen und da Debuchy schon 29 ist, sehen wir ihn vielleicht wieder im Emirates (nicht bloß als Gast). Schließlich verpflichtete Arsenal noch David Ospina, den Torhüter der kolumbianischen Nationalmannschaft, als Konkurrent für Szczesny. Ospina hat mir bei der WM extrem gut gefallen und war sicher der beste der drei lateinamerikanischen Torhüter, die so gehypt wurden (die anderen beiden waren die Schlussmänner von Mexiko und Costa Rica). Und wie es aussieht, war das noch nicht das Ende der Fahnenstange. Mit Kedhira, Scheiderlein, bzw. Carvalho von Sporting Lissabon steht noch ein defensiver Mittelfeldspieler auf der Liste und vermutlich wird eine neuer Innenverteidiger kommen, um Vermaelen ziehen lassen zu können. 

Letzte Woche waren die Gunners zum ersten Mal seit längerem wieder in Bad Waltersdorf. Gooners aus ganz Europa waren angereist um das Team aus der Nähe sehen zu können. Bei den Nachmittagstrainings war die Haupttribüne des Stadions in Bad Waltersdorf voll. Vor allem Fans aus Ungarn und Slownien waren da, aber natürlich auch die Vienna Gooners, die Dover Gooners und einige mehr. Überschattet wurde das Revival durch Unstimmigkeiten bezüglich der Zugänglichkeit des Trainings. Die Vormittags Sessions wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Überhaupt war der Zugang zum Team früher einfacher, was auch daran lag, dass die ganze Veranstaltung intimer war. Trotzdem wurde das Gerücht positiv aufgenommen, dass nächstes Jahr ein längerer Aufenthalt geplant ist. Man wird sehen.

Der Kanonier hatte jedenfalls das Glück, den einen oder anderen Leser persönlich kennen zu lernen und auch sonst alte Kontakte auffrischen zu können. Zu Gast durfte ich bei The Terrier sein, der in der Gegend ein Haus hat. Mit im Paket war die Beförderung mit einem alten Jaguar und spät nächtliches Philosophieren bei Whiskey und Wein.

Ein Teil des Titels bezieht sich übrigens auf eine der Heimfahrten in der Nacht durch den finsteren Wald, mit Tom Jones in übervoller Lautstärke aus dem CD Player. Die Tiere des Waldes werden sich gefürchtet haben. Und nicht nur die... 

Gestern schließlich das erste Spiel im Emirates Cup gegen Benfica Lissabon. Und Yaya Sanogo, der in den Trainingseinheiten eine gewisse Torallergie erkennen ließ, traf gleich 4 mal. Dazu ein Tor von Campbell. Alles nach teilweiser großartiger Vorarbeit von Ramsey, Chamberlain und Hector Bellerin. Nach dem Spiel verkündete Wenger, das Sanogo und Campbell diese Saison nicht verliehen werden (geschweige den verkauft). Gemessen an gestern, ergibt es das eine recht erfreuliche Sturmreihe. 

Das Spiel heute gegen den AS Monaco war eher mau. 0:1 nach einer misslungenen Abseitsfall gegen Falcao auf der einen Seite, Freistoß statt Elfmeter auf der anderen (war allerdings Abseits, soweit ich das sehen konnte) und damit kein Titel für die Gunners. Vielleicht klappt's ja mit dem Community Shield.

Bis dahin!

Vorschau: Ab der zweiten Runde befinde ich mich auf einer ausgedehnten Studienreise durch den rauen Norden von England. Blog wird es da wohl keinen geben, dafür nachher einen ausführlichen Bericht.

Sonntag, 18. Mai 2014

"Na dann schaun wir uns das an!"

Mit diesen Worten gab der CTO die Übertragung des FA Cup Finale im Chelsea in Wien frei (Arsenal Fans hatten sich auch im Shebeen und im Highlander versammelt). Ausgerüstet mit Fahnen und Clappers, die Arsenal den Supporter Clubs direkt aus China hatte zustellen lassen, war der Barraum mit ca. 40 erwartungsvollen Gooners gefüllt. Acht Minuten später lag Arsenal 0:2 zurück und die Stimmung war leicht abgekühlt. Der Sommelier, ein Fixstarter an der Bar des Chelsea, setze gleich einmal eine Schmerzgrenze:"Bei 5:0 für Hull gehe ich!". Wenig später verhinderte Gibbs auf der Linie das 3:0. Hull spielte gar nicht groß auf, aber irgendwie schien den Tigern (über die zoologische Zuordnung gab es den einen anderen Disput, aber ob Löwe oder Tiger ist ja eigentlich egal) alles zu gelingen, während die Gunners, wieder einmal, den Beginn eines Spiels zu verschlafen schienen.
Mehr langsam als sicher, gewann Arsenal die Kontrolle über das Spiel und es zeichnete sich ein Muster für die kommen 90 Minuten (repektive Achtung Spoiler 120) ab. Arsenal kombinierte und Hull versuchte durch taktische Fouls den Spielfluss zu unterbrechen. Es war kein übermäßig hartes Spiel, aber der Schiedsrichter, auf den wir noch zu sprechen kommen, lies den gestreiften diese Art zu verteidigen durchgehen. In der 17. Minute, gab es jedenfalls einmal einen Freistoß. Cazorla richtete sich den Ball her während im Pub darüber diskutiert wurde, ob Bergkamp oder Henry das letzte Freistoßtor für Arsenal erzielt haben. Sekunden später war der Ball im Netz und Santi hatte mit einem sehenswerten Schuss den Anschlusstreffer erzielt. Unsere Freundin, die Hoffnung, spähte ums Eck. Am Charakter des Spiels änderte da aber wenig. Unsere Burschen waren bemüht aber scheiterten immer wieder an der fehlenden Präzession. Podolski wirkte das eine oder andere Mal zu langsam, Giroud verzettelte sich immer wieder bei der Ballkontrolle. Auf der anderen Seite war Hull eher zahm. Bei einem Zweikampf von Koscielny pfiff der Schiedsrichter zum Glück Foul gegen Fryatt, sonst wäre dieser allein aufs Tor gelaufen. Viel war es nicht und damit eine der wenigen Situationen, wo Arsenal von einer Entscheidung profitierte. Zur Pause wirkten die Gooners, die sich zum Sauerstoff tanken vor das Lokal begeben hatte, allesamt etwas betropezt. Es kann halt nicht jeder das sonnige Gemüt des Kanoniers haben.

