Montag, 28. Oktober 2013

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.

Nachdem Arsenal am Samstag 3 Punkte aus dem Selhurst Park mitgenommen hat, in einer Partie die sich angefühlt hat, wie wenn man in einen Kaugummi steigt und bei jedem weiteren Schritt denkt: Es zieht sich! („Des zaht si!“ mit einer längeren Betonung auf dem a, würde man in Wien sagen), folgt nun der Ernst des Lebens. Nicht unbedingt schon morgen Abend im Ligapokal gegen Chelski, aber danach am Samstag beim Gipfeltreffen gegen Liverpool. Dem Duell mit den Reds folgt das Rückspiel in Dortmund, was sicher auch kein Spaziergang werden wird und schließlich wieder etwas rotes, auswärts in Manchester. Danach wissen wir mehr.

Noch ein paar Worte zum Spiel vom Samstag. Die Gunners hatten sicher nicht ihren besten Tag, vor allem der eine oder andere Schlüsselspieler wirkte zum Teil gehemmt. Auf der anderen Seite habe ich die Highlights dieses Spiels über das Wochenende mehrfach gesehen (Sky Deutschland) und wenn es Torchancen gab, dann in erster Linie von Arsenal. So gesehen sind wir vielleicht schon wieder etwas zu kritisch mit unseren Helden. Den am Ende haben wir trotz eines nummerischen Nachteils in der zweiten Halbzeit, verursacht durch ein Foul von Chamakh an Arteta (je öfter ich die Szene gesehen habe, desto mehr hat sich meine Meinung gefestigt) mit 2:0 Toren gewonnen (auch wenn Szczesny verdient Man of the Match geworden ist, auf Grund der einen oder anderen tollen Parade). Das 2:0 durch Giroud, nach Vorlage von Ramsey, war der Beweis, dass wir im Entscheidenden Moment das Personal haben um auf den Kern des Spiels zu kommen, nämlich zu gewinnen. Vor allem Ramsey ist derzeit unser Fels in der Brandung.

Wie auch immer man die Leistung des Teams oder einzelner Spieler bewerten mag, die kommenden beiden Wochen werden zeigen, ob wir schon so weit sind, in Richtung eines Titels zu schielen. Auf der andern Seite sollte man die Gegner auch nicht überbewerten. Liverpool hat einen guten Lauf und mit Suarez und Sturidgge ein gefährliches Stürmerduo, das einen Lauf hat. Aber das Team ist am Papier schwächer als unseres und auf lange Sicht nicht der Kandidat für den Titel. Wobei Arsenal für diese Saison vermutlich auch (noch) kein Titelkandidat ist. Manchester United ist höher einzuschätzen, aber derzeit nicht wirklich in Form. Der Trainerwechsel fordert seinen Tribut, möge das lange anhalten.

Unsere Vorlage am Wochenende hat jedenfalls nichts genützt. Liverpool siegte souverän, United nach Schwierigkeiten daheim gegen Stoke (zwischenzeitliches 1:2 durch Arnautovic) knapp und Tottenham wieder durch einen Elfmeter in den letzten 10 Minuten gegen Hull. Bei Man Shity gegen Chelski sah es lange so aus, als würde das für uns optimale Ergebnis herausschauen, eine Punkteteilung. Aber Joe Hart geht zurzeit den Weg aller englischen Teamtorhüter und schüttet sich Wochenende für Wochenende an. Diesmal mit Hilfe von Nastasic, dem serbischen Verteidiger von den Scheichs. Das Ende des Spiels naht, ein hoher Ball, Nastasic, verfolgt von Torres, lässt ihn aufspringen, um in wenig später mit dem Kopf zu spielen. Aus unerfindlichen Gründen hat der Hart die Situation so aufgefasst, dass ein Herauslaufen seinerseits unabdingbar war. Das Ergebnis dieser Entscheidung war, dass der erwähnte Kopfball seines Teamkollegen über ihn drüber ging und Fernando "Chancentod" Torres gar nicht anders konnte, als in das leere Tor zu treffen. Mourinho hat sich darauf hin gebärdet wie ein Geistesgestörter (gut, wie den sonst auch) und musst ohne Handschlag von Pellegrini zu Bett gehen.

