Freitag, 29. November 2013

Von Marseille nach Cardiff

Bevor das große Reise Special erscheint, ein paar wenige Gedanken vor dem Wochenende:

Marseille: Die Heimspiele in der Champions League gegen Napoli und jetzt gegen Olympique waren mit die überzeugendsten Auftritte dieser Saison von den Gunners. Volle Kontrolle, ungefährdete Siege und herausragende Einzelleistungen. Da fällt vor allem Wilsheres Tor zum 1:0 ein, dass er im Stile eines Lionel Messi erzielt hat. Vor allem der nonchalante Abschluss war atemberaubend. Und Szczesny Parade am kurzen Eck im Finish, war ebenfalls Weltklasse.
Es half aber alles nichts, Dortmunds Heimsieg bedeutet, dass Arsenal als einziges englisches Team noch nicht für die KO Runde qualifiziert ist, obwohl wir am souveränsten aufgetreten sind und das auch noch in der schwersten Gruppe. Allerdings sollte es machbar sein, in Neapel nicht mit mehr als 3 Toren Differenz zu verlieren, was reichen würde um aufzusteigen.

Cardiff: oder "Ramseys Heimkehr". Jedenfalls sind das, und das Spiel am Mittwoch gegen Hull, die letzten beiden leichteren Aufgaben bevor es gegen Everton, City und Chelsea geht. Und danach folgt dann das dichte Weihnachtsprogramm, das endgültig zeigen wird, ob unser schlank dimensionierter Kader ausreicht, um ernsthaft um den Titel mitzuspielen. Vor allem Giroud wird die eine oder andere Pause brauchen. Bisher war Bendtner, der Schrecken der Hausmeister, die einzige Alternative. Seit kurzem ist aber auch Walcott wieder da und wenn dann noch Podolski wieder fit ist, nach der Mutter aller Muskelzerrungen, dann sieht es auch ganz Vorne nicht so schlecht aus. Aber passieren sollte trotzdem nichts und gerade wir wissen ja, wie schnell etwas passiert ist. Jedenfalls scheint Hull daheim der einzige Termin zu sein, wo ein bisschen stärker rotiert werden kann, da wir in Neapel in voller Stärke auflaufen wollen. Damit sind wir wieder beim Spiel von morgen, wo wir wohl auch mit der 1a Mannschaft spielen werden. Denn leichter heißt nicht leicht und sowohl City als auch United haben in der walisischen Hauptstadt schon Punkte gelassen, wobei die ehemals Blauen vor allem in Finish immer noch für Tore gut sind.

Aber derzeit können wir ohne Angst in jedes Duell gehen. Ich beobachte es an mir selbst, dass das Unbehagen verschwunden ist, wenn sich das gegnerische Team unserem Strafraum nähert. Die ganze Mannschaft ist stabiler geworden und damit auch die Abwehr. Dazu kommt, dass Szczesny sein Potential erfüllt und nicht nur Sicherheit ausstrahlt sondern auch immer für einen Top Save gut ist. (Hier ein Blick darauf, warum das so ist).

In diesem Sinne up the Arsenal und bis bald!

WERBUNG: Demnächst an dieser Stelle: "Die wundersamen Abenteuer eines Kanoniers in den Stadien der Premier League!"
 

Montag, 11. November 2013

Altes Trafford, Altes Ergebnis.

Punkteverluste und Niederlagen gegen Teams aus der Tabellenmitte stören weniger, wenn wir dafür die Partien gegen die direkten Konkurrenten wie Chelsea gewinnen. Galgenhumor beiseite, war das gestern kein erfreulicher Nachmittag. Wieder einmal sind die Gunners ohne Zählbares aus Lancashire zurückgekehrt und wieder einmal hat unser aller Lieblingsstürmer, dazu den Sargnagel gegeben. Das tragische daran ist weniger die Niederlage an sich, die wir uns salopp gesagt leisten konnten, sondern die Tatsache, dass wir die mäßige Leistung eines limitierten Gegners noch unterboten haben. Unser Spieler schienen regelmäßig auf dem falschen Fuß zu sein, die Pässe waren teilweise haarsträubend weit von ihren geplanten (soweit man das überhaupt mit Sicherheit beurteilen konnte) Empfängern entfernt und in den Zweikämpfen waren wir häufig nur zweite Sieger, um diesen schwachsinnigen Euphemismus einmal völlig ad absurdum zu führen.