Die zweite Halbzeit setzte dort fort, wo die erste aufgehört hat, auch spielerisch. Immer wieder Halbchancen aber nichts wirklich zwingendes. Der Sommelier kredenzte inzwischen ein Craft Bier. Der Hausherr kritisierte die Stärke des Gerstensafts. Vermutlich weil er davon weniger verkaufen könnte, da die Kunden schneller betrunken sind. Zurück zum Spiel. Es folgte die lustige Regelkunde mit Lee Probert. Einmal blockt ein Hull Spieler den Ball mit beiden Händen im Strafraum. Weiterspielen. Dann der zweite nicht gegebene Elfmeter. Giroud wird von Huddlestone an der Schulter zurückgehalten. Weiterspielen. Schließlich die Entscheidende Aktion des Spiels. Sanogo kommt für Podolski und Yaya ändert sofort den Charakter des Spiels. Mit zwei Stürmern wirkte die Verteidigung von Hull überfordert und Giroud hatte endlich ein Partner für sein bevorzugtes Spiel. Die physische Präsenz des jungen Franzosen ist jedenfalls extrem beeindruckend. Es folgt zunächst der dritte nicht gegebene Elfmeter, Cazorla wird im Strafraum von den Füssen geholt. Weiterspielen. Der Ärger bleibt aber nur für wenige Minuten, denn nach einem Eckball (der auch keiner war, ein kleines Stück ausgleichende Gerechtigkeit), traf Koscielny zum 2:2. Das er dabei vom Torhüter gefoult wurde und dieser für rohes Spiel unter die Dusche geschickt gehört hätte, wollen wir einmal geflissentlich übersehen. Jedenfalls war die Stimmung im Pub am Siedepunkt, die Gooners lagen sich in den Armen und das Ende der mageren Jahre ohne Titel näherte sich. In der 79. Minute kommt dann Gibbs mitten im Strafraum frei zum Schuss, aber der Ball geht deutlich drüber. Als Arsenal Fan sieht man die Schatten vergangener Katastrophen heraufziehen. Kurz darauf der vierte und letzte nicht gegebene Elfer, diesmal ein Schubser gegen Cazorla. Weiterspielen. Und weil das alles nicht Nerven aufreibend genug war, legten die Gunners noch ein halbe Stunde Verlängerung drauf.

Die Tiger wirkten jetzt schon ziemlich müde und Arsenal drückte weiter. Vor allem Ramsey schoss eines um andere Mal, aber die Versuche erinnerten eher an die ersten Monate nach seiner Verletzung. Dann drehte Wenger weiter an der Schraube. Er nahm die kreativen, Özil und Cazorla heraus und brachte mit Rosicky und Wilshere zwei Spieler die direkter spielen konnten. Das war kurz vor dem 3 Seitenwechsel. Auch wenn Hull keine wirkliche Torchance hatte, ein Glücksschuss konnte jetzt das Finale entscheiden und Arsenal wäre ja nicht das erste Mal Opfer eines solchen geworden. Doch dann der große Moment. Der Ball kommt zu Giroud in den Strafraum, der legt den Ball mit der Ferse für Ramsey auf und der Waliser platziert den Ball exakt zischen der Hand des Torhüters und der Stange. Jetzt gab es kein Halten mehr. Der FA Pokal war zum greifen nah. Aber es wären nicht die Gunners wenn sie nicht noch einmal die Herzschrittmacher Industrie gefördert hätten. Mertesacker rutschte aus und plötzlich tauchte Fabianski auf, meilenweit von seinem Tor entfernt und wurde prompt vom Hull Spieler umrundet. Der Schuss näherte sich der Torlinie, Gibbs verfehlte den Ball aber der Ball rollte weiter, auch an der zweiten Stange vorbei uns ins Out. Der Pole musste dann noch einen Schuss halten aber schließlich folgte der erlösende Schlusspfiff. Wir lagen uns in den Armen, der Sommelier küsste alle Anwesenden (zumindest die ihm persönlich bekannt waren).

