Montag, 21. April 2014

Ramsey ist wieder da!

Ein souveräner Sieg gegen die Stubentiger aus Hull war vor allem Beweis für eine Tatsache: Ohne längere Verletzungspause für Aaron Ramsey wäre die Saison der Gunner nicht so kollabiert. Ein Tor und 2 Assits in seinen ersten drei Premier League Spielen (plus 113 Minuten im Cup) nach der Verletzungspause sind ein deutliches Indiz was Arsenal gefehlt hat (Zahlen und Fakten). Auch Özils Beteiligung am ersten Tor macht Hoffnung, dass wir den Rest der Saison verhältnismäßig souverän meistern können. Die Stimmung ist jedenfalls gut auch wenn die Härte des Gegners dem Fass Arteta die Krone ausgeschlagen hat.
Im Hinblick auf das Cup Finale ist noch bemerkenswert, dass Jelavic und Long nicht spielen dürfen, die Hull Hummeln (Vorschlag meines Bruders) also leicht schwächer aufgestellt sein werden als gestern.

Auf die Hilfe anderer beim Kampf um den vierten Platz dürfen wir uns jedenfalls nicht verlassen. United wurde gestern von Everton einigermaßen klar besiegt. Der Zustand von den Reds aus Manchester wäre ja fast traurig wenn es nicht so lustig wäre. Dieser Text brachte mich stellenweise wirklich zum Lachen (obwohl sich die Satire in Grenzen hält). Erstaunlich bleibt für mich, wie viele minder Begabte (Stichwort Trainingsmethoden) in den höchsten Etagen des Spiels unterwegs sind. Möge Moyes jedenfalls noch lange Trainer bei United bleiben. Schön vor allem auch für van Persie, der diese Saison jedenfalls hinter Arsenal plaziert sein wird.

Arsenal hat jetzt noch zwei Heimspiele gegen Newcastle und West Bromwich und muss dann nach Norwich. Die Baggies und die Canaries sind noch abstiegsbedroht und dementsprechend nicht zu unterschätzen. Wobei das Schicksal von Norwich am letzten Spieltag vielleicht schon so oder so entschieden ist. Verliert Everton gegen City, was ich schon deswegen hoffe, damit City den Scousers noch den Titel wegschnappen kann, dann könnte das Rennen auch für uns schon im positiven Sinn gelaufen sein. Auch der Ausflug nach Southampton wird für die Blauen vom Mersey kein Sonntagsspaziergang (das Spiel ist nämlich am Samstag). Tordifferenz haben wir jedenfalls im Moment die schlechtere als die Toffies (+21 gegen +23). Zwei torreiche Heimspiele wären als im doppelten Sinn wichtig.

Nächste Woche berichten wir an dieser Stelle vom Mitteleuropatreffen der Arsenal Fan Clubs in Budapest.

Come on you Gunners!  

Sonntag, 13. April 2014

Folterkammer!

Arsenal steht im Finale des FA Cups am 17.5. in Wembley (Breaking News: Gegner ist/sind (die) Hull City/Tigers, nach einem 5:3 Sieg über Sheffield United). Der Weg dorthin war allerdings qualvoll, extrem qualvoll. Denn auch wenn Arsenal das klar bessere Team war (BEWEIS!), gelang es den Gunners nicht die Überlegenheit in klare Torchancen, geschweige denn in Tore umzuwandeln. Sanogo, der den Stürmer gab, wirkte auf mich extrem vielversprechend. Ohne Angst, mit einer beeindruckenden Physis, scheint auf den ersten Blick alles da zu sein, was einen erfolgreichen Stürmer ausmacht. Auf den zweiten Blick offenbart sich aber die Wahrheit, die da lautet, dass es sich um einen jungen Mann handelt, der in keinem der, für den Spitzenfußball notwendigen Bereiche, auch nur annähernd fertig entwickelt ist. Er ist nicht schneller als seine Gegner, verliert trotz seiner Physis mehr Zweikämpfe als er gewinnt (behaupte ich jetzt einmal ohne statistischen Beweis), wirkt wie ein Bambi, das seine Füße noch nicht unter Kontrolle hat, wenn es um die Ballbehandlung geht und lässt jegliches Timing beim Abschluss vermissen. Wie gesagt, man spürt, dass das noch was wird mit ihm, aber aktuell ist es eben zu wenig. Arsenal hat aber niemanden sonst, der einspringen kann, wenn Giroud eine Pause braucht oder taktisch nicht vollständig ins Konzept passt wie gestern. Dieses Manko muss im Sommer behoben werden.