Unter dem Strich heißt das, die Konkurrenz ist uns dicht auf den Fersen. Morgen gegen Chelski (Mourinho hat sich natürlich auch über diesen Termin aufgeregt und hätte den Mittwoch fairer gefunden) stehen uns einige der Spieler nicht zur Verfügung, die man vielleicht erwartet hätte. Das schränkt den Raum für Rotation etwas ein, denn der eine oder andere würde eine kleine Pause vor dem kommenden Programm sicher gut brauchen können. Ich persönlich finde, dass man das Spiel nicht überbewerten soll und würde nicht in Depressionen verfallen, wenn wir uns aus diesem Bewerb verabschieden würden. Auf der anderen Seite, jede Niederlage die man einem Team wie dem von unter der Brücke mit diesem selbstgefälligen Trainer zufügen kann, ist natürlich ein Grund zur Freude.

In diesem Sinn, eine erfolgreiche Arbeitswoche und nicht vergessen: We love the Arsenal, we do...!   

Freitag, 25. Oktober 2013

Und er schreibt doch!

Nach einer längeren Pause, darf ich allen Lesern zunächst einen schönen St. Crsipins Tag wünschen, bekannt aus der Ansprache von Heinrich V. in dem gleichnamigen Stück von Shakespeare (hier in der Film Version von Kenneth Branagh).
Seit dem letzten Post haben wir gegen West Bromwich und Norwich in der Liga gespielt und gegen Neapel und Dortmund in der Champions League. Mit unterschiedlichen Ergebnissen. Gegen Neapel haben wir eine der souveränsten Leistungen der letzten Jahre abgeliefert und entsprechend sicher mit 2:0 gewonnen, gegen West Brom mussten wir uns mit einem Punkt zufrieden geben, dann folgte das Spiel gegen Norwich daheim. Die letzten beiden Partien habe ich live im Stadion verfolgt und in beiden Fällen, waren es nervenaufreibende Nachmittage, diesmal sah die Sache anders aus. Arsenal machte vielleicht nicht das beste Spiel aller Zeiten, aber dafür erzielten die Gunners 4 Tore, die die große Klasse unserer Kicker unterstrichen. Das 1:0 durch Wilshere, nach einem der schönsten Spielaufbauten die ich je gesehen habe. Dazu eine detaillierte Beschreibung von Gunnerblog und ein Video. Wenn ich etwas herausheben müsste, dann den letzten Pass von Giroud, der einfach nur perfekt war. Giroud war es auch, der mit einer ebenso perfekten Flanke, dass erste Kopfballtor (überhaupt, wenn ich das richtig verstanden habe) von Özil auflegte. Dazu eine brillante Einzelaktion von Ramsey, bei dem die gesamte Abwehr der Canaries auf dem Allerwertesten landete.
Am A***h
Und zum Drüberstreuen eine perfekte Flanke von Rosicky, die Ramsey für Özil auflegte, sodass dieser nurmehr den Fuß hinhalten musste. Selten war es so geil Arsenal zu schauen (wenn mir dieser Ausdruck gestattet sei)!

Am Dienstag dieser Woche dann das Spiel gegen Dortmund. Zwei der spielstärksten Teams Europas im direkten Duell. Wenn man nimmt, dass das der Finalist des Vorjahrs war, gegen ein Team, dass erst zu neuen Ufern aufbricht, dann kann man ganz zufrieden sein. Wir wurden nicht ausgespielt, hatten das Spiel im letzten Drittel sogar gut im Griff. Einige Spieler hatten nicht den besten Tag, Özil war krank, wie wir nachher erfahren durften, trotzdem waren wir drauf und dran zu gewinnen. Aber im Überschwang hat Arsenal zum Schluss vergessen, dass auch ein Punkt ein gutes Ergebnis gewesen wäre und hat sich auskontern lassen. Wenn man sich allerdings ein Spiel hätte aussuchen müssen, dass man verliert, dann war dieses eine gute Wahl. Die Gruppe wird zwar jetzt extrem schwer zu gewinnen oder auch nur aufzusteigen, nachdem Arsenal, Borussia Dortmund und Der SSC Neapel jeweils 6 Punkte haben, aber wenn man in der Champions League etwas erreichen will, dann gehören auch solche Hürden genommen. Erschwert wird die Aufgabe dadurch, dass wir die Konkurrenz um den Aufstieg jeweils auswärts spielen müssen.