Arsenal ist FA Cup Sieger 2014! Nach langer Zeit sind wir endlich am Ziel. Sowohl für diesen Blog als auch für mich als Arsenal Fan (Mitglied seit 2006) ist es der erste Titel. Es war ein beeindruckender Lauf im Pokal, mit Siegen gegen Sp*rs, Liverpool und Everton. Arsenal hat dabei kein einziges Spiel außerhalb Londons ausgetragen. Arsène Wenger hat mehr FA Pokale (5) gewonnen als alle anderen Arsenal Trainer zusammen. Die Art des Sieges gestern ist jedenfalls das fehlende Mosaikstein, denn Arsenal gebraucht hat, um wieder ganz oben mitzuspielen. Der Bann ist gebrochen und mit den richtigen Verstärkungen im Sommer geht The Arsenal einer blühenden Zukunft entgegen.

Victoria Concordia Crescit!

Unser Tip
  

Montag, 21. April 2014

Ramsey ist wieder da!

Ein souveräner Sieg gegen die Stubentiger aus Hull war vor allem Beweis für eine Tatsache: Ohne längere Verletzungspause für Aaron Ramsey wäre die Saison der Gunner nicht so kollabiert. Ein Tor und 2 Assits in seinen ersten drei Premier League Spielen (plus 113 Minuten im Cup) nach der Verletzungspause sind ein deutliches Indiz was Arsenal gefehlt hat (Zahlen und Fakten). Auch Özils Beteiligung am ersten Tor macht Hoffnung, dass wir den Rest der Saison verhältnismäßig souverän meistern können. Die Stimmung ist jedenfalls gut auch wenn die Härte des Gegners dem Fass Arteta die Krone ausgeschlagen hat.
Im Hinblick auf das Cup Finale ist noch bemerkenswert, dass Jelavic und Long nicht spielen dürfen, die Hull Hummeln (Vorschlag meines Bruders) also leicht schwächer aufgestellt sein werden als gestern.

Auf die Hilfe anderer beim Kampf um den vierten Platz dürfen wir uns jedenfalls nicht verlassen. United wurde gestern von Everton einigermaßen klar besiegt. Der Zustand von den Reds aus Manchester wäre ja fast traurig wenn es nicht so lustig wäre. Dieser Text brachte mich stellenweise wirklich zum Lachen (obwohl sich die Satire in Grenzen hält). Erstaunlich bleibt für mich, wie viele minder Begabte (Stichwort Trainingsmethoden) in den höchsten Etagen des Spiels unterwegs sind. Möge Moyes jedenfalls noch lange Trainer bei United bleiben. Schön vor allem auch für van Persie, der diese Saison jedenfalls hinter Arsenal plaziert sein wird.

Arsenal hat jetzt noch zwei Heimspiele gegen Newcastle und West Bromwich und muss dann nach Norwich. Die Baggies und die Canaries sind noch abstiegsbedroht und dementsprechend nicht zu unterschätzen. Wobei das Schicksal von Norwich am letzten Spieltag vielleicht schon so oder so entschieden ist. Verliert Everton gegen City, was ich schon deswegen hoffe, damit City den Scousers noch den Titel wegschnappen kann, dann könnte das Rennen auch für uns schon im positiven Sinn gelaufen sein. Auch der Ausflug nach Southampton wird für die Blauen vom Mersey kein Sonntagsspaziergang (das Spiel ist nämlich am Samstag). Tordifferenz haben wir jedenfalls im Moment die schlechtere als die Toffies (+21 gegen +23). Zwei torreiche Heimspiele wären als im doppelten Sinn wichtig.

Nächste Woche berichten wir an dieser Stelle vom Mitteleuropatreffen der Arsenal Fan Clubs in Budapest.

Come on you Gunners!  

Freitag, 21. März 2014

Millennium

Das morgige Spiel gegen Chelsea ist aus zwei Gründen signifikant. Erstens ist es Arsène Wengers tausendstes Spiel. 1000 (in Worten eintausend) Spiele als Manager von Arsenal sind eine außergewöhnliche Leistung, in einer Zeit wo so manch anderer Trainer nicht einmal eine Saison seinen Job behalten kann. Aber Wenger ist nicht nur schon lange da, er war dabei auch sehr erfolgreich. 3 Meisterschaften und 4 FA Pokale, davon 2 Doubles und eine Saison ohne Niederlage stehen zu Buche. Was ihm aber vor allem einen festen Platz in der Geschichte unseres Klubs sichern wird, ist dass er, ähnlich wie Herbert Chapman in den 30igern, Arsenal FC auf einen neuen Level gehoben hat. Und nicht nur das, eigentlich sogar den gesamten englischen Fußball. Die professionelle Arbeit auf den Gebieten der Fitness und der Ernährung war vor ihm auf der Insel unbekannt. Er ist das Mastermind hinter unserem Trainingszentrum in London Colney und hatte nicht nur maßgeblichen Einfluss auf viele Details im Emirates Stadium (besonderes Highlight ist der Bodenbelag der in die Kabinen führt. Der für die Gäste ist nämlich ohne Profil), sondern er hat es auch geschafft, die finanziellen Beschränkungen auszugleichen und eine regelmäßige Qualifikation für die Champions League zu erreichen, während der Klub den Umzug in das neue Stadion finanzieren musste. Das war sowohl finanziell wichtig als auch für das Prestige der Gunners. Die fehlende Silberware, die der Preis für diesen Umzug war, ist aber auch der größte Kritikpunkt an Wenger. Mit seiner oft als überheblich empfunden Art und seinem Prinzip, einen eingeschlagenen Weg auch dann weiterzugehen, wenn es deutliche Zeichen gab, dass es so nicht funktionieren konnte, hat ihm dabei sicher geschadet. Trotzdem wäre Arsenal im 21. Jahrhundert ohne Arsène nicht denkbar und das macht in zu einer Ikone unseres geliebten Klubs.

