Freitag, 21. März 2014

Millennium

Das morgige Spiel gegen Chelsea ist aus zwei Gründen signifikant. Erstens ist es Arsène Wengers tausendstes Spiel. 1000 (in Worten eintausend) Spiele als Manager von Arsenal sind eine außergewöhnliche Leistung, in einer Zeit wo so manch anderer Trainer nicht einmal eine Saison seinen Job behalten kann. Aber Wenger ist nicht nur schon lange da, er war dabei auch sehr erfolgreich. 3 Meisterschaften und 4 FA Pokale, davon 2 Doubles und eine Saison ohne Niederlage stehen zu Buche. Was ihm aber vor allem einen festen Platz in der Geschichte unseres Klubs sichern wird, ist dass er, ähnlich wie Herbert Chapman in den 30igern, Arsenal FC auf einen neuen Level gehoben hat. Und nicht nur das, eigentlich sogar den gesamten englischen Fußball. Die professionelle Arbeit auf den Gebieten der Fitness und der Ernährung war vor ihm auf der Insel unbekannt. Er ist das Mastermind hinter unserem Trainingszentrum in London Colney und hatte nicht nur maßgeblichen Einfluss auf viele Details im Emirates Stadium (besonderes Highlight ist der Bodenbelag der in die Kabinen führt. Der für die Gäste ist nämlich ohne Profil), sondern er hat es auch geschafft, die finanziellen Beschränkungen auszugleichen und eine regelmäßige Qualifikation für die Champions League zu erreichen, während der Klub den Umzug in das neue Stadion finanzieren musste. Das war sowohl finanziell wichtig als auch für das Prestige der Gunners. Die fehlende Silberware, die der Preis für diesen Umzug war, ist aber auch der größte Kritikpunkt an Wenger. Mit seiner oft als überheblich empfunden Art und seinem Prinzip, einen eingeschlagenen Weg auch dann weiterzugehen, wenn es deutliche Zeichen gab, dass es so nicht funktionieren konnte, hat ihm dabei sicher geschadet. Trotzdem wäre Arsenal im 21. Jahrhundert ohne Arsène nicht denkbar und das macht in zu einer Ikone unseres geliebten Klubs.

Der zweite signifikante Grund ist, dass wir immer noch im Titelrennen sind und sich morgen entscheidet, ob wir drinnen bleiben, vielleicht sogar die Führung übernehmen oder uns auf den FA Pokal konzentrieren müssen.
Es wäre schon extrem schwer unter der Stamford Brücke zu gewinnen, wenn wir nicht ohne Ramsey, Özil und Wilshere antreten müssten (dazu fehlt ja auch Walcott immer noch). Aber das, gepaart mit der Tatsache das Wenger noch nie gegen Mourinho gewinnen konnte, lassen eine schwere Aufgabe fast unmöglich erscheinen. Die Bedeutung eines Sieges morgen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es wäre das Symbol für den Beginn einer neuen Ära für Arsenal, es wäre der erste Sieg Wengers über den arroganten Portugiesen, es wäre dessen erste Heimniederlage als Trainer von Chelski und es könnte der Startschuss für die Gunners sein, sich doch noch den Titel in der Liga diese Saison zu holen. Das sind viele Konjunktive und der Kanonier muss an dieser Stelle gestehen, an mehr als ein Unentschieden glaubt er nicht. Zum einen eben wegen der Verletzungen und zum anderen wegen der Tatsache, dass ein Unentschieden für beide Teams ein gutes Ergebnis wäre. In Wirklichkeit nur scheinbar, den nach Verlustpunkten ist Man Shity vorne und eine Punkteteilung morgen würde ihre Situation weiter verbessern. Vermutlich wird das Spiel daher sogar ziemlich öd (passiert meistens bei so wichtigen Spielen). Aber trotzdem wollen wir das Beste hoffen.

Up the Arsenal und Arsène knows best!

Gekommen, um zu bleiben!

Bonus Lesestoff: Zahlen und Zitate zu den 1000 Spielen.
                       10 Innovationen für das englische Spiel.
 

Sonntag, 9. März 2014

Nächster Halt Wembley!