Langer Rede kurzer Sinn, es kam wie es kommen musste. Wigan erzielte sein Tor aus einem klaren Elfer, den es aber trotzdem nicht geben hätte dürfen, weil im Spielaufbau Monreal gefoult wurde. Dabei verletzte sich der Spanier (ein Gunner durch und durch) und wurde durch Gibbs ersetzt. An diesem Punkt erreichte die Stimmung wieder einmal die Talsohle. Woher sollte dieses Team, bei aller Feldüberlegenheit, ein Tor herzaubern. Interessanterweise wirkte Arsenal nach dem Gegentreffer wacher und die letzten 10 Minuten waren unsere Besten des Spiels. Mittlerweile war auch Giroud für Podolski (der wieder einmal nicht besonders auffiel) gekommen. Und nach ein paar guten Aktionen traf Mertesacker zum hochverdienten Ausgleich.

Trotzdem war keine Entspannung in Sicht, denn auch wenn Wigan nur sehr selten gefährlich wurde, sie wären nicht die ersten gewesen, die gegen Arsenal irgendwo ein Tor hergezaubert hätten. Dementsprechend ging es qualvoll weiter, nach der regulären Spielzeit noch durch 30 Minuten Verlängerung, in der Chamberlain die Latte traf. Das war insofern bemerkenswert, als das The Ox schon ziemlich ausgelaugt wirkte und bereits den einen oder anderen Krampf hatte. Schließlich war das Spiel aber zu Ende und die Daumenschrauben wurden weiter angezogen. Elfmeterschießen. Der ultimative Test für die kardiologische Robustheit jedes Fußball Fans. Ich für meinen Teil, wollte schon das Lokal verlassen. Aber bei aller psychischen Schwächen, die die Burschen in den letzten Wochen auch gezeigt haben, dieses Elfmeterschießen bewältigten sie, wie wahre Champions. Fabianski hielt die ersten beiden Elfer von Wigan und unsere Schützen, Arteta, Kallstrom, Giroud und Cazorla verwandelten souverän und damit hatte der Spuk ein Ende. Der Titel im Cup ist zum greifen nahe. (Bonus Text: Amy Lawrence über Wengers Qualen).

Jetzt können wir uns wieder voll auf die Liga konzentrieren, wo es darum geht unsere Teilnahme an der nächsten Champions League zu sichern. Everton ist gestern mit einem Sieg an uns vorbei gezogen und daher stehen wir gegen West Ham am Dienstag schon unter starkem Druck. Es wird sich weisen, ob die physische Belastung von gestern oder psychische Auftrieb des Sieges schwerer Wigan (ich konnte nicht widerstehen). Aber Spaziergang wird das keiner, denn Sam Allerdyce liebt es Arsenal zu quälen. Er hat ja offenbar sonst keine Hobbys. Die Hammers werden jedenfalls kratzen und beißen und wie eine Wand vor ihrem Tor stehen. Je länger das Spiel dauert, desto stärker werden unsere Spieler die 120 Minuten spüren. Die Angelegenheit sollte also möglichst rasch erledigt werden.

In diesem Sinne: We are on our way, to Wembeley!

Das gelobte Stadion!
   

Sonntag, 6. April 2014

Ist das das Ende?