Der zweite signifikante Grund ist, dass wir immer noch im Titelrennen sind und sich morgen entscheidet, ob wir drinnen bleiben, vielleicht sogar die Führung übernehmen oder uns auf den FA Pokal konzentrieren müssen.
Es wäre schon extrem schwer unter der Stamford Brücke zu gewinnen, wenn wir nicht ohne Ramsey, Özil und Wilshere antreten müssten (dazu fehlt ja auch Walcott immer noch). Aber das, gepaart mit der Tatsache das Wenger noch nie gegen Mourinho gewinnen konnte, lassen eine schwere Aufgabe fast unmöglich erscheinen. Die Bedeutung eines Sieges morgen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es wäre das Symbol für den Beginn einer neuen Ära für Arsenal, es wäre der erste Sieg Wengers über den arroganten Portugiesen, es wäre dessen erste Heimniederlage als Trainer von Chelski und es könnte der Startschuss für die Gunners sein, sich doch noch den Titel in der Liga diese Saison zu holen. Das sind viele Konjunktive und der Kanonier muss an dieser Stelle gestehen, an mehr als ein Unentschieden glaubt er nicht. Zum einen eben wegen der Verletzungen und zum anderen wegen der Tatsache, dass ein Unentschieden für beide Teams ein gutes Ergebnis wäre. In Wirklichkeit nur scheinbar, den nach Verlustpunkten ist Man Shity vorne und eine Punkteteilung morgen würde ihre Situation weiter verbessern. Vermutlich wird das Spiel daher sogar ziemlich öd (passiert meistens bei so wichtigen Spielen). Aber trotzdem wollen wir das Beste hoffen.

Up the Arsenal und Arsène knows best!

Gekommen, um zu bleiben!

Bonus Lesestoff: Zahlen und Zitate zu den 1000 Spielen.
                       10 Innovationen für das englische Spiel.
 

Sonntag, 2. März 2014

Letzter Halt Stoke?

Das war ein massiver Rückschlag, sagte Wenger nach dem Spiel. Arsène knows. Wenn man vor einer Serie von sehr schweren Partien seine Hausaufgaben nicht macht, dann baut man unnötigen Druck auf. Die Gunners haben praktisch keine Fehlertoleranz mehr, wenn es gegen Deppenham, Chelski und Man Shity geht. Davor müssen wir noch Everton im FA Cup überwinden und die Kleinigkeit des Rückspiels gegen Bayern steht auch noch auf dem Plan.

Wie üblich wird bei den Gunners und ihren sogenannten Unterstützern nach jeder Niederlage alles hinterfragt. Ich habe mich gestern Abend ein bisschen in die Tabelle vertieft. Und wie man es dreht und wendet, wir spielen eine erfolgreiche Saison. Abwehr (gemessen an den Gegentoren) unter den Top 4. Angriff ebenfalls. Und da ist ein Freak Ergebnis wie gegen City enthalten. Wir haben nur einen Sieg weniger als Chelski, der Klub der so vorbildlich am Transfermarkt zugeschlagen hat und genauso viele Niederlagen wie Man Shity, dem besten Fußball Team das England je gesehen hat ((c) Medien). Arsenal holt einen der besten Mittelfeldspieler der Welt, aber die Arsenal Fans beschließen, mitten in seiner ersten Saison in der Premier League, dass er nicht gut genug ist. Sanogo wird jetzt schon abgeschrieben, nach einem halben Dutzend Auftritte für den Klub. Natürlich hätte er gestern den Ball in der Nachspielzeit auf das Tor bringen müssen und es ist auch schwer zu verdauen, dass wir im Wintertransferfenster angeblich niemanden finden konnten, der besser ist als der junge Yaya und Niklas, der freche Bengel. Aber deswegen sofort von einem Fehlkauf zu sprechen zeugt ausschließlich von mangelndem Sachverstand. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass uns unser bester Spieler in dieser Saison, Aaron Ramsey, fehlt und den Beitrag von Theo Walcott haben wohl auch viele unterschätzt.

Wahrscheinlich ist es bei anderen Klubs eh nicht viel besser. Aber die Attitüde des verwöhnten Kindes, das jedes Mal einen Tobsuchtsanfall bekommt wenn es nicht kriegt was es will, ist auf die Dauer ermüdend. Dem Fratzen sollte man vielleicht das eine oder andere Mal eine pädagogisch weniger wertvolle Züchtigung angedeihen lassen.

Das größte Problem im Spiel gegen Stoke, war weder die Taktik, noch das Personal, sondern die nicht vorhandene Fähigkeit der Gunners, ihr Spieltempo und gelegentlich auch die Spielweise zu ändern, wenn es erforderlich ist. Mitte der ersten Halbzeit hätte man das Tempo anziehen müssen, den Stoke war schwach. Nach der Pause haben aber die Potters das Tempo angezogen, weil sie gespürt haben, dass Arsenal versuchen wird so weiterzumachen, wie bis dahin. Ein mehr als unglücklicher Elfmeter (hier eine gute Erklärung, dass es eigentlich keiner war) besiegelte dann das Schicksal von Arsenal. Aber um der Wahrheit Ehre zu geben, mehr als ein Unentschieden hatten wir uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht verdient. Der Ansturm zum Ende hin, war dann wieder einmal zu wenig zu spät.