Morgen hat uns der Liga Alltag wieder. Crystal Palace, einer der Aufsteiger und damit ein weiteres Derby erwartet uns. Um die Sache interessant zu machen, hat Palace den Trainer, Ian Holloway, gestern entlassen. Damit besteht die Chance, dass die Mannschaft morgen etwas befreiter zur Werke geht. Aber ausmachen darf das nichts. Flamini könnte nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich gegen Norwich zugezogen hat, wieder mitspielen. Wilshere muss zum Fitnesstest. Trotz seines Supertores, täte ihm eine Pause vielleicht nicht schlecht. Der November hat es in sich und seine Form war nicht die allerbeste. Aber mal sehen.

Nach diesem Wochenende wir es lustig. Chelsea im Ligapokal (auch wenn wir da stark rotieren werden), Liverpool daheim, Manchester United auswärts und Dortmund auswärts. Und schließlich, der Kanonier in London, beim Spiel gegen Southampton.
Wobei, das ist eine schwierige Geschichte. Der Trauzeuge des Kanoniers hat zum 50. Geburtstag einen Fußballtrip nach London geschenkt bekommen und ich bin der Master of Ceremony dabei. Da er kein Arsenal Fan ist (noch nicht, möchte ich sagen), wollen wir auch andere Spiele besuchen. Daher habe ich Karten für West Ham gegen Chelsea besorgt. Mittlerweile wurde dieses Spiel aber auch auf den Samstag gelegt, 17:30 Ortszeit. Dass bedeutet eine schwache halbe Stunde Zeit um von Ashburton Grove zum Boleyn Ground zu kommen. Ein wohlmeinender Einheimischer hat auf die Frage, ob das zu schaffen sei gemeint: "Ja, mit einem Hubschrauber!". Und das ist gar nicht so leicht zu organisieren.

Am erste Dinge zuerst, und das ist das Spiel morgen, gegen Crystal Palace.

Come on you reds!

Sonntag, 29. September 2013

Aussicht!

Ein sehr erfreuliches Wochenende war das bis jetzt. Während sich Chelski und die Spuds die Punkte geteilt haben, wobei das ja mathematisch nicht ganz richtig ist, denn von den zu vergebenden drei Punkten hat jeder nur einen bekommen, haben die beiden Mancunians ihre Spiele sogar verloren. City auswärts gegen Villa und United daheim gegen West Brom.

Das alles war schon Geschichte, als die Gunners im benachbarten Ausland (aus englischer Perspektive) zu ihrer nächsten Auswärtspartie aufliefen. Die walisischen Schwäne waren eine der schwereren Aufgaben in den letzten Wochen, aber erfreulicherweise hat sich Arsenal in ein solides Team verwandelt, dass zwar nicht alles überstrahlt aber dennoch seine Spiele gewinnt. Und auch wenn Swansea mehr vom Ball hatte so hatte ich nie das Gefühl, dass wir unter besonderem Druck standen. Die Verteidigung stand gut. Wenn dem einmal nicht so war, dann war einer der Spieler da um das Schlimmste zu verhindern. Szczney fing, vor allem in den letzten 10 Minuten, souverän die hohen Bälle herunter und damit war die Grundlage für den 12. Auswärtssieg in Folge in allen Bewerben und dem 8. in der Premier League gelegt.
Vorne hatte Özil eine unauffälligere Partie, dafür setzte Ramsey seinen beeindruckenden Lauf fort. Vergleiche mit Lampard, betreffend den Einfluss auf das Spiel, nicht wegen seiner Statur (Stichwort:"Fat Frank") waren schon zu hören. Auch diesmal war er mit einem Assist und einem Tor (beide von exquisiter Qualität) und 7 erfolgreichen Tackles maßgeblich am Erfolg der Gunners beteiligt. Dazu zeigte auch Gnabry, der am Mittwoch nicht die besten Rezensionen bekommen hatte, dass auch er mehr als nur ein Talent ist. Belohnt wurde seine Leistung mit dem ersten Tor in der Premier League. Auch physisch war sein Auftritt alle Ehren wert, vor allem nach den 120 Minuten Capital One Cup, die er bestritten hatte. Auch der bei dieser Gelegenheit verschossene Elfmeter hat ihn nicht aus der Bahn geworfen, wobei so etwas sicher leichter zu verdauen ist, wenn das Team am Ende als Sieger vom Platz geht.
Den Schwänen gelang in der 81. Minute der Anschluss aus einer, zugegebener Maßen, schönen Aktion. Doch auch wenn die Nervosität da war, als Fan von Arsenal hat man ja schon so einiges erlebt, hatte man nie das Gefühl, dass die 3 Punkte ernsthaft in Gefahr sind. Lediglich die schlechte Angewohnheit von unserem Goalie, den Ball immer möglichst weit wegzutreten, damit er ja nicht bei einem Arsenal Spieler landete, war etwas enervierend. Aber gut ist es gegangen, nichts ist geschehen!