Auf der anderen Seite: Weil wir uns hier ja grundsätzlich dem Positiven widmen. Arsenal hat zwei extrem kraftraubende Spiele in den Beinen und zum darüber streuen wurde das Team von einem Virus heimgesucht. Mertesacker und Rosicky mussten wieder heimfahren, Gnabry blieb auf der Bank und Arteta spielte obwohl auch er betroffen war. Aber auch der Rest der Truppe wirkte beeinträchtigt. Schwer zu sagen, welche der beiden Faktoren wem zu schaffen machte, unter dem Strich bleibt eine der schwächsten Auftritte unseres Teams in dieser Saison. Auch Cazorla und Özil blieben weit hinter Ihren Erwartungen zurück. Allerdings, auch wenn vor allem Özil zu Recht kritisiert gehört für seinen laschen Auftritt, so hat Gunnerblog heute getwittert, dass die United Fans, Jones und Carrick dafür feiern, wie sehr sie unseren beiden Spielmachern zugesetzt haben.
Und trotzdem (damit da noch was Positives kommt) hatten wir Ausgleichschancen und auch die Defensive lies wenig zu. Ob jetzt das Fehlen von Mertesacker besonders problematisch war, auch wenn Vermaelen einen tadellose Leistung ablieferte, wie hier analysiert wird, oder dieses Spiel der Beweis war, dass wir mehr Personal für den Sturm brauchen (hier und hier) bleibt eine Tatsache völlig unbestritten. Wir sind Erster! Und dazu noch das beste Team in diesem Kalenderjahr! Und nein, dafür gibt es keine Pokale.

Nach der internationalen Pause sind hoffentlich alle wieder gesund, die gestern ausgefallen sind. Walcott und Podolski sollten dann auch wieder dabei sein und damit sieht der Kader gleich wieder ein bisschen rosiger aus. Mit Southampton erwarten wir im nächsten Heimspiel das Team der Stunde. Der Kanonier wird dabei live Vorort sein. Danach folgen mit Cardiff und Hull zwei weniger schwere Brocken. Dazu in der Champions League die Heimpartie gegen Marseille. Alles in Allem also kein Grund Trübsal zu blasen oder die Saison abzuschreiben. Bis Jänner können wir ohnehin nichts ändern und ob im Wintertransferfenster ein Topstürmer zu haben ist, da bin ich ein bisschen skeptisch.

Jedenfalls haben unsere Konkurrenten am Wochenende auch Federn gelassen (auch wenn der eine oder andereMann in Schwarz helfend einzugreifen versuchte) und ich gehe davon aus, dass es in dieser Tonart weitergehen wird. Alles bleibt möglich und Arsenal ist obenauf. Wir sind nämlich Tabellenführer, falls ich das noch nicht erwähnt habe.

In diesem Sinne ein erholsame Pause von der Premier League und bis zum nächsten Mal, wenn der Kanonier von seiner Ochsentour zu den Spielen Arsenal vs. Southampton, West Ham vs. Chelski und Manchester City vs. Sp*rs berichtet, die er alle live sehen wird. Oder halt teilweise, weil das West Ham Spiel jetzt doch auch am Samstag stattfindet und mir und meinem Trauzeugen, der Ursache dieses Ausflugs, etwas über eine halbe Stunde Zeit bleibt um von Ashburton Grove zum Boleyn Ground zu gelangen. Wohlmeinende Freunde aus London haben als Verkehrsmittel einen Helikopter empfohlen. Sollte also einer meiner Leser sachdienliche Hinweise haben, wie ich so ein Fluggerät requirieren kann, ohne mit dem Behörden in Konflikt zu geraden, einfach in den Kommentaren posten.

Up the Arsenal!

Sonntag, 3. November 2013

Die Position hält!

Das erste echte Spitzenspiel seit langer Zeit für Arsenal, ein viel gefürchtetes Stürmer Duo als Gegner und die Gunners sind nach wie vor Tabellenführer. Was will man mehr. Dank der Niederlage von Chelski gegen Newcastle im ersten Spiel des Tages, haben wir nun 5 Punkte Vorsprung auf die von unter der Brücke und Liverpool.