Vielleicht schafft es Arsenal nächsten Samstag in das Semifinale des FA Cup aufzusteigen, dann kehrt wieder etwas Ruhe ein. Ich möchte gar nicht daran denken was los ist, wenn das auch noch schief geht. In der Liga sind wir jetzt nur mehr Passagier. Jetzt da auch Liverpool zu uns aufgeschlossen hat, wird die Luft jedenfalls dünner und selbst die Qualifikation für die Champions League verlangt eine große Kraftanstrengung.

Trotz allem, Come on you Gunners! Victoria Concordia crescit!
     

Sonntag, 19. Januar 2014

200

Der Titel bezieht sich nicht auf die B-Movie Version des bekannten Action- Spektakels über den Kampf der Spartaner an den Thermopylen, sondern darauf, dass Arsenal gestern sein 200. Londoner Derby in der Premier League bestritten hat. Mehr als 100 davon haben die Gunners gewonnen und weniger als ein Viertel verloren.

Der Sieg über die Cottagers war relativ komfortabel, zwei Tore von Cazorla, davon das erste nach einer sehenswerten Kombination von ihm, Giroud und Wilshere, wobei ich den Pass von Giroud auf Wilshere besonders hervorheben möchte, haben uns den Platz an der Sonne für eine weitere Woche gesichert. Trotzdem herrscht Skepsis, außen wie innen, dass Arsenal FC den Titel holen kann. Auf Sky Sport wurden wieder einige Tweets von Zusehern veröffentlicht, davon auch eines von einem dem Autor bekannten Kanonier aus dem Steinfeld. Diese Beiträge sind meistens an Banalität kaum zu überbieten und auch gestern war das nicht anders, abgesehen natürlich von unserem Kollegen. Interessant war aber der Tenor, dass man Arsenal nicht zutraut den Titel zu holen. Diese Stimmung zieht sich durch die Medien und auch einige Gooner scheinen nicht so recht überzeugt zu sein. Schließlich spürt man sogar selbst eine gewisse Skepsis. Warum ist das so?

Zunächst haben wir objektiv nicht so einen dichten Kader wie Chelski oder Man Shity. Die hellblauen aus Manchester haben den Ausfall ihres stärksten Stürmers kaum wahrgenommen und die von unter der Brücke könnten mehrere Premier League Teams mit einem Top Mittelfeld ausstatten. Auf der anderen Seite ist der Sturm bei Mourinhos Schergen aber nicht gerade das blaue vom Ei und Arsenals Mittelfeld ist auch extrem variabel. Der Ausfall unseres besten Spielers Ramsey hat uns in den letzten Wochen ebenfalls nicht wirklich irritiert. Außerdem stellt sich die Frage, warum Liverpool immer noch von manchen als ernsthafter Titelkandidat gehandelt wird. Ich habe einen großen Teils des Spiels gestern gegen Aston Villa gesehen, die zugegebener Maßen wesentlich aufgeweckter wirkten als gegen Arsenal, aber die Reds sind nun wirklich kein Team, dass mich vom Hocker reißt. Und Manchester United letztes Jahr war auch nicht gerade berauschend, um es vorsichtig zu formulieren. Die Position dieses Jahr entspricht eher dem gefühlten Standard im Traumstadion.

Die Antwort ist, glaube ich, die Erwartungshaltung. Wenn wir Fußball schauen, oder was auch immer sonst beobachten, wird unsere Wahrnehmung durch unsere Erwartung gefärbt. (Gunnerblog hat zu diesem Thema eine sehr interessante Bemerkung über die Leistung von Özil gestern gemacht). Arsenal hat den Nimbus des Champions verloren und solange wir keinen neuen Titel holen, wird man uns, egal wie gut wir spielen, oder wie oft wir zu Null spielen, oder wie brillant wir unsere Tore herausspielen, nicht als solchen wahrnehmen. Das gilt auch für die Arsenal Fans und bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich sogar für die Spieler.
Unsere Gunners haben die stärkste Verteidigung der Liga (ex aequo die wenigsten Gegentore und die meisten Spiele zu Null), ein kampfstarkes und torgefährliches Mittelfeld und die richtige Einstellung, die es ihnen auch erlaubt hat, Spiele zu gewinnen, in denen die Leistung nicht so gepasst hat. Sie haben gelernt, geduldig auf ihre Chance zu warten und die Zahl der Anführer ist extrem hoch (Mertesacker, Ramsey, Wilshere, Flamini, Arteta, Sagna, Özil, Vermaelen). Gleichzeitig herrscht ein Teamgeist, der einen wünschen lässt, dazuzugehören (etwas was uns vor allem von Chelski und Man Shity unterscheidet) und der Mannschaft hilft, auch schwierige Situationen zu meistern.

Natürlich gibt es auch Schwachpunkte, wer hat die nicht. Die Kadertiefe haben wir schon angesprochen. Vor allem in der Innenverteidigung und im Sturm kann es schnell sehr düster ausschauen. Aber bis Ende Jänner brauchen wir darüber nicht zu lamentieren, denn im Angriff scheint man ernsthaft etwas tun zu wollen, auch wenn es auf einem anderen Blatt steht, ob das klappt. Unser Angriffsspiel hängt vielleicht zu stark von einem Spieler ab, was auch wieder mit dem Kader zu tun hat, aber auch damit, dass es dem Team schwer fällt seine Offensiv Taktik zu adaptieren.