Damit war es vollbracht, Arsenal ist auch nach dem 6. Spieltag Tabellenführer. Die nächsten Spiele in der Liga sind W.B.A. auswärts (dejá vù), Norwich daheim und Crystal Palace auswärts, sowie Napoli und Dortmund daheim in der Champions League. Unterbrochen wird das ganze von den letzten Gruppenspielen in der WM-Qualifikation. Das europäische Programm ist sicher anspruchsvoller auch wenn wir in den Heimspielen punkten sollten. In der Liga haben wir nach wie vor die Gelegenheit uns vorne fest- und vielleicht sogar weiter abzusetzen. Der Oktober endet mit dem Heimspiel gegen Chelski im Ligapokal. Das verspricht sehr interessant zu werden, vor allem was die Aufstellungen betrifft. Und vielleicht ist der Special One dann gar nicht mehr Trainer. Schließlich ist seine Auftaktstatistik (Quelle finde ich jetzt nicht) genauso schlecht wie in seiner letzten Saison für die von unter der Stamford Brücke.  

In diesem Sinne einen schönen Wahltag an meine Landsleute und ein allgemeines up the Arsenal!
 

Mittwoch, 18. September 2013

À Marseille!

Spiel 2 im Jahr 1 A.Ö. (Anno Özili) findet in der französischen Hafenstadt Marseille statt. Spiel 2 von Mesut ist gleichzeitig Spiel 1 der Gunners in der diesjährigen Champions League, für die wir uns zum 15. Mal in Folge qualifiziert haben. Ganz ordentliche Zahl würde ich meinen!

Das Debüt unseres neuen Helden gegen Sunderland am vergangenen Samstag, verlief zufriedenstellend. Da MC dem Kanonier die Vorfreude auf den ersten Einsatz mit der gnadenlosen Aussage: „Der spielt sicher nicht" fast verdorben hat (wahrscheinlich bringt er kleine Kinder zum Heulen, indem er ihnen sagt, dass es keinen Weihnachtsmann und keinen Osterhasen gibt) musste eine kleine Wette her. Auf Grund der Verletzungen von Rosicky und Cazorla und der Roßnatur unseres Türken (eine Magenverstimmung, die Mertesacker zum Verbleib in London zwang, hielt ihn nicht von seinem Debüt ab) bin ich nun um ein Bier reicher.
Für das Team hat es sich jedenfalls auch ausgezahlt. Özil fügte sich perfekt ein, zeigte was für ein großartiger Fußballer er ist und machte auch von Anfang an klar, dass er physisch keine Problem mit dem englischen Fußball hat. Nach 10 Minuten zeigte Özil sein großartiges Ballgefühl, stürmte an der Outlinie entlang und legte den Ball perfekt für Oliver Giroud auf. Was für ein Einstand. In der Folge ließ er immer wieder seine Fähigkeiten aufblitzen und dass, obwohl weder die eigene Mannschaft gut kannte, noch voll fit war. Wenn der auf allen Zylindern läuft, dann dürfen sich unsere Gegner auf etwas gefasst machen. Die ersten Vergleiche mit Pires oder Bergkamp wurden schon gemacht, ohne dass jemand zu Vorsicht mahnte. Aber es sollte uns nicht überraschen, dass ist immerhin der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, die (ich bringe es fast nicht heraus) seit einigen Jahren die Nummer 2 in Europa ist. Man kann gar nicht oft genug betonen, was für eine großartige Verpflichtung das war. Neben dem Megatransfer von Bale zu Real war das sicher der Wechsel des Sommers. Und alle Kritiker Wengers sollten sich vor Augen halten, was für ein wichtiger Faktor unser Manager bei der Verpflichtung war. Das darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das restliche Transferfenster ein Grund zum Heulen war. Und hätte Real nicht Bale gekauft und diese Verpflichtung irgendwie finanzieren müssen, dann hätten wir bloß Sanogo und Flamini gehabt, plus eventuell Demba Ba, den Chelsea dann unter Umständen doch verliehen hätte. Aber ein verletzungsanfälliger Teenager (wir stehen gerade bei zwei) ein Spieler der nur zum fithalten in Nord London aufgetaucht ist und ein, letzten Endes gescheitertes, Leihgeschäft in letzter Minute, klingt nicht extrem professionell. Und als Giroud in der Endphase gegen Sunderland angeschlagen am Boden lag, hatten wohl mehrere Fans die Schreckensvision von Nicklas Bendtner als Sturmspitze. Sicher nicht der schlechteste Spieler der Welt, aber auch sicher nicht die Lösung für unsere Probleme. Man kann nur hoffen, dass wir im Winter nachlegen.