Das heutige Spiel gegen Everton war in vielerlei Hinsicht eine Bankrotterklärung. Die Gunners hatten einem Guten aber bei weitem nicht überragenden Gegner kaum etwas entgegensetzen. In der Defensive wirkten sie wie Zuseher, vor allem beim 2:0 von Lukaku, der de facto niemanden überspielen musste, sondern einfach so lange am Strafraum entlanglief, bis die Lücke für einen Schuss aufgegangen war. Bitte nach Ihnen Sir! In der Offensive ging es, selten aber doch, recht anmutig bis zum Strafraum, dort waren die Spieler mit ihrem Latein aber meistens am Ende und so entstanden kaum brauchbare Torchancen.

Damit ist Platz 4. alles andere als sicher. Theoretisch kann Everton uns überholen, wenn sie alle ihre kommenden Spiele gewinnen (was trotz allem eher unwahrscheinlich ist). Außerdem ist heute deutlich geworden, dass in diesem Team kein Funken Selbstbewusstsein mehr vorhanden ist. Wenn Wigan sich etwas traut und im schlimmsten Fall sogar in Führung geht, dann habe ich, Stand heute, wenig Hoffnung, dass Arsenal als Sieger vom Platz geht. Den unter normalen Umständen (Kader, Leistungsvermögen, usw...) hätten wir auch heute nicht verlieren dürfen, schon gar nicht so klar. Bei allem Respekt vor der Leistung von Everton, das ist nach wie vor keine Übermannschaft. Aber vielleicht unterschätzt uns Wigan ja, wenn sie das Spiel heute verfolgt haben. (Achtung: Galgenhumor).

Damit steht auch die Ära Wenger auf der Kippe. Denn nach dem heutigen Auftritt muss sich der Trainer fragen, ob er das Team noch erreicht. Dabei gehe ich noch immer davon aus, dass Wenger nicht über Nacht jedes Verständnis für Fußball verloren hat. Das schlimmste aber wäre ein plötzliches Ende seiner Karriere bei Arsenal, bei dem der Klub nicht die Möglichkeit hat, einen ordentlichen Nachfolgeprozess einzuleiten und das Arsenal, wie so viele andere Klubs, dadurch zu einem Trainerkarussel verkommt.

Hoffen wir also das Beste und das ist ein Einzug ins FA Cup Finale!

Victoria, Concordia, Crescit!

Sonntag, 30. März 2014

Zur Lage der Nation!

Nicht viel Zeit, daher nur ein paar kurze Gedanken zur Lage der Arsenal Nation.
Nach der Niederlage gegen Chelsea war die Stimmung in Lager der Gunners verständlicher Weise im Keller. Sie wurde durch den unglücklichen Ausgleich gegen Swansea unter der Woche naturgemäß nicht gehoben. Das Titelrennen ist damit wohl gelaufen und da Man Shity, Chelski und die Liverfools recht knapp beisammen sind, sind auch die Chancen auf einen anderen als den vierten Platz überschaubar. Sollten wir nächste Woche gegen Everton auswärts 3 Punkte holen, dann wäre zumindest dieser vierte Platz in mehr oder weniger trockenen Tüchern. Die Blauen vom Mersey haben sich jedenfalls gegen Fulham heute nicht nicht Ruhm bekleckert, also ist Angst unangebracht.

Das Spiel gegen City lief in der der zweiten Halbzeit ganz gut, nachdem in der ersten noch die Nachwehen der letzten Wochen zu spüren waren. Gemessen an unserer Verletzten Liste, haben wir dem wahrscheinlichen Meister, da lege ich mich einmal fest, Paroli geboten und konnten nach längerer Zeit wieder mit erhobenem Haupt das Feld verlassen. Es ist also nicht alles schlecht im Staate Arsenal, geschweige den faul. Die Frage ob Wenger wirklich am Ende ist, wieder einmal, wird uns in den kommenden Monaten trotzdem weiter beschäftigen.