Trotzdem, Arsenal FC ist Tabellenführer, im Moment halten wir einen strammen Kurs auf den Titel in der Premier League und solange das so ist, sollten zumindest wir Fans das tun, was man von uns erwartet: nämlich hinter der Mannschaft zu stehen und an den Erfolg zu glauben. Wenn wir es nicht tun, wer dann? Andere werden das nicht für uns übernehmen. Erst wenn Arsenal wieder Meister ist, dann werden wieder alle schwärmen und es immer schon gewusst haben.

Schönen Sonntag und bis zum nächsten Mal.

So schaut's aus!

     

Donnerstag, 16. Januar 2014

Ein bisserl was für Zwischendurch!

Aston Villa:

Den Großteil des Spiels war Arsenal die dominierende Mannschaft, auch noch in der schwächeren zweiten Halbzeit. Aber mit Nachlässigkeit lassen sich auch Abstiegskandidaten wie Aston Villa wieder zum Leben erwecken. Nach dem Anschlusstreffer von Beneteke, dem man ansonsten angesehen hat, dass die letzte Saison eher die Ausnahme und nicht die Regel war, ist es noch einmal richtig spannend geworden. Glücklicherweise ist unsere Abwehr zum Bollwerk geworden, speziell Mertesacker und Koscielny. 2 Jahre keine Niederlage, wenn die beiden 90 Minuten auf dem Platz gestanden sind. Alle Achtung. Pers Anschiss für Cazorla, unmittelbar nach dem Tor, sprach auch Bände. Am Ende zählen aber die 3 Punkte und Arsenal war wieder auf seinem angestammten Platz, an der Spitze der Tabelle. Hier die Zahlen (vor allem Mertesackers herausragende Leistung) und eine taktische Analyse, die speziell auf Wilsheres Beitrag eingeht.

Fulham:

Langsam wird es knapp mit dem Personal (Team Neuigkeiten). Rosicky musste nach dem nicht geahndeten Foul von Agbonlahor, wegen eines zweifachen Nasenbeinbruchs unter Vollnarkose operiert werden und ist fraglich. Monreal hat sich eine Bänderverletzung im Fuß zugezogen. Vermaelen, Arteta und Ramsey sind immer noch nicht fit und werden wahrscheinlich erst wieder gegen Southampton verfügbar sein. Bendtner, der heute Geburtstag hat (26), ist unwesentlich weiter und wird daher auch erst dann wieder auf der Bank sitzen. Im Defensivbereich ist Jenkinson damit der letzte Mohikaner auf der Ersatzbank. Fulham sollten wir, ebenso wie nachher Coventry, trotzdem packen. Aber wie der Montag gezeigt hat, einmal kurz nachgelassen und es geht Bach abwärts.

Transferfenster:

Die Geschichten aus dem Lazarett, bringen uns zu den Transfers. Wir sind mitten im Fenster und es gibt schon zwei Zugänge. Der eine ist eine Verstärkung des medizinischen Teams, den wir von West Ham abgeworben haben, Andy Rolls. Der andere Zugang spielt in der Verteidigung und kommt von Ajax Amsterdam. Anouk Hoogendijk verstärkt aber das Damen Team, das sich gerade in einer Phase befindet, die man wohl einen Totalumbau nennt. Mehr dazu von Tim Stillman hier. Sollten übrigens die Arsenal Ladies (gegen Birmingham) und die Damen vom SV Neulengbach (gegen Tyresö aus Schweden) die aktuelle Champions League Runde überstehen, dann träfe man aufeinander. Das würde sich der Kanonier nicht entgehen lassen, wenn die Ladies vor den Toren Wiens spielen. 
Für das Team der Herren sieht es noch düster aus. Ntep von Auxerre ist auf dem Radar (hier), ebenso Draxler. Auch wenn im zweiten Fall das Interesse recht konkret zu sein scheint. Wie auch immer, der Kader ist dünn und Verstärkungen täten uns gut.

Das soll es gewesen sein, bis zum nächsten Mal.

Up the Arsenal! 

Zwei NiederländerInnen (Bild:twitter.com/Anoukhoogendijk)

Montag, 30. Dezember 2013

Bestes Team des Jahres 2013!

Arsenal FC hat von 1.1.2013 bis 31.12.2013 die meisten Punkte in der Premier League geholt. Dafür gibt es zwar keine Trophäe und keine Rundfahrt mit einem offenen Bus durch Islington, aber ein bisschen stolz dürfen wir schon sein.

Nach dem nervenaufreibenden Nachmittag in Neuburg über dem Tyne (ein paar Zahlen hier, und die Beobachtungen der üblichen anderen hier und hier), wo wir Schritt 2 der Operation 7 Siege erfolgreich beendet haben, sind wir jedenfalls auch in der aktuellen Tabelle, nach der Hälfte aller Spiele, Erster. In Argentinien gibt es dafür schon einen Titel! Die Gunners müssen 19 weitere Spiele warten bevor es soweit ist. Die Frage ist: Schaffen wir das?