Mit einem, letzten Endes sicheren, 4:1 gegen Everton, erreichten die Gunners gestern das Semifinale des FA Cups. Da die Football Association sich mit dem Bau des neuen Wembley Stadiums ziemlich übernommen hat, finden auch Vorschlußrundenspiele im Heiligtum des Fußballs statt. Auf der einen Seite nimmt das ein bisschen vom Zauber eines Finalspielortes, auf der anderen Seite haben so die Fans von vier Teams die Möglichkeit einen Pilgerfahrt nach Wembley zu unternehmen.
Hier der Spielbericht von arseblog und gunnerblog.

Der Gegner wird Wigan Athletic heißen, die heute Man Shity aus dem Pokal geworfen haben. Selten habe ich bei einem Spiel ohne Beteiligung von Arsenal so mitgefiebert wie hier. Ob es wirklich Arsenal zum Vorteil gereicht, werden wir erst sehen, aber Wigan und dann eventuell Hull oder Sheffield United, das klingt nicht unlösbar. Wigans Sieg sollte uns jedenfalls auch eine Warnung sein. Unter dem Strich war City das bessere Mannschaft, aber wie so oft kann ein Spiel bereits verloren sein, wenn sich ein favorisiertes Team entschließt mit vollem Einsatz zu spielen.

Nachdem also die Stimmung etwas besser ist können wir uns auch etwas entspannter den nächsten Aufgaben zuwenden. Da wäre zum einen das Rückspiel in der Champions League gegen Bayern München (Der Kanonier bekreuzigt sich und spukt über die Schulter). Die haben in der Farce einer Liga wieder einmal mit 6:1 gewonnen. Diesmal gegen den VfL Wolfsburg, den Pep Guordiola vorher als großen Verein bezeichnet hat. Das klang für mich schon wie Hohn, als ich es gehört habe, nach dem Spiel wirkt es um so erniedrigender. Arsenal bietet sich jedenfalls die Chance, die Bayern als erste Mannschaft seit langem wieder zu fordern, was uns ja mit 11 Mann beim Heimspiel schon ausgezeichnet gelungen ist. Ein Ergebnis wie letztes Jahr reicht für die Verlängerung, auch wenn ich es, trotz des mangelnden Konkurrenz für die Münchner in der eigenen Liga, für unwahrscheinlich halte, dass die Bayern wieder so halbgar in das Rückspiel gehen werden. Aber Widerstand sind sie nicht gewohnt und ein schnelles Tor könnte die Dynamik des Spiels stark zu Gunsten der Londoner beeinflussen.

Am Sonntag geht es dann in der Liga nach Deppenham zu den Spuds. Die haben sich gestern gegen Chelsea wieder von ihrer Entertainer Seite gezeigt und ein lustiges Gegentor nach dem anderen bekommen. Der Gipfel war das vierte, bei dem Lloris den Ball unter Druck von Demba Ba wegschoß, und Kyle Walker den Ball in hohem Bogen zurück köpfte. Der Ball wurde von Ba abgefangen, der noch immer hinter dem Tormann gestanden war und ins Tor befördert (hier ab 5:27). Den Trainer haben sie jedenfalls gebrochen, sein Post Match Interview war beinahe mitleiderregend. Es gipfelte mit den Worten, dass der Klub aufwachen sollte (im Bezug auf das Saisonziel Top 4.). Am Donnerstag müssen sie noch gegen Benfica ran, ein Spiel das hoffentlich zur Depression Sherwoods beiträgt aber zumindest ordentlich Kraft kostet. Arsenal kann sich jedenfalls keinen Ausrutscher mehr leisten, wenn wir noch im Titelrennen sein wollen, bei unserem Spiel unter der Stamford Brücke und dann daheim gegen City.

Victoria Concordia Crescit!

Das Ziel!
 

Sonntag, 2. März 2014

Letzter Halt Stoke?

Das war ein massiver Rückschlag, sagte Wenger nach dem Spiel. Arsène knows. Wenn man vor einer Serie von sehr schweren Partien seine Hausaufgaben nicht macht, dann baut man unnötigen Druck auf. Die Gunners haben praktisch keine Fehlertoleranz mehr, wenn es gegen Deppenham, Chelski und Man Shity geht. Davor müssen wir noch Everton im FA Cup überwinden und die Kleinigkeit des Rückspiels gegen Bayern steht auch noch auf dem Plan.