Im Moment ist der Hype um Brendan Rogers ziemlich groß und das ist auf den ersten Blick nicht ganz unverständlich. Auch für Arsenal ist Liverpool insofern als Vergleichsmarke interessant, da durch einen ebenfalls aus den U.S.A. Stammenden Eigentümer, eine ähnliche Transferpolitik gefahren wird (im Hinblick auf die Ausgaben).
Natürlich steht Liverpool im Moment besser da. Sie spielen einen ansehnlichen Fußball und bleiben nach dem Sieg gegen Deppenham ganz vorne dabei, im Titelrennen. Wirft man einen Blick auf die Neuzugänge, so sind keine besonderen Namen darunter, also keine Stars (wie zum Beispiel Mesut Özil). Das bedeutet, der aktuelle Lauf beruht auf einem bereits vorhandenen Team dessen Neuzugänge letztes Jahr, unter anderem Coutinho und Sturridge, auch nicht aus dem obersten Regal waren. Trotzdem leisten sie einen wertvollen Beitrag, vor allem weil sie fit sind. Die Reds haben kaum mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Und bevor jetzt wieder jemand auf die Idee kommt, Arsenal für die Verletzungen zu kritisieren, sollte er einen Blick auf die Zahl der Spiele werfen die die beiden Clubs absolvieren mussten. Liverpool profitiert also in erster Linie von der Tatsache, dass sie sich voll auf die Liga konzentrieren können während die Gunners Champions League gespielt haben und im Semi Finale des FA Cups stehen.
Besonders innovativ sieht das Spiel des ehemaligen Rekordmeisters trotzdem nicht aus. Sie verlassen sich auf die Geschwindigkeit von Suarez, Sturridge und gelegentlich Sterling und ansonsten spielen sie über die Außen und Flanken fröhlich vor sich hin. Schwerlich eine taktische Revolution. Und zwei von drei Mal, haben wir sie geschlagen, also auch Arsène scheint noch den einen oder anderen Trick zu kennen.

Natürlich hätten wir unseren Kader entsprechend aufstocken müssen, denn die relativ dünne Personaldecke war offensichtlich. Neben den Verletzungen ist auch die Müdigkeit bei Spielern wie Giroud, der kaum eine Pause bekam, eine logische Folge davon. Aber in unserem Zeitplan, den wir seit vielen Jahren kennen und verfolgen, ist dieser Sommer der, wo wir voll ins Transfergeschehen eingreifen wollen. Dabei sollten wir zwar die starke Konkurrenz nicht unterschätzen (alleine United braucht ein ganzen Haufen neuer Spieler und ist bereit dafür viel Geld auszugeben) aber ein echtes Problem haben wir erst, wenn wir Mitte August wieder mit einem 18 jährigen, verletzten Franzosen aus der Ligue 2 dastehen und hoffen, dass das schon gut gehen wird.

Also Kopf hoch, es liegt noch einiges vor uns! COYG!
   

Samstag, 22. März 2014

Demütigung!

Meine Prognose war falsch. Leider. Das Spiel war nicht fad. Zumindest nicht die erste Halbzeit. Einmal mehr haben die Gunners ein Spiel, das um 12:45 GMT angepfiffen wurde verloren und einmal mehr in einer Weise die einen daran zweifeln lässt, dass diese Spieler in der richtigen Sportart tätig sind. Aber an anderer Stelle zeigen ebendiese Spieler, dass sie es sehr wohl können. Woran liegt es also?

An den vielen Ausfällen?
Das hat sicher nicht geholfen, aber als ich die Aufstellung vor dem Spiel gesehen habe, dachte ich nicht an eine Niederlage, schon gar nicht an eine solche. In Liverpool und bei City waren wir im übrigen personell nicht so geschwächt, unter dem Strich war die Ausbeute die selbe. Daher ist auch der aufgetauchte Einwand, dass unsere "Geiz ist geil!" Transferpolitik schuld ist, zu kurz gegriffen. Für den Gewinn des Titels mag es zu wenig sein, aber in Spielen gegen starke Gegner muss man deswegen nicht so untergehen.