Arsenal hat das Spiel gut unter Kontrolle gehabt, Giroud zeigte seine Klasse indem er es mit den drei Innenverteidigern der Reds aufnahm, Özil und Cazorla zauberten sich durch das Mittelfeld und die Abwehr hielt, mit Arteta als Schirm, ein zu Null. Heraus ragte vor allem wieder Aaron Ramsey, der in der Form seines Lebens ist und mit einem prachtvollen Tor das 2:0 erzielte und damit das Spiel für Arsenal besiegelte. Danach wurde es interessanter Weise ein bisschen hektisch in der Hintermannschaft aber auch daraus konnten die Scousers kein Kapital schlagen.

Nach dem souveränen Auftritt stellt sich natürlich die Frage, ob Arsenal um den Titel mitspielt. Grundsätzlich hat sich meine Einschätzung vom Beginn der Saison nicht geändert. Auch nach der Verpflichtung von Özil halte ich den Kader für zu dünn, um in der schwersten Liga der Welt den Titel zu holen. Daran hat sich nichts geändert! Wenn Giroud sich verletzt sind wir auf Bendtner angewiesen bzw. auf den diabyesken Sanogo. Auf der anderen Seite ist über ein Viertel der Kampagne gespielt, wir führen mit mehr als drei Punkten Vorsprung und haben schon unseren fairen Anteil an Verletzungen. Podolski und Chamberlain fehlen schon länger, wobei der erste diese Woche wieder in das Training eingestiegen ist. Dazu kommen Flamini und auch Wilshere, der seine Probleme, sowohl gesundheitlich als auch was die Form betrifft, hat. Das bedeutet es gibt Raum für Verbesserungen und Verstärkungen aus eben diesem Kader. Dazu kommt noch Serge Gnabry der eine Stärke erreicht hat, die auch Einsätze von Anfang an rechtfertigt.
Kurz und gut, völlig unrealistisch erscheint es nicht mehr, dass wir den ganz großen Coup schaffen. Die Hauptkonkurrenten haben alle neue Trainer und entsprechende Anpassungsschwierigkeiten sind die Folge.

Ein Schritt nach dem anderen ist jetzt angesagt. Am Mittwoch in Dortmund wäre zumindest ein Punkt von Vorteil, wenn wir die KO Runden der Champions League erreichen wollen. Und am Sonntag folgt dann das Spiel in Old Trafford. Wenn man so will, schließt sich da ein Kreis, der mit dem 8:2 vor 2 Jahren begonnen hat. Damals, nachdem mit dem Abgang von Fabregas das Projekt "Jugend im Emirates" gescheitert war, hat eine neue Ära begonnen. Mit den Verpflichtungen von Mertesacker, Arteta, Cazorla, Giroud und schließlich Özil wurde ein Team geschaffen, das zusammen mit unserem britischen Herz aus Wilshere, Ramsey, Gibbs und Chamberlain die unmittelbare Zukunft der Könige von Highbury darstellt. Ich hätte ihnen jedenfalls noch ein Jahr gegeben, aber seit gestern dürfen die Fans davon träumen, dass wir schon dieses Jahr den endgültigen Schritt an die Spitze der Premier League schaffen können. Ein Sieg in Manchester wäre nicht nur eine weitere Stufe auf diesem Weg, sondern eben auch das Symbol dafür, dass die wenig ruhmreiche Vergangenheit überwunden ist und The Arsenal besseren Zeiten entgegengeht! Da wird das Kind im Manne heulen, gell Robin?

Wichtig ist dabei, dass die Fans ihre Erwartungen aber nicht so weit überdehnen, dass uns ein Rückschlag, wie zum Beispiel eine Niederlage bei den Red Devils, in Depressionen verfallen lässt. Nicht nur die Medien wirken skeptisch, wenn es um das Potential unseres Klubs geht, auch viele der Fans scheinen sich in den letzten Jahren in eine Negativspirale gemeckert zu haben, die es ihnen jetzt nicht erlaubt die Klasse einzelner Spieler und die herausragende Qualität unseres Trainers zu erkennen, beziehungsweise sich über den derzeitigen Lauf zu freuen. Es geht aufwärts, daran dürfen wir Arsenal Fans uneingeschränkt glauben, egal wie einzelne Spiele ausgehen.

Up the Arsenal!
       

Montag, 28. Oktober 2013

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.