Wie üblich wird bei den Gunners und ihren sogenannten Unterstützern nach jeder Niederlage alles hinterfragt. Ich habe mich gestern Abend ein bisschen in die Tabelle vertieft. Und wie man es dreht und wendet, wir spielen eine erfolgreiche Saison. Abwehr (gemessen an den Gegentoren) unter den Top 4. Angriff ebenfalls. Und da ist ein Freak Ergebnis wie gegen City enthalten. Wir haben nur einen Sieg weniger als Chelski, der Klub der so vorbildlich am Transfermarkt zugeschlagen hat und genauso viele Niederlagen wie Man Shity, dem besten Fußball Team das England je gesehen hat ((c) Medien). Arsenal holt einen der besten Mittelfeldspieler der Welt, aber die Arsenal Fans beschließen, mitten in seiner ersten Saison in der Premier League, dass er nicht gut genug ist. Sanogo wird jetzt schon abgeschrieben, nach einem halben Dutzend Auftritte für den Klub. Natürlich hätte er gestern den Ball in der Nachspielzeit auf das Tor bringen müssen und es ist auch schwer zu verdauen, dass wir im Wintertransferfenster angeblich niemanden finden konnten, der besser ist als der junge Yaya und Niklas, der freche Bengel. Aber deswegen sofort von einem Fehlkauf zu sprechen zeugt ausschließlich von mangelndem Sachverstand. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass uns unser bester Spieler in dieser Saison, Aaron Ramsey, fehlt und den Beitrag von Theo Walcott haben wohl auch viele unterschätzt.

Wahrscheinlich ist es bei anderen Klubs eh nicht viel besser. Aber die Attitüde des verwöhnten Kindes, das jedes Mal einen Tobsuchtsanfall bekommt wenn es nicht kriegt was es will, ist auf die Dauer ermüdend. Dem Fratzen sollte man vielleicht das eine oder andere Mal eine pädagogisch weniger wertvolle Züchtigung angedeihen lassen.

Das größte Problem im Spiel gegen Stoke, war weder die Taktik, noch das Personal, sondern die nicht vorhandene Fähigkeit der Gunners, ihr Spieltempo und gelegentlich auch die Spielweise zu ändern, wenn es erforderlich ist. Mitte der ersten Halbzeit hätte man das Tempo anziehen müssen, den Stoke war schwach. Nach der Pause haben aber die Potters das Tempo angezogen, weil sie gespürt haben, dass Arsenal versuchen wird so weiterzumachen, wie bis dahin. Ein mehr als unglücklicher Elfmeter (hier eine gute Erklärung, dass es eigentlich keiner war) besiegelte dann das Schicksal von Arsenal. Aber um der Wahrheit Ehre zu geben, mehr als ein Unentschieden hatten wir uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht verdient. Der Ansturm zum Ende hin, war dann wieder einmal zu wenig zu spät.

Vielleicht schafft es Arsenal nächsten Samstag in das Semifinale des FA Cup aufzusteigen, dann kehrt wieder etwas Ruhe ein. Ich möchte gar nicht daran denken was los ist, wenn das auch noch schief geht. In der Liga sind wir jetzt nur mehr Passagier. Jetzt da auch Liverpool zu uns aufgeschlossen hat, wird die Luft jedenfalls dünner und selbst die Qualifikation für die Champions League verlangt eine große Kraftanstrengung.

Trotz allem, Come on you Gunners! Victoria Concordia crescit!
     