An der Taktik?
Wie schon gegen Liverpool fällt es mir auch heute schwer, die Taktik dafür verantwortlich zu machen, dass das Spiel nach wenigen Minuten de facto verloren war. Ähnliches gilt übrigens für das Heimspiel gegen Bayern, dass ich gerne mit 11 gegen 11 über 90 Minuten gesehen hätte. Natürlich kann man diskutieren, warum Flamini nicht spielte, aber auf der anderen Seite habe ich mich gefreut, dass wir ein bisschen was riskieren und nicht mir Arteta und Flamini spielen. Hätte Oxlade-Chamberlain heute in Normalform gespielt, dann wäre uns der Untergang wahrscheinlich erspart geblieben und wir hätte nicht über die Taktik diskutiert oder zumindest aus einem anderen Grund.
Auf die Analysen der Experten bin ich jedenfalls gespannt.

Ist Giroud schuld?
Das Spiel wäre wahrscheinlich anders gelaufen, hätte er die erste Chance des Spiels genutzt. In der Wiederholung konnte man sehen, dass er den Ball nicht ordentlich getroffen hat, andernfalls hätte Chech vermutlich keine Chance gehabt, denn selbst an diesen Ball kam er nur knapp dran. Auf der anderen Seite hat Arsenal nach Vorne kaum etwas gezeigt und schon im Aufbau häufig den Ball verloren. Da hätte auch Monaldo oder Ressi nicht viel tun können.

Passt die Vorbereitung auf den frühen Kick Off nicht?
Auf der einen Seite kann man ein Muster erkennen und sollte sich das vielleicht ansehen. Auf der anderen Seite haben wir da ber regelmäßig gegen Top 4 Mannschaften gespielt und daher ist es wahrscheinlicher, dass das das Problem ist. Nächste Woche gegen City beginnen wir um 17:30 GMT. Danach wissen wir mehr.

Abschließend ein paar Worte zum Ausschluss (Gibbs musste gehen obwohl eindeutig Chamberlain das fragliche Handspiel begangen hatte). Wie es im Jahr 2014 passieren kann, dass ein Team von vier Profischiedsrichtern nicht in der Lage ist, eine solche Entscheidung richtig zu treffen, wobei man sogar diskutieren kann ob es überhaupt rot war (der Ball war nicht eindeutig am Weg ins Tor, was notwendig gewesen wäre, für diese Entscheidung), bleibt mir ein Rätsel. Auch die Unfähigkeit, die Entscheidung zu korrigieren, wenn der betroffen Spieler schon sagt, dass er das Vergehen begangen hat, zeigt einigen Verbesserungsbedarf in der Art und Weise, wie Spiele geleitet werden sollten.

Wenger hat jedenfalls die Schuld auf sich genommen (hier), vielleicht erfahren wir in den nächsten Tagen mehr. Wie auch immer, vor der Saison hätte eine große Mehrheit der Arsenal Fans eine Top 4 Platzierung und den FA Cup als Erfolg sofort genommen. Sollten wir den Cup also holen und die restlichen Liga Spiele mit Anstand über die Runden bringen, woran ich trotz heute kaum Zweifel habe (also am Anstand, den Cup verknofle ich hier sicher nicht), dann verbuche ich diese Saison unter Erfolg. Im Sommer sollten wir dann erstmals unsere neue Finanzkraft umgesetzt sehen.
 
PS: Zu Post "Millenium" gibt es übrigens ein paar Links als Bonus Lesestoff!

Victoria concordia crescit!