Nachdem Arsenal am Samstag 3 Punkte aus dem Selhurst Park mitgenommen hat, in einer Partie die sich angefühlt hat, wie wenn man in einen Kaugummi steigt und bei jedem weiteren Schritt denkt: Es zieht sich! („Des zaht si!“ mit einer längeren Betonung auf dem a, würde man in Wien sagen), folgt nun der Ernst des Lebens. Nicht unbedingt schon morgen Abend im Ligapokal gegen Chelski, aber danach am Samstag beim Gipfeltreffen gegen Liverpool. Dem Duell mit den Reds folgt das Rückspiel in Dortmund, was sicher auch kein Spaziergang werden wird und schließlich wieder etwas rotes, auswärts in Manchester. Danach wissen wir mehr.

Noch ein paar Worte zum Spiel vom Samstag. Die Gunners hatten sicher nicht ihren besten Tag, vor allem der eine oder andere Schlüsselspieler wirkte zum Teil gehemmt. Auf der anderen Seite habe ich die Highlights dieses Spiels über das Wochenende mehrfach gesehen (Sky Deutschland) und wenn es Torchancen gab, dann in erster Linie von Arsenal. So gesehen sind wir vielleicht schon wieder etwas zu kritisch mit unseren Helden. Den am Ende haben wir trotz eines nummerischen Nachteils in der zweiten Halbzeit, verursacht durch ein Foul von Chamakh an Arteta (je öfter ich die Szene gesehen habe, desto mehr hat sich meine Meinung gefestigt) mit 2:0 Toren gewonnen (auch wenn Szczesny verdient Man of the Match geworden ist, auf Grund der einen oder anderen tollen Parade). Das 2:0 durch Giroud, nach Vorlage von Ramsey, war der Beweis, dass wir im Entscheidenden Moment das Personal haben um auf den Kern des Spiels zu kommen, nämlich zu gewinnen. Vor allem Ramsey ist derzeit unser Fels in der Brandung.

Wie auch immer man die Leistung des Teams oder einzelner Spieler bewerten mag, die kommenden beiden Wochen werden zeigen, ob wir schon so weit sind, in Richtung eines Titels zu schielen. Auf der andern Seite sollte man die Gegner auch nicht überbewerten. Liverpool hat einen guten Lauf und mit Suarez und Sturidgge ein gefährliches Stürmerduo, das einen Lauf hat. Aber das Team ist am Papier schwächer als unseres und auf lange Sicht nicht der Kandidat für den Titel. Wobei Arsenal für diese Saison vermutlich auch (noch) kein Titelkandidat ist. Manchester United ist höher einzuschätzen, aber derzeit nicht wirklich in Form. Der Trainerwechsel fordert seinen Tribut, möge das lange anhalten.

Unsere Vorlage am Wochenende hat jedenfalls nichts genützt. Liverpool siegte souverän, United nach Schwierigkeiten daheim gegen Stoke (zwischenzeitliches 1:2 durch Arnautovic) knapp und Tottenham wieder durch einen Elfmeter in den letzten 10 Minuten gegen Hull. Bei Man Shity gegen Chelski sah es lange so aus, als würde das für uns optimale Ergebnis herausschauen, eine Punkteteilung. Aber Joe Hart geht zurzeit den Weg aller englischen Teamtorhüter und schüttet sich Wochenende für Wochenende an. Diesmal mit Hilfe von Nastasic, dem serbischen Verteidiger von den Scheichs. Das Ende des Spiels naht, ein hoher Ball, Nastasic, verfolgt von Torres, lässt ihn aufspringen, um in wenig später mit dem Kopf zu spielen. Aus unerfindlichen Gründen hat der Hart die Situation so aufgefasst, dass ein Herauslaufen seinerseits unabdingbar war. Das Ergebnis dieser Entscheidung war, dass der erwähnte Kopfball seines Teamkollegen über ihn drüber ging und Fernando "Chancentod" Torres gar nicht anders konnte, als in das leere Tor zu treffen. Mourinho hat sich darauf hin gebärdet wie ein Geistesgestörter (gut, wie den sonst auch) und musst ohne Handschlag von Pellegrini zu Bett gehen.

Unter dem Strich heißt das, die Konkurrenz ist uns dicht auf den Fersen. Morgen gegen Chelski (Mourinho hat sich natürlich auch über diesen Termin aufgeregt und hätte den Mittwoch fairer gefunden) stehen uns einige der Spieler nicht zur Verfügung, die man vielleicht erwartet hätte. Das schränkt den Raum für Rotation etwas ein, denn der eine oder andere würde eine kleine Pause vor dem kommenden Programm sicher gut brauchen können. Ich persönlich finde, dass man das Spiel nicht überbewerten soll und würde nicht in Depressionen verfallen, wenn wir uns aus diesem Bewerb verabschieden würden. Auf der anderen Seite, jede Niederlage die man einem Team wie dem von unter der Brücke mit diesem selbstgefälligen Trainer zufügen kann, ist natürlich ein Grund zur Freude.