Sonntag, 23. Februar 2014

Eine bewegte Woche

FA Cup: 
Die Revanche gegen die Scousers ist ganz gut gelungen. Wenn man bedenkt, dass sie in der Tabelle immer noch hinter uns sind und jetzt auch aus dem FA Cup draußen sind, kann man sich die Schadenfreude leisten, dass ihnen ihr beeindruckender Auftritt vor zwei Wochen nichts gebracht hat. Gar nichts. Bemerkenswert war das Debüt in der Liga von Yaya Sanogo. Für einen Spieler, der ca. 4 Monate kaum gespielt hat, was das ein vielversprechender Auftritt. Intelligent in der Bewegung, körperlich sehr robust und ein mordsmäßiger Bums (vulgo Schuss) Mit einer Kombination aus diesen Eigenschaften hat er auch das 1:0 vorbereitet. Mitten unter den Liverpool Verteidigern den Ball mit der Brust herunter gestoppt und einen kraftvollen Schuss abgegeben. Der wurde zwar geblockt, aber Chamberlain konnte den Rebound verwerten. Zu den oben genannt Fähigkeiten kommt noch, dass er auch ganz ordentlich tackelt und auch sonst seinen Gegenspielern im Zweikampf alles abfordert. Skrtel wirkte zeitweise leicht irritiert. Natürlich merkt am ihm die Jugend und mangelnde Spielpraxis an, und das eine oder andere Mal wirkte er wie Bambi, dass noch nicht alle Extremitäten unter Kontrolle hat, aber ich denke das wird schon. Sehr interessant ist die Tatsache, dass man den armen Kleinen 4 Monate auf Vordermann bringen musste. Er ist jetzt ein anderes Tier, wie sich Wenger auszudrücken beliebte.
Die nächste Station für Arsenal auf dem Weg nach Wembley ist Everton daheim. Das zu schaffen ist glaube ich realistisch, auch wenn man zur Fraktion "Alles ist Sch**ß* bei Arsenal!" gehört.

Champions League: 
Das war dann nicht so lustig. Wieder eine Herkules Aufgabe für das Rückspiel gegen den Fußballklub gewordenen schwarzen Tod (die Pest also). Aber trotzdem war dieser Mittwoch nicht nur zum vergessen. Solange 11 gegen 11 spielten, wirkten die Bayern nicht sonderlich souverän während Arsenal mehr als nur ebenbürtig war. Ein starker Kontrast zu Englands neuem FC Barcelona, Manchester City, die gegen eben diesen deutlich die zweite Geige spielten.
Aber Arsenal, der Fußball Klub der die Umsetzung griechischer Tragödien auf dem grünen Rasen patentiert hat, produzierte wieder ein episches Drama. Zuerst scheiterte Mesut Özil vom Elfmeterpunkt. Einen derart lahmen Trick (kurzes unterbrechen eines ohnehin zu kurzen Anlaufs, um zu sehen was der Goalie macht) gegen einen Torhüter, den man aus dem Sandkasten kennt, ist extrem dämlich. Schlimmer aber fand ich, dass er Minuten lang mit seinem Schicksal haderte (auch wenn das super in eine griechische Tragödie passt). Dann der Auftritt des italienischen Schiedsrichters. Boateng hat für das Elfmeterfoul an Özil, dass zugegebener Maßen nur eine leichte Berührung war, nur die gelbe Karte bekommen. Da Mesut eine klare Torchance gehabt hätte, wäre aber rot korrekt gewesen. Nicht, dass man daran gedacht hätte als Fan, als das ganze passierte. Als aber Szczesny im Strafraum, fast im eigenen Fünfer, versuchte Robben den Ball abzunehmen, und diesen berührte, da gab es, neben dem vertretbaren Elfmeter, die rote Karte für Torraub. Streng genommen keine Fehlentscheidung, die Regel ist im Moment so, aber doch sehr inkonsistent, gemessen an dem was auf der anderen Seite passiert ist. Vor allem stellt sich die Frage, was ein Torhüter im Strafraum noch darf. Ein Ausschluss für den gerechtfertigten Versuch dem Gegner den Ball abzunehmen, der in der Folge abhebt als hätte ihn eine Cruise Missile getroffen und der außerdem den Ball vom Tor weg gespielt hat, ist schon sehr frustrierend. Wie auch immer, danach war das Spiel gelaufen. Auch wenn Alaba ebenfalls seinen Elfer versemmelte, spielte in der zweiten Halbzeit nur mehr Bayern. Das 1:0 von Kroos war dementsprechend unvermeidbar, das 2:0 von Müller hätte mir mehr Disziplin verhindert werden können.
Wie das Amen im Gebet hat nach dem Spiel ein Teil der Arsenal Fans, Mesut Özil als Flop abgeurteilt. Es ist langsam zu kotzen mit was für einer selbstgerechten Ahnungslosigkeit der eine oder andere sogenannte Fan auf unsere Spieler und den Trainer losgeht. Weder war die Aufstellung für das Abscheiden gegen Bayern verantwortlich, noch ist Özil ein fauler und unfähiger Spieler. Das ist und bleibt einer der besten Mittelfeldspieler diese Planeten (möglicherweise gilt das nicht für Elfmeter), der in seiner ersten Saison in der körperlich fordernsten Liga ohne Winterpause spielt (und bei den Assists mit 8 im Spitzenfeld der Premier League liegt). Hier ein super Beitrag von Arseblog dazu!