Unsere Abhängigkeit von Giroud, der gestern auch endlich wieder getroffen hat, wurde hier schon mehrfach betont. Daraus ergibt sich das ebenfalls schon mehrfach angesprochene Dilemma, ob man dem Franzosen auch einmal eine Pause gönnen kann. Auch Wenger quält diese Frage (siehe hier: auch mit ein paar Fakten, die Girouds Bedeutung für unser Spiel untermauern). Cardiff daheim scheint mir aber das Spiel zu sein, wo wir am ehesten experimentieren können. Das Kasperltheater von einem Fußballclub hat noch immer keinen neuen Trainer und erreichte daheim gegen den Tabellenletzten Sunderland nur ein Unentschieden (Offenbar hat Vincent Tan, der Eigentümer der ehemals Blauen, sein Team nach dem Ausgleich sogar ausgebuht. Nur so als kleine Erinnerung für die Arsenal Fans, wie viel Glück wir mit unserem Eigentümer haben).
Bonus: Ausgezeichnete Analyse zu Girouds Psyche!

Alternativen haben wir schon. Neben der Möglichkeit Bendtner an Stelle von Giroud spielen zu lassen (bin ich froh, dass ich den Blog nicht live vor Publikum schreibe und mich nicht vor Obst und Gemüse jenseits des Verfallsdatums in Deckung bringen muss!), könnte man auch Walcott oder Podolski den Platz in der Mitte überlassen, um sich anzusehen was passiert. Im Notfall kann man Giroud immer noch einwechseln. Nachdem er aber nicht nur extrem viel gespielt hat, sondern auch eine Verletzung am Fuß hat, nach einem der zahlreichen ungeahndeten Fouls von gestern, sollte Wenger die Gelegenheit beim Schopf packen. Wenn das funktioniert, dann wären die kommenden Spiele, auch das Cup Spiel gegen die Spuds, gute Möglichkeiten, dieses Alternative mehrfach zu üben, bevor es wieder ernster wird. So ein Plan B könnte uns den entscheidenden Vorteil für die Meisterschaft bringen (und mit Champions League und FA Cup wird rotieren sowieso zur Pflicht). Dagegen spricht, dass derzeit schon Ramsey und Özil fehlen, und der Mangel an Kreativität  gestern deutlich spürbar war.
Natürlich könnte man auch auf dem Transfermarkt zuschlagen, aber das wäre ja nur halb so lustig.

Damit möchte ich meine Tätigkeit für das Jahr 2013 einstellen. Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches Jahr
2014. Wie alle Gooner wünscht sich auch der Kanonier, dass es im kommenden Jahr endlich klappt und wir einen von diesen Silbertöpfen gewinnen können. Denn am 31.12.2014 wieder nur sagen zu können, wir haben im Kalenderjahr die meisten Punkte geholt, wird uns nicht reichen, oder?

Victoria Concordia crescit!

Auf das wir es 2014 wieder krachen lassen!

Samstag, 28. Dezember 2013

Schritt 1 von 7

So sehen Plot Points in einem guten Drehbuch aus! Nach einer Serie von mageren Ergebnissen gerät Arsenal FC 0:1 in Rückstand. Das sonst mäßige Team von West Ham wittert seine Chance und erzielt beinahe das zweite Tor. Die Gunners, die der zweite Treffer zumindest zwei Punkte gekostet hätte, wahrscheinlich aber das ganze Spiel, waren kurzfristig völlig von der Rolle (lange genug allerdings, damit einzelne Arsenal Fans im Pub das gesamte Team für die nächste Regenbogen Parade anmelden wollten. Du weißt wer du bist!). Dann verletzt sich auch noch Ramsey, der zwar kein großartiges Spiel gemacht hatte, aber trotzdem bisher der Spieler der Saison war. Eingewechselt wird die rheinische Frohnatur (also geboren in Polen, aber aufgewachsen in der Nähe von Köln) Lukas Podolski. Das scheint dem Team die zweite Luft zu geben, den kurze Zeit später trifft Walcott zum Ausgleich. Podolski mischte derweil die linke Seite auf, bereitete so den zweiten Treffer von Walcott mit einer Flanke vor und schießt das dritte Tor, nach Vorlage von Giroud, selbst. Spiel gedreht, Tabellenführung zurückerobert, Mission erfüllt.

Was leicht der Tiefpunkt des Jahres 2013 hätte werden können, ist nun möglicherweise die nächste Stufe zu Größerem. Liverpools Niederlage in den Middle Eastlands gibt uns die Möglichkeit, in den kommenden 6 Spielen, unsere Führung auszubauen. Morgen in Neuburg über dem Tyne müssen wir dabei die schwierigste Prüfung bestehen. Die Elstern sind an den Top 4 dran und könnten mit einem Sieg den Abstand auf Arsenal auf 3 Punkte reduzieren. Motivation ist also sicher nicht das Problem und Qualität auch nicht, sonst wäre man nicht in dieser Position. Traditionell tun wir uns schwer im St. Jakobs Park, für Unterhaltung ist also gesorgt.

Da Ramsey verletzt ist (derzeitige Prognose: Rückkehr um den 13. Jänner! Quelle: Premier League Fantasy League!!!) stellt sich die Frage, ob Wilshere zurück ins Team kommt oder doch Rosicky den freigewordenen Platz übernimmt. Wie auch immer die Entscheidung getroffen wird, es zeigt, dass unser Kader stärker geworden ist, denn bei beiden würden wir uns keine Sorgen machen müssen.