In diesem Sinn, eine erfolgreiche Arbeitswoche und nicht vergessen: We love the Arsenal, we do...!   

Freitag, 25. Oktober 2013

Und er schreibt doch!

Nach einer längeren Pause, darf ich allen Lesern zunächst einen schönen St. Crsipins Tag wünschen, bekannt aus der Ansprache von Heinrich V. in dem gleichnamigen Stück von Shakespeare (hier in der Film Version von Kenneth Branagh).
Seit dem letzten Post haben wir gegen West Bromwich und Norwich in der Liga gespielt und gegen Neapel und Dortmund in der Champions League. Mit unterschiedlichen Ergebnissen. Gegen Neapel haben wir eine der souveränsten Leistungen der letzten Jahre abgeliefert und entsprechend sicher mit 2:0 gewonnen, gegen West Brom mussten wir uns mit einem Punkt zufrieden geben, dann folgte das Spiel gegen Norwich daheim. Die letzten beiden Partien habe ich live im Stadion verfolgt und in beiden Fällen, waren es nervenaufreibende Nachmittage, diesmal sah die Sache anders aus. Arsenal machte vielleicht nicht das beste Spiel aller Zeiten, aber dafür erzielten die Gunners 4 Tore, die die große Klasse unserer Kicker unterstrichen. Das 1:0 durch Wilshere, nach einem der schönsten Spielaufbauten die ich je gesehen habe. Dazu eine detaillierte Beschreibung von Gunnerblog und ein Video. Wenn ich etwas herausheben müsste, dann den letzten Pass von Giroud, der einfach nur perfekt war. Giroud war es auch, der mit einer ebenso perfekten Flanke, dass erste Kopfballtor (überhaupt, wenn ich das richtig verstanden habe) von Özil auflegte. Dazu eine brillante Einzelaktion von Ramsey, bei dem die gesamte Abwehr der Canaries auf dem Allerwertesten landete.
Am A***h
Und zum Drüberstreuen eine perfekte Flanke von Rosicky, die Ramsey für Özil auflegte, sodass dieser nurmehr den Fuß hinhalten musste. Selten war es so geil Arsenal zu schauen (wenn mir dieser Ausdruck gestattet sei)!

Am Dienstag dieser Woche dann das Spiel gegen Dortmund. Zwei der spielstärksten Teams Europas im direkten Duell. Wenn man nimmt, dass das der Finalist des Vorjahrs war, gegen ein Team, dass erst zu neuen Ufern aufbricht, dann kann man ganz zufrieden sein. Wir wurden nicht ausgespielt, hatten das Spiel im letzten Drittel sogar gut im Griff. Einige Spieler hatten nicht den besten Tag, Özil war krank, wie wir nachher erfahren durften, trotzdem waren wir drauf und dran zu gewinnen. Aber im Überschwang hat Arsenal zum Schluss vergessen, dass auch ein Punkt ein gutes Ergebnis gewesen wäre und hat sich auskontern lassen. Wenn man sich allerdings ein Spiel hätte aussuchen müssen, dass man verliert, dann war dieses eine gute Wahl. Die Gruppe wird zwar jetzt extrem schwer zu gewinnen oder auch nur aufzusteigen, nachdem Arsenal, Borussia Dortmund und Der SSC Neapel jeweils 6 Punkte haben, aber wenn man in der Champions League etwas erreichen will, dann gehören auch solche Hürden genommen. Erschwert wird die Aufgabe dadurch, dass wir die Konkurrenz um den Aufstieg jeweils auswärts spielen müssen.

Morgen hat uns der Liga Alltag wieder. Crystal Palace, einer der Aufsteiger und damit ein weiteres Derby erwartet uns. Um die Sache interessant zu machen, hat Palace den Trainer, Ian Holloway, gestern entlassen. Damit besteht die Chance, dass die Mannschaft morgen etwas befreiter zur Werke geht. Aber ausmachen darf das nichts. Flamini könnte nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich gegen Norwich zugezogen hat, wieder mitspielen. Wilshere muss zum Fitnesstest. Trotz seines Supertores, täte ihm eine Pause vielleicht nicht schlecht. Der November hat es in sich und seine Form war nicht die allerbeste. Aber mal sehen.