Freitag, 21. März 2014

Millennium

Das morgige Spiel gegen Chelsea ist aus zwei Gründen signifikant. Erstens ist es Arsène Wengers tausendstes Spiel. 1000 (in Worten eintausend) Spiele als Manager von Arsenal sind eine außergewöhnliche Leistung, in einer Zeit wo so manch anderer Trainer nicht einmal eine Saison seinen Job behalten kann. Aber Wenger ist nicht nur schon lange da, er war dabei auch sehr erfolgreich. 3 Meisterschaften und 4 FA Pokale, davon 2 Doubles und eine Saison ohne Niederlage stehen zu Buche. Was ihm aber vor allem einen festen Platz in der Geschichte unseres Klubs sichern wird, ist dass er, ähnlich wie Herbert Chapman in den 30igern, Arsenal FC auf einen neuen Level gehoben hat. Und nicht nur das, eigentlich sogar den gesamten englischen Fußball. Die professionelle Arbeit auf den Gebieten der Fitness und der Ernährung war vor ihm auf der Insel unbekannt. Er ist das Mastermind hinter unserem Trainingszentrum in London Colney und hatte nicht nur maßgeblichen Einfluss auf viele Details im Emirates Stadium (besonderes Highlight ist der Bodenbelag der in die Kabinen führt. Der für die Gäste ist nämlich ohne Profil), sondern er hat es auch geschafft, die finanziellen Beschränkungen auszugleichen und eine regelmäßige Qualifikation für die Champions League zu erreichen, während der Klub den Umzug in das neue Stadion finanzieren musste. Das war sowohl finanziell wichtig als auch für das Prestige der Gunners. Die fehlende Silberware, die der Preis für diesen Umzug war, ist aber auch der größte Kritikpunkt an Wenger. Mit seiner oft als überheblich empfunden Art und seinem Prinzip, einen eingeschlagenen Weg auch dann weiterzugehen, wenn es deutliche Zeichen gab, dass es so nicht funktionieren konnte, hat ihm dabei sicher geschadet. Trotzdem wäre Arsenal im 21. Jahrhundert ohne Arsène nicht denkbar und das macht in zu einer Ikone unseres geliebten Klubs.

Der zweite signifikante Grund ist, dass wir immer noch im Titelrennen sind und sich morgen entscheidet, ob wir drinnen bleiben, vielleicht sogar die Führung übernehmen oder uns auf den FA Pokal konzentrieren müssen.
Es wäre schon extrem schwer unter der Stamford Brücke zu gewinnen, wenn wir nicht ohne Ramsey, Özil und Wilshere antreten müssten (dazu fehlt ja auch Walcott immer noch). Aber das, gepaart mit der Tatsache das Wenger noch nie gegen Mourinho gewinnen konnte, lassen eine schwere Aufgabe fast unmöglich erscheinen. Die Bedeutung eines Sieges morgen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es wäre das Symbol für den Beginn einer neuen Ära für Arsenal, es wäre der erste Sieg Wengers über den arroganten Portugiesen, es wäre dessen erste Heimniederlage als Trainer von Chelski und es könnte der Startschuss für die Gunners sein, sich doch noch den Titel in der Liga diese Saison zu holen. Das sind viele Konjunktive und der Kanonier muss an dieser Stelle gestehen, an mehr als ein Unentschieden glaubt er nicht. Zum einen eben wegen der Verletzungen und zum anderen wegen der Tatsache, dass ein Unentschieden für beide Teams ein gutes Ergebnis wäre. In Wirklichkeit nur scheinbar, den nach Verlustpunkten ist Man Shity vorne und eine Punkteteilung morgen würde ihre Situation weiter verbessern. Vermutlich wird das Spiel daher sogar ziemlich öd (passiert meistens bei so wichtigen Spielen). Aber trotzdem wollen wir das Beste hoffen.

Up the Arsenal und Arsène knows best!

Gekommen, um zu bleiben!

Bonus Lesestoff: Zahlen und Zitate zu den 1000 Spielen.
                       10 Innovationen für das englische Spiel.
 