Premier League: 
Über gestern gibt es nicht so viel zu sagen. Souveräner Auftritt gegen Sunderland, die vor dem Liga Pokal Finale nicht so richtig in Stimmung waren. Dafür war es Giroud umso mehr. 2 Tore und 1 Assist. Was eine Pause bewirken kann. Zum Glück haben wir jetzt Sanogo, der auch gegen die Bayern ganz gut gespielt hat und können dem Ehebrecher die einer oder andere Verschnauf- und Denkpause verschaffen. Wir sind jedenfalls weiterhin oben dabei, Chelski und Man Shity haben sich jeweils schwer getan gegen Everton respektive Stoke und daher ist durchaus Optimismus angebracht. Das wird man unseren Fans allerdings buchstabieren müsse. Jetzt ist einmal eine Woche Pause und dann geht es nächsten Samstag nach Stoke. Danach geht es mit Everton im FA Cup, Bayern in der CL, sowie Tottenham, Chelsea und City in der Liga wieder an das Eingemachte.

Gesegneten Sonntag, eine ersprießliche Arbeitswoche und vor allem: Come on you Gunners!
        

Samstag, 15. Februar 2014

Einhundertfünfzig!

Arsenal ist Tabellenzweiter und hat am Freitag eine Bilanz vorgelegt, die einen mehr als gesunden Klub zeigen. Vor uns liegen Spiele im FA Cup und in der Champions League. Und trotzdem, wenn man die Stimmung mancher Fans isoliert betrachtet, hat man den Eindruck, wir stehen auf einem Abstiegsplatz, sind aus allen anderen Bewerben draußen und fast pleite.

Am Mittwoch quälten sich die Gunners durch eine Begegnung mit Manchester United. Das Unentschieden, das für sich ein ordentliches Ergebnis ist, wurde teilweise als das Ende unserer Saison bezeichnet. Natürlich ist es ärgerlich, gegen einen Rivalen, der so schwach spielt wie seit Jahren nicht mehr, nicht gewinnen zu können. Aber die Niederlage am Mersey ging an unseren Burschen nicht spurlos vorüber und oft vermisste man deswegen das letzte Risiko am Weg zum gegnerischen Tor.
Die beiden Pole des Meinungsspektrums haben die Doyens der Arsenal Blog Szene gut dargestellt. Auf der einen Seite eine nüchterne Analyse von arseblog. Auf der anderen Seite, die emotionale Herangehensweise von gunnerblog. Beide Sichtweisen haben etwas für sich, keinesfalls aber ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Saison abzuschreiben wie man es an andere Stelle gehört hat.

Der Kanonier hat vor der Saison gesagt, dass unser Kader für einen Titelkandidaten zu dünn ist, und ich bleibe dabei. Dass wir trotzdem immer noch ganz oben dabei sind, ist für mich eine Überraschung, liegt aber an der hervorragenden Arbeit von Wenger und den Entwicklungssprüngen einzelner Spieler. Da wir nun schon im Titelkampf mitmischen, spricht einiges dafür, dass wir das bis zum Schluss durchhalten können und so gesehen besteht die Chance, dass wir trotz des dünneren Kaders die Premier League gewinnen. Siege gegen Chelski und Man Shity wären dabei allerdings von Vorteil und es wird langsam Zeit, dass wir die Beisshemmung in Topspielen ablegen können.