Neben Özils gelungenem Debüt und Girouds 4. Tor im ebensolchen Premier League Spiel, war vor allem Ramsey herausragend. Das verkannte Genie, würde ich einmal sagen. Ein unermüdlicher Arbeiter und dazu noch zwei wichtige Tore, wobei beides technisch hochwertige Abschlüsse waren. Hier noch die Zahlen dazu. 19/20 Tackels ist schon extrem beeindruckend und damit führt er auch diese Statistik in der Liga. Ich hoffe die unter uns, die ihm gegenüber bisher so negativ eingestellt waren (Ihr wisst wer Ihr seid!) schämen sich jetzt ein bisschen.

Abgesehen von der teilweise dünnen Personaldecke sieht es also im Moment sehr gut aus. Trotzdem wartet viel Arbeit auf die Gunners. Dortmund und Napoli sind sicher stärker als Marseille, womit das heutige Spiel fast schon ein Pflichtsieg ist. Da Cazorla länger ausfällt und Özil immer noch nicht ganz auf dem Damm ist, müssen wir hoffen, dass wir uns durch die nächsten Wochen so durchlavieren, dass die gute Stimmung nicht wieder flöten geht. Am Sonntag gegen Stoke folgt ein anspruchsvolles Heimspiel, dann am Mittwoch auswärts gegen West Brom im Capital One Cup oder wie der Pot jetzt heißt und das Wochenende drauf dann Swansea auswärts. Bis Liverpool Anfang November kommt also kein übermäßig schwieriger Spiel, abseits der Champions League. Es könnte als, wie immer, schlimmer kommen. Und wir wollen nicht vergessen wir waren bis Montagabend Tabellenführer.

In diesem Sinne Allez les Rouges und bis bald!

Das ist Marseille!

     

Donnerstag, 5. September 2013

Der Messias ist da!

Er ist ein türkischstämmiger Deutscher, Muslim und sieht aus wie Marty Feldman aber für die Gooner dieser Welt ist es der Messias: Mesut Özil!

Nach Jahren in denen die großen Namen um Nord London einen Bogen gemacht haben und die paar die wir hatten sich zu Höherem berufen gefühlt haben, ist es endlich passiert. Arsenal FC wurde die neue Heimat für einen der Großen des Weltfußballs. Die unauffällige Art von Özil, sollte uns nämlich nicht darüber täuschen, das dieser Spieler in den letzten fünf Jahren die meistens Assists (72) in den Top Ligen Europas (via @1DavidWall) zu verzeichnen hatte. Und er ist die kreative Kraft in der deutschen Nationalmahnschaft, die ja an Talenten derzeit einiges zu bieten hat. Auch die Reaktionen von Ronaldo über Sergio Ramos bis zu Samir Kedhira, oder das Gerücht, dass Daniel Levy versucht haben soll, den Deal zwischen Arsenal und Real zu verhindern, den er mit seinem Verkauf von Bale an Real erst möglich gemacht hatte, sprechen dafür, dass das ein Haupttreffer war. Josè Mourinho hat den Wechsel von Demba Ba zu Arsenal zurückgepfiffen, weil wir sonst Titelkandidaten gewesen wären.