Sonntag, 9. März 2014

Nächster Halt Wembley!

Mit einem, letzten Endes sicheren, 4:1 gegen Everton, erreichten die Gunners gestern das Semifinale des FA Cups. Da die Football Association sich mit dem Bau des neuen Wembley Stadiums ziemlich übernommen hat, finden auch Vorschlußrundenspiele im Heiligtum des Fußballs statt. Auf der einen Seite nimmt das ein bisschen vom Zauber eines Finalspielortes, auf der anderen Seite haben so die Fans von vier Teams die Möglichkeit einen Pilgerfahrt nach Wembley zu unternehmen.
Hier der Spielbericht von arseblog und gunnerblog.

Der Gegner wird Wigan Athletic heißen, die heute Man Shity aus dem Pokal geworfen haben. Selten habe ich bei einem Spiel ohne Beteiligung von Arsenal so mitgefiebert wie hier. Ob es wirklich Arsenal zum Vorteil gereicht, werden wir erst sehen, aber Wigan und dann eventuell Hull oder Sheffield United, das klingt nicht unlösbar. Wigans Sieg sollte uns jedenfalls auch eine Warnung sein. Unter dem Strich war City das bessere Mannschaft, aber wie so oft kann ein Spiel bereits verloren sein, wenn sich ein favorisiertes Team entschließt mit vollem Einsatz zu spielen.

Nachdem also die Stimmung etwas besser ist können wir uns auch etwas entspannter den nächsten Aufgaben zuwenden. Da wäre zum einen das Rückspiel in der Champions League gegen Bayern München (Der Kanonier bekreuzigt sich und spukt über die Schulter). Die haben in der Farce einer Liga wieder einmal mit 6:1 gewonnen. Diesmal gegen den VfL Wolfsburg, den Pep Guordiola vorher als großen Verein bezeichnet hat. Das klang für mich schon wie Hohn, als ich es gehört habe, nach dem Spiel wirkt es um so erniedrigender. Arsenal bietet sich jedenfalls die Chance, die Bayern als erste Mannschaft seit langem wieder zu fordern, was uns ja mit 11 Mann beim Heimspiel schon ausgezeichnet gelungen ist. Ein Ergebnis wie letztes Jahr reicht für die Verlängerung, auch wenn ich es, trotz des mangelnden Konkurrenz für die Münchner in der eigenen Liga, für unwahrscheinlich halte, dass die Bayern wieder so halbgar in das Rückspiel gehen werden. Aber Widerstand sind sie nicht gewohnt und ein schnelles Tor könnte die Dynamik des Spiels stark zu Gunsten der Londoner beeinflussen.

Am Sonntag geht es dann in der Liga nach Deppenham zu den Spuds. Die haben sich gestern gegen Chelsea wieder von ihrer Entertainer Seite gezeigt und ein lustiges Gegentor nach dem anderen bekommen. Der Gipfel war das vierte, bei dem Lloris den Ball unter Druck von Demba Ba wegschoß, und Kyle Walker den Ball in hohem Bogen zurück köpfte. Der Ball wurde von Ba abgefangen, der noch immer hinter dem Tormann gestanden war und ins Tor befördert (hier ab 5:27). Den Trainer haben sie jedenfalls gebrochen, sein Post Match Interview war beinahe mitleiderregend. Es gipfelte mit den Worten, dass der Klub aufwachen sollte (im Bezug auf das Saisonziel Top 4.). Am Donnerstag müssen sie noch gegen Benfica ran, ein Spiel das hoffentlich zur Depression Sherwoods beiträgt aber zumindest ordentlich Kraft kostet. Arsenal kann sich jedenfalls keinen Ausrutscher mehr leisten, wenn wir noch im Titelrennen sein wollen, bei unserem Spiel unter der Stamford Brücke und dann daheim gegen City.

Victoria Concordia Crescit!

Das Ziel!