Bei den Scousers können wir uns morgen jedenfalls revanchieren und sie aus dem Cup schmeißen. Im Mittelfeld steht Flamini wieder zur Verfügung, dafür fehlt Cazorla, also der Mann, der gegen United zweimal einem Tor am nächsten kam. Mit Chamberlain, Gnabry und Podolski stehen aber genug Spieler parat, aus denen Wenger wählen kann. Auch Özil zeigte sich gegen United stark verbessert, nach dem schwarzen Tag bei den Roten.
Ein Spieler der oft der Kritik entkommt, weil er jung, englisch und einsatzfreudig ist, ist Jack Wilshere. Einige seiner Ballverluste gegen United waren extrem ärgerlich und die ständige Tendenz mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, schaden dem Team mehr, als so manche andere Fehler, die aber von Spielern mit weniger Kredit bei den Fans begangen werden (Arteta, Giroud und mittlerweile auch Özil beispielsweise). Dazu hier ein interessanter Beitrag.

Abschließend noch ein paar Gedanken zum Thema „Was Manager so von sich geben“. Vielleicht sollten Arsenal Fans nicht jedes mal anfangen im Dreieck zu springen wenn ein Manager eines anderen Teams etwas Dummes sagt. Das ist zwar gut für die Fitness aber nicht für die Stimmung. Hier ein Artikel, in dem behauptet wird, dass die vielen Reaktionen der Fans auf gewisse Äußerungen das Problem begünstigen, wenn nicht sogar erschaffen.
Für den einen oder anderen Konkurrenten scheint Arsenal jedenfalls eher ein Aspirant auf den Titel zu sein, als für so manchen Fan.

In diesem Sinne ein erholsames Wochenende bis morgen 17:00 Uhr, wenn es wieder heißt: Arsenal spielt, das Ende der Welt ist nah (oder so ähnlich).

COYG

PS: Der Titel bezieht sich auf den 150. Blogpost, der das hiermit gewesen ist.

Samstag, 8. Februar 2014

Das Ende der Welt (schon wieder)!

Der Auftakt zur ersten Serie von Top Spielen endete heute gegen Liverpool mit einem veritablen Bauchfleck. 0:1 nach nicht einmal einer Minute, 0:4 nach 20 Minuten, Game over (Zwei Tore davon durch Skrtl, in England nennt man das „Adding insult to injury!“. Es fällt schwer so kurz danach zu analysieren, was genau falsch gelaufen ist (Player Ratings von Arseblog News und der Spielbericht hier). Aber irgendwie wirkte das ganze Team derangiert. Die Reds haben uns heute auf dem falschen Fuß erwischt, ihre Offensive, die schon in den letzten Wochen in Form war, lief wie geschmiert und auch in der zweiten Hälfe ließen die Scousers nicht nach und kämpften um jeden Ball. So konnten die Gunners nie ihr Spiel aufziehen, geschweige denn zum Comeback ansetzen.

War es das also? Wenn man ehrlich ist, kann man das heute nicht sagen. Natürlich haben es die ganz Schlauen immer schon gewusst. Die Tabellenführung war reiner Zufall, die Spieler sind alle unfähig. Ein ganz besonders Schlauer hat sogar gemeint, dass Wenger die Person ist, die Arsenal FC ruiniert hat. Da kann man nur den Kopf schütteln, was die Evolution an Vollkoffern hervorgebracht hat. Aber auf der anderen Seite, alles andere als ein Sieg am Mittwoch gegen United würde sehr wahrscheinlich das Ende für unsere Titelhoffnungen bedeuten. Was die Schar der Untergangspropheten sagt, wenn wir United schlagen, bleibt offen. Aber wahrscheinlich war United dann ohnehin keine Herausforderung. Muss schön sein, immer recht zu haben.

Es hilft jedenfalls alles nichts, man kann nur hoffen, dass das Team ist in der Lage ist, eine Antwort auf dem Feld zu geben und dass die nächsten Wochen die Gemüter der Arsenal Fans wieder aufhellen.