Nach diesem Wochenende wir es lustig. Chelsea im Ligapokal (auch wenn wir da stark rotieren werden), Liverpool daheim, Manchester United auswärts und Dortmund auswärts. Und schließlich, der Kanonier in London, beim Spiel gegen Southampton.
Wobei, das ist eine schwierige Geschichte. Der Trauzeuge des Kanoniers hat zum 50. Geburtstag einen Fußballtrip nach London geschenkt bekommen und ich bin der Master of Ceremony dabei. Da er kein Arsenal Fan ist (noch nicht, möchte ich sagen), wollen wir auch andere Spiele besuchen. Daher habe ich Karten für West Ham gegen Chelsea besorgt. Mittlerweile wurde dieses Spiel aber auch auf den Samstag gelegt, 17:30 Ortszeit. Dass bedeutet eine schwache halbe Stunde Zeit um von Ashburton Grove zum Boleyn Ground zu kommen. Ein wohlmeinender Einheimischer hat auf die Frage, ob das zu schaffen sei gemeint: "Ja, mit einem Hubschrauber!". Und das ist gar nicht so leicht zu organisieren.

Am erste Dinge zuerst, und das ist das Spiel morgen, gegen Crystal Palace.

Come on you reds!

Sonntag, 29. September 2013

Aussicht!

Ein sehr erfreuliches Wochenende war das bis jetzt. Während sich Chelski und die Spuds die Punkte geteilt haben, wobei das ja mathematisch nicht ganz richtig ist, denn von den zu vergebenden drei Punkten hat jeder nur einen bekommen, haben die beiden Mancunians ihre Spiele sogar verloren. City auswärts gegen Villa und United daheim gegen West Brom.

Das alles war schon Geschichte, als die Gunners im benachbarten Ausland (aus englischer Perspektive) zu ihrer nächsten Auswärtspartie aufliefen. Die walisischen Schwäne waren eine der schwereren Aufgaben in den letzten Wochen, aber erfreulicherweise hat sich Arsenal in ein solides Team verwandelt, dass zwar nicht alles überstrahlt aber dennoch seine Spiele gewinnt. Und auch wenn Swansea mehr vom Ball hatte so hatte ich nie das Gefühl, dass wir unter besonderem Druck standen. Die Verteidigung stand gut. Wenn dem einmal nicht so war, dann war einer der Spieler da um das Schlimmste zu verhindern. Szczney fing, vor allem in den letzten 10 Minuten, souverän die hohen Bälle herunter und damit war die Grundlage für den 12. Auswärtssieg in Folge in allen Bewerben und dem 8. in der Premier League gelegt.
Vorne hatte Özil eine unauffälligere Partie, dafür setzte Ramsey seinen beeindruckenden Lauf fort. Vergleiche mit Lampard, betreffend den Einfluss auf das Spiel, nicht wegen seiner Statur (Stichwort:"Fat Frank") waren schon zu hören. Auch diesmal war er mit einem Assist und einem Tor (beide von exquisiter Qualität) und 7 erfolgreichen Tackles maßgeblich am Erfolg der Gunners beteiligt. Dazu zeigte auch Gnabry, der am Mittwoch nicht die besten Rezensionen bekommen hatte, dass auch er mehr als nur ein Talent ist. Belohnt wurde seine Leistung mit dem ersten Tor in der Premier League. Auch physisch war sein Auftritt alle Ehren wert, vor allem nach den 120 Minuten Capital One Cup, die er bestritten hatte. Auch der bei dieser Gelegenheit verschossene Elfmeter hat ihn nicht aus der Bahn geworfen, wobei so etwas sicher leichter zu verdauen ist, wenn das Team am Ende als Sieger vom Platz geht.
Den Schwänen gelang in der 81. Minute der Anschluss aus einer, zugegebener Maßen, schönen Aktion. Doch auch wenn die Nervosität da war, als Fan von Arsenal hat man ja schon so einiges erlebt, hatte man nie das Gefühl, dass die 3 Punkte ernsthaft in Gefahr sind. Lediglich die schlechte Angewohnheit von unserem Goalie, den Ball immer möglichst weit wegzutreten, damit er ja nicht bei einem Arsenal Spieler landete, war etwas enervierend. Aber gut ist es gegangen, nichts ist geschehen!