Nimmt man dazu noch die euphorischen Reaktionen aus dem Kader, dann kann das der Beginn einer neuen Ära sein. Martin Samuel hat in diesem Artikel die Frage gestellt:"Wer will der erste sein?". Arsenal wurde als Klub wahrgenommen, den Spieler verlassen, die etwas erreichen wollen. Mit Özil konnte dieser negative Trend gestoppt werden. Das der Deutsche sich nicht von sich aus für Arsenal entschieden hat, sondern von Real dazu gedrängt wurde, in dem man ihn de facto vor die Tür setzte, spielt in dem Fall keine Rolle. Der Hype ist da und das Image von Arsenal hat sich letzten Montag um 10:30 BST entscheidend geändert. Es liegt nun am Manager und dem CEO auf diesem Erfolg aufzubauen und die kommenden Transferfenster dazu zu nutzen, dieser, weitere Verstärkungen folgen zu lassen. Denn über eines kann unser neuer Star nicht hinweg strahlen: der verwichene Transfersommer wurde in den Sand gesetzt und nur ein paar glückliche Fügungen haben zu einem versöhnlichen Ende geführt. Der dringend benötigte Stürmer konnte nicht verpflichtet werden und nach derzeitigem Stand müssen wir hoffen, dass Niklas Bendtner wieder fit wird. Das Schicksal hat schon Sinn für Ironie. Trotzdem wollen wir uns nicht die Stimmung verderben lassen, von jetzt an geht es wieder bergauf.

Ein kurzer Blick nach Manchester zeigt, dass es immer noch schlimmer kommen kann und Moyes erstes Transferfenster als Trainer von United war ein veritables Fiasko. Die Posse um Herrera ist aber auch zu lustig, wenn man kein United Fan ist. Jedenfalls sollte das auch all denen als Warnung dienen, die sich eine Ablöse von Wenger wünschen. Auch wenn Moyes ein hochqualifizierter und fähiger Trainer ist, er hat außerhalb der Insel keinen Namen und schon ist es für einen Top Klub wie United schwer, die entsprechenden Kaliber zu engagieren.

Leider wird der erste Auftritt von Özil durch die Qualifikation für die WM 2014 unnötig verzögert. Sehr ärgerlich. Die Deutschen empfangen die Österreicher und ich darf an dieser Stelle meine kickenden Landsleute warnen: Sollte einer von euch Schwachmaten auf die vertrottelte Idee kommen und dem Mesut auch nur einen Kratzer zuzufügen, dann gibt es ein paar Watschen (gesund oder nicht, das sei jetzt dahingestellt).

In diesem Sinne freuen wir uns auf den Ausflug nach Sunderland um den Messias zum ersten Mal in Aktion bewundern zu dürfen. So ganze ohne Druck...

Up the Arsenal!

Bonus Lesestoff: Ein witziger und schön fotografierter Artikel über den Transfer Dead Line Day Abend in Ashburton Grove. 

Habemus Özil (oder doch Elvis?)

Samstag, 31. August 2013

Das Ende naht!

Nicht das Ende der Welt sondern des Transferfensters natürlich. Arsenal hat bisher zwei neue Spieler aufgenommen. Der eine, Sanogo, Kostenpunkt € 0,-- (in Worten: Null), der andere, Flamini, Kostenpunkt € 0,-- (in Worten: Null). Extrem animierend (Gazidis hat uns versprochen, das wir "incited" sein werden).

Das schlimmste daran ist, dass man als Arsenal Fan Geschichten wie diese zu glauben beginnt: "Arsenal will Benzema, Özil und Di Maria von Madrid holen". Aus purer Verzweiflung und auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist. Denn das hier ist viel wahrscheinlicher: "Gunners in Gesprächen mit Kalou". Na, wenn das nicht einer der unnötigsten Kicker der Geschichte ist, dann weiß ich auch nicht. Es hilft aber alles nichts. Montag, 24:00 ist alles vorbei. Das ist das Ende. Hoffen wir das Beste und beginnen wir mit dem Ärgern erst danach.