Das Faktum, dass unser Neuzugang nicht über Los gegangen ist, kein 20.000,-- behoben hat und sich direkt ins Lazarett begeben hat, ist natürlich eine weitere Niederlage auf der PR Front. Jetzt müssen wir jedenfalls mit den Spielern auskommen die wir haben (ein vertrautes Gefühl und an sich etwas, was völlig normal sein sollte). Chamberlains Auftritt gegen Palace war jedenfalls ermutigend und Sanogo hat unter der Woche in der U21 auch schon wieder eine Stunde gespielt, ohne sich weh zu tun. Also Kopf hoch, besauft euch oder geht mit dem Hund spazieren, geht in die Kirche oder macht sonst, wonach euch der Sinn steht. Sich die Stimmung versauen zu lassen hat ja keinen Sinn. Zumindest bis zur Wochen Mitte können wir versuchen so tun, als ob es nur ein Spiel ist.

Upwards and Onwards!
   

Samstag, 1. Februar 2014

Källström also!

Der erste Deadlineday 2014 liegt hinter uns, und es war das Ende der Welt. Zumindest wenn man dem hysterischeren Teil der Arsenal Fans Glauben schenken darf. Nüchtern betrachtet hätte es besser laufen können. Innenverteidigung und Mittelsturm bleiben dünn besetzt, da darf wenig bis gar nichts passieren in den kommenden Monaten. Arsenals einziger Zugang ist der schwedische Nationalspieler Kim Källström. Eine schnelle Umfrage von Gunnerblog auf Twitter unter unseren schwedischen Gooners ergab folgendes: ein guter Spieler mit Übersicht, einem starken linken Fuß, guter Freistoßschütze und zweikampfstark. Nicht der Superstar auf den viele gehofft haben, aber eine brauchbare Ergänzung für den Kader also. Ein Abgang von den Gunners, um den es mir wirklich leid tut ist Frimpong, der uns Richtung Barnsley verlassen hat. Für immer!

Aber es hilft alles nichts, Blick nach vorne und auf geht es. Wobei ein kurzer Blick zurück ist noch notwendig. Das Unentschieden in Southampton am Dienstag, lies Man Shity die Tabellenführung übernehmen, da sich die Spuds auch im zweiten Anlauf abschlachten haben lassen. Charakterloser Haufen das! Im kalten Licht des Tages ist ein Punkt im St. Marys kein Drama, noch dazu wo die Saints wirklich stark gespielt haben. Unsere Aufstellung mit Arteta und Flamini hat leider ein großes Loch im Mittelfeld produziert und das hat Southampton ausgenützt. Mit einem eingesprungenen Doppelfuß hat aber Flamini dafür gesorgt, dass Arsène diese Aufstellung die nächsten 3 Spiele nicht verwenden kann. Sehr umsichtig! Wären wir nach unserem Comeback zum 2:1 etwas konzentrierter gewesen, hätten wir aber auch 3 Punkte mitnehmen können.

Am Sonntag besuchen uns die Freunde aus dem Kristal Palast, das letzte Spiel für einige Zeit, bei dem wir fest mit 3 Punkten rechnen dürfen. Danach folgen die Wochen der Wahrheit. Liverpool auswärts, United, Liverpool (Cup) und Bayern daheim, schließlich Sunderland zur Entspannung als Abschluss des Februars. Der März bringt dann Stoke auswärt und Swansae daheim, sowie eventuell ein weiteres Spiel im FA Cup. Dann die nächste Welle an Brocken. Bayern, Deppenham und Chelsky auswärts, und schließlich City daheim. Ich würde sagen, Ende März werden wir ein deutliches Bild davon bekommen haben, ob wir schon in dieser Saison auf die ersten Trophäen seit langem hoffen dürfen.

Zuletzt noch ein paar Worte zu unserem neuen Ausrüster. Die offizielle Präsentation erfolgte ja auch diese Woche. Über die finanziellen Implikationen hat der Kanonier hier schon ausführlich gesprochen und Gazidis hat schon angekündigt, dass ab dem Sommer entsprechend gehandelt wird auf dem Transfermarkt. Es sind auch schon Bilder (die meisten nicht das erste Mal) aufgetaucht und ich muss sagen, mir gefallen die neuen Trikots nicht besonders. Aber über Geschmack und so und lässt sich blah blah blah. Unter dem Strich zählt, dass Arsenal mehr Geld hat um Spieler zu verpflichten und man kann nur hoffen, dass wir es auch benutzen.


Up the Arsenal!

Zum Abschluss Gunnerblogs Song zum gestrigen Tag (wurde auch im norwegischen Fernsehen gezeigt).