Da es sich um das letzte Spiel 2013 handelt, könnten wir für das nächste Spiel daheim gegen Cardiff (die mittlerweile ihren Trainer entlassen haben) bereits am Transfermarkt zu schlagen. Selten so gelacht, den das wird natürlich nicht passieren. Ob wir überhaupt aktiv werden, wird uns daher für die nächsten 4 Wochen beschäftigen. Ich bleibe dabei, dass uns ein Mittelstürmer als Personalreserve für Giroud guttun würde, den weder Podolski noch Walcott können den Franzosen vollwertig ersetzen. Auch wenn er vor dem Tor im Moment die Seuche hat, ist er unsere Erste Anspielstation im Angriff und das ist einfach nicht das Spiel von Lukas und Theo. Wenn einer von den Beiden den Mittelstürmer spielen soll, dann bräuchten wir eine andere Taktik und da stellt sich die Frage, ob man nicht lieber bei bewährtem bleibt und entsprechendes Personal dafür holt. Auch ein weiterer Mann für die Defensive, vorzugsweise ein vierter gelernter Innenverteidiger, würde sicher nicht schaden. Trotzdem werde ich kein Geld darauf setzten, dass irgendetwas passiert. Ich spekuliere jetzt auch nicht über Namen, da ich gar nicht abschätzen kann, ob an einem der Gerüchte etwas wahres dran ist, oder alles nur Erfindungen von unterbeschäftigten Redaktionshilfskräften ist. Man wird sehen.

Also, auf zur fröhlichen Vogeljagd im Norden (wie das Sprichwort so schön sagt: "Mit Kanonen auf Elstern schießen"), auf das der Wendepunkt am Boxing Day wirklich ein solcher war und bleibt.

Come on you Gunners!
  

Sonntag, 8. Dezember 2013

Ein Satzball!

Die Zeit für Blogposts wird immer knapper. Der versprochene Reiseartikel ist immer noch nicht endredigiert und fotolos, kommt aber bestimmt. Versprochen! Daher wieder nur ein paar kurze Gedanken zwischendurch.

Hull: Frisch vom Kung Fu Training gekommen, habe ich dieses Spiel daheim via Stream gesehen. Überzeugender Auftritt das!. Das erste Tor durch Bendtner habe ich zwar verpasst, dafür aber dann das brillante Zweite durch Özil nicht. Wobei der magische Moment der Pass von Ramsey war, ohne aufzuschauen, genau in die Nahtstelle der Verteidigung und gegen die Bewegungsrichtung von Allen, außer Mesut. Der brauchte dann auch nur noch einzuschieben, weil eben auch der Torhüter am falschen Fuß und am falschen Ort stand. Sonst war das ein Auftritt der Gunners der an die besten Zeiten erinnerte. Das Momentum, das die Saison von Arsenal aufnimmt, ist jedenfalls deutlich spürbar und die 6 Pflichtpunkte sind einmal gemacht. Nun folgt Stufe 2 im Vorweihnachtsprogramm!

Everton: Chelsea verliert gestern in Stoke, City holt nur ein Unentschieden in Southampton und schon wird aus einem ohnehin schon wichtigen Heimspiel, ein Satzball. Sieben Punkte können es heute werden, aber Vorsicht ist geboten. Martinez, der Trainer von Everton, beweist an neuer Wirkungsstätte, dass er eine der heißeren Aktien unter den Premier League Trainern ist. Erster Auftritt in Old Trafford mit den Toffees und gleich 3 Punkte, etwas was Moyes als Everton Manager nie gelungen ist. Die Blauen aus Liverpool können nicht nur spielen, sondern haben mit Lukaku auch eine absoluten Top Stürmer, den Chelsea aus völlig unerfindlichen Gründen verliehen hat. Das wird also kein Selbstläufer. Auf der anderen Seite, könnte uns die offenere Spielweise entgegenkommen. 

Am Wichtigsten wird aber sein, Ruhe zu bewahren auch wenn das keine drei Punkte werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass im Moment zwar alles Eitel Wonne und Sonnenschein ist bei den Gunners, aber dass die Suderanten und Untergangspropheten nur darauf warten sagen zu können, sie haben es eh schon immer gewusst. Die ersten Reaktion auf eine Times Meldung über eine Vertragsverlängerung von Wenger, mit Gehaltserhöhung, deuten schon darauf hin. Ich habe es an dieser Stelle schon oft geschrieben und tue das gerne wieder. Wenger ist und bleibt einer der besten Trainer des Planeten und so jemanden hält man solange es geht. Die Entwicklung von Ramsey und Szczesny sind ein weiterer Beweis, dass ein Profi wie Wenger tausendmal mehr von Fußball versteht als alle Fans und Journalisten zusammen. Fehlerlos? Sicher nicht! Ersetzbar? Meiner Meinung nach nicht vollwertig. Und die jüngsten Entwicklungen im Stadion der Albträume sollte all jenen als Warnung dienen, die glauben dass das Ende einer Trainerära nahtlos in einen Aufschwung führt. Arsène Wenger ist Arsenal FC und ich bin froh wenn das noch lange so bleibt. Egal wie das heutig Spiel ausgeht.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf eine Aktion der REDaction Gooners. Es geht um eine Petition das "Safe Standing" in Englands Stadien einzuführen. Konkret zielt diese Petition darauf ab, dass Arsenal FC in Person von Ivan Gazidis, ein Vorreiterrolle in diesem Projekt übernimmt. Wenn euch das also wichtig ist, dann unterschreibt. 

Und damit auf zur Weihnachtsfeier der Vienna Gooners, mit Roastbeef und Ale! 

Up the Arsenal!