Morgen spielen wir gegen die Sumpfbewohner aus Middlessex, die bisher GBP 110 Mio. auf dem Transfermarkt ausgegeben haben, um 7 neue Spieler zu holen. Was die sich dabei wohl denken. Es wäre allerdings eine Pointe, wenn der Transfer von Bale zu Real doch noch platzt. Dann wären die Sp*rs zwar sehr gut für die Liga aufgestellt, aber wahrscheinlich auch Pleite. Das neue Stadion rückt dann wohl in weite Ferne. Und irgendwie werden sie es schaffen auch in dieser Konstellation 5. zu werden. Alles Gute dabei.

Das Spiel selbst ist, glaube ich, total offen. Wir haben einen ganz guten Lauf, nach dem Fehlstart gegen Aston Villa, dafür schon zwei schmerzhafte Ausfälle (Chamberlain und Podolski). Die Spuds haben ihre beiden Ligaspiele gewonnen, waren aber nicht besonders überzeugend. Ich freue mich jedenfalls schon, auch wenn eine etwaige Niederlage wieder jede Menge braunen Niederschlag in Nord London bedeuten würde. So eine Art Endzeitstimmung.

In der Champions League begibt sich Arsenal auf eine Tour d'Ultras nach Marseille, Dortmund und Neapel. Da erwarten uns drei der engagiertesten Fan Communitys Europas. Das wird zumindest bunt und laut. Aus sportlicher Sicht ist es eine der schwereren Gruppen. Dortmund war immer noch nur im dritten Topf, obwohl man im Vorjahr im Finale war. Und Neapel sogar nur im vierten. Aber was soll es. Wenn man den Pot holen will, dann muss man auch eine schwere Gruppe überstehen. Mit unserem Kader ist das ja kein....Oh verdammt! Aber das ist noch nicht das Ende!

Up the Arsenal!

Sonntag, 18. August 2013

Worst Case Szenario eingetreten!


Szene 1, Innen, Nacht:
Eine Hütte in den Bergen, draußen tobt ein Sturm, die Lichter flackern, Regen trommelt gegen die Fenster. Zwei Männer diskutieren.

Mann 1:
Das ist der heftigste Shitstorm (Anmerkung des Autors: Ich habe überlegt, das ins deutsche zu übersetzten, finde aber es handelt sich um einen Terminus technicus, den man besser unübersetzt lässt)den ich je erlebt habe!

Mann 2:
Ganz meine Meinung. Das hat sich aber schon den ganzen Sommer zusammengebraut. Herinnen dürften wir aber sicher sein!

Mann 1:
Ich schau mal ob die Tür abgesperrt ist!

Mann 2:
Aber mach sie unter keinen Umständen auf! Hörst Du, ja nicht aufmachen!

Mann 1:
Ich bin ja nicht dämlich, aber ich muss prüfen ob sie wirklich versperrt ist! 

(Er geht zur Tür, rüttelt ein bisschen daran, schließlich, um ganz sicher zu gehen, drückt er die Türschnalle nach unten)

Mann 2:
(schreit) Neeeeiiiiinnnnn!!!!

In Sekundenschnelle füllt sich der Raum mit Exkrementen, die Einrichtung wird komplett zerstört, die Fenster zerbrechen, die beiden Männer werden herumgeschleudert und stürzen schließlich zu Boden, wo sie bedeckt von Sch**** liegen bleiben.

Szene 2, Innen, Tag:

Die Hütte eine Trümmerlandschaft. Die beiden Männer liegen reglos am Boden. Mann 2 fängt sich langsam an zu rühren. Richtet sich auf. Rüttelt Mann 1 wach.

Mann 2:
Du bist ein verdammter Idiot, weißt Du das!

Mann 1:
Ja,ich weiß. Aber ehrlich, damit konnte doch keiner rechen.

Mann 2 schlägt Mann 1 mit der Faust ins Gesicht

Das ist der klägliche Versuch die Ereignisse des gestrigen Tages in ein Bild zu fassen. Nach einem Sommer, in dem bisher nur der Ausgang des Trainingszentrums in London Colney benutzt wurde, abgesehen von Yaya Sanogo, musste im ersten Spiel eine überzeugende Leistung und vor allem ein Sieg her, um die vielen Fans, die zwischen Ratlosigkeit und Verzweiflung schwankten davon zu überzeugen, dass sich Arsenal langsam, sehr langsam, also mehr so, wie eine gehbehinderte Schnecke, aber doch auf dem richtigen Weg befindet. Missionsziel zwei, lautete: Keine Verletzungen oder Sperren, schon gar nicht in der Verteidigung.

Das klappte eine Zeit lang ganz gut. In der 6. Minute gingen wir, nach einem sehenswerten Angriff, durch Giroud in Führung. Von da an ging es aber bergab. Langsam aber sicher wich die Luft aus unserem Spiel, wie aus einem leicht zerkratzten Schwimmreifen. Chancen, die wir nach wie vor hatten, wurden vergeben, teilweise kläglich. Der Schiedsrichter wirkte, und ich zitiere frei nach einen Kommentar von der Facebookseite von Kanonendonner (kann man mal liken!): "wie jemand der irgendeinen Zeitungswettbewerb gewonnen hat, um pfeifen zu dürfen". Und in der Defensive, merkte man die Abwesenheit von Arteta, von Minute zu Minute stärker. Dann kam die erste Verletzung, Gibbs musste mit einem Cut hinaus, Jenkinson wurde eingewechselt und Sagna musste auf die andere Seite der Verteidigung. Es folgten zwei Elfmeter, wovon der zweite zwar ein Witz war, weil Koscielny eindeutig den Ball spielte, aber das war für den ohnehin schon schwachen Schiri schwer zu sehen. Bleibt die Frage was der Typ mit der Fahne an der Seitenlinie eigentlich macht. Die Pfeife in schwarz, respektive grau, schloss dann noch Koscielny aus, mit einer zweiten gelben Karte, die extrem hart war (immer noch in Erinnerung, dass die erste kein Foul war). Daraufhin rückte Ramsey (!) in die Innenverteidigung. Arsenal kassierte noch das 3:1 aus einem Konter, Sagna brach sich fast das Genick und musste auch noch runter.

Spiel verloren, nicht gut gespielt, ein Innenverteidiger gesperrt, 2 Außenverteidiger verletzt und Ramsey ist auch angeschlagen. Das also entspricht der Tür in der Eingangs geschilderten Szene. Der Shitstorm entlud sich in Minuten langen Sprechchören "Spend some fucking money" und Fans die Reihenweise das Stadion verließen. Der eine oder andere wahrscheinlich für länger.

Aus einem schönen Fußballnachmittag mit den Burschen und unserer Expat Gonerette Lady L. wurde eine Sitzung des Revolutionskomitees.

Fred Perry übernahm die Rolle der Bolschewiken und forderte eine sofortige Revolution. Nur wenn das Volk die Fans auf die Barrikaden steigen wird sich etwas ändern. MC schloss sich dem an, wenn auch nicht mit der selben Vehemenz. Wenger gehöre auf jeden Fall weg. Also eher Richtung Sozialrevolutionäre. Jersey Boy meinte, dass unter einem amerikanischen Eigentümer keine Änderung zu erwarten sei, weil die grundsätzlich kein Geld ausgeben. Systemkritik ohne Lösungsansatz, schwer einzuordnen. Der Kanonier übernahm die Position der Menschewiki, Änderungen ja, aber nicht durch eine Revolution.

Spaß beiseite. Alle sind sich einig, dass der Kader zu dünn ist (auch Wenger hat das schon gesagt). Trotzdem wurde niemand geholt. Die Verantwortung dafür liegt beim Manager und die Reaktion der Fans war absehbar. Nach nur einem Spieltag hat man ihre Unterstürzung verloren und wird diese nur schwer zurückgewinnen. Briefe vom Black Scarf Movement und dem AST (an die eigenen Mitglieder) sind schon unterwegs. Dieser Sommer ist ein schweres Versagen der Verantwortlichen und man wird sich nicht so leicht aus dieser Situation heraus lavieren können. Ich glaube allerdings, dass auch dieses Team in der Lage sein hätte müssen, Villa zu schlagen. Unter Umständen sind aber auch die Spieler enttäuscht, dass es keine Neuzugänge gegeben hat und es fehlt ihnen der Glaube an sich selbst.

Damit möchte ich es einmal bewenden lassen. Unser jetzt schon havariertes Arsenal Schiff muss zunächst nach Istanbul und dann nach Fulham. Möglich, dass die nächsten beiden Spiele alles wieder in eine andere Perspektive rücken aber möglich, dass wir noch tiefer in die Krise rutschen.

Trotz allem, Up the Arsenal!