Damit war es vollbracht, Arsenal ist auch nach dem 6. Spieltag Tabellenführer. Die nächsten Spiele in der Liga sind W.B.A. auswärts (dejá vù), Norwich daheim und Crystal Palace auswärts, sowie Napoli und Dortmund daheim in der Champions League. Unterbrochen wird das ganze von den letzten Gruppenspielen in der WM-Qualifikation. Das europäische Programm ist sicher anspruchsvoller auch wenn wir in den Heimspielen punkten sollten. In der Liga haben wir nach wie vor die Gelegenheit uns vorne fest- und vielleicht sogar weiter abzusetzen. Der Oktober endet mit dem Heimspiel gegen Chelski im Ligapokal. Das verspricht sehr interessant zu werden, vor allem was die Aufstellungen betrifft. Und vielleicht ist der Special One dann gar nicht mehr Trainer. Schließlich ist seine Auftaktstatistik (Quelle finde ich jetzt nicht) genauso schlecht wie in seiner letzten Saison für die von unter der Stamford Brücke.  

In diesem Sinne einen schönen Wahltag an meine Landsleute und ein allgemeines up the Arsenal!
 

Mittwoch, 18. September 2013

À Marseille!

Spiel 2 im Jahr 1 A.Ö. (Anno Özili) findet in der französischen Hafenstadt Marseille statt. Spiel 2 von Mesut ist gleichzeitig Spiel 1 der Gunners in der diesjährigen Champions League, für die wir uns zum 15. Mal in Folge qualifiziert haben. Ganz ordentliche Zahl würde ich meinen!

Das Debüt unseres neuen Helden gegen Sunderland am vergangenen Samstag, verlief zufriedenstellend. Da MC dem Kanonier die Vorfreude auf den ersten Einsatz mit der gnadenlosen Aussage: „Der spielt sicher nicht" fast verdorben hat (wahrscheinlich bringt er kleine Kinder zum Heulen, indem er ihnen sagt, dass es keinen Weihnachtsmann und keinen Osterhasen gibt) musste eine kleine Wette her. Auf Grund der Verletzungen von Rosicky und Cazorla und der Roßnatur unseres Türken (eine Magenverstimmung, die Mertesacker zum Verbleib in London zwang, hielt ihn nicht von seinem Debüt ab) bin ich nun um ein Bier reicher.
Für das Team hat es sich jedenfalls auch ausgezahlt. Özil fügte sich perfekt ein, zeigte was für ein großartiger Fußballer er ist und machte auch von Anfang an klar, dass er physisch keine Problem mit dem englischen Fußball hat. Nach 10 Minuten zeigte Özil sein großartiges Ballgefühl, stürmte an der Outlinie entlang und legte den Ball perfekt für Oliver Giroud auf. Was für ein Einstand. In der Folge ließ er immer wieder seine Fähigkeiten aufblitzen und dass, obwohl weder die eigene Mannschaft gut kannte, noch voll fit war. Wenn der auf allen Zylindern läuft, dann dürfen sich unsere Gegner auf etwas gefasst machen. Die ersten Vergleiche mit Pires oder Bergkamp wurden schon gemacht, ohne dass jemand zu Vorsicht mahnte. Aber es sollte uns nicht überraschen, dass ist immerhin der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, die (ich bringe es fast nicht heraus) seit einigen Jahren die Nummer 2 in Europa ist. Man kann gar nicht oft genug betonen, was für eine großartige Verpflichtung das war. Neben dem Megatransfer von Bale zu Real war das sicher der Wechsel des Sommers. Und alle Kritiker Wengers sollten sich vor Augen halten, was für ein wichtiger Faktor unser Manager bei der Verpflichtung war. Das darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass das restliche Transferfenster ein Grund zum Heulen war. Und hätte Real nicht Bale gekauft und diese Verpflichtung irgendwie finanzieren müssen, dann hätten wir bloß Sanogo und Flamini gehabt, plus eventuell Demba Ba, den Chelsea dann unter Umständen doch verliehen hätte. Aber ein verletzungsanfälliger Teenager (wir stehen gerade bei zwei) ein Spieler der nur zum fithalten in Nord London aufgetaucht ist und ein, letzten Endes gescheitertes, Leihgeschäft in letzter Minute, klingt nicht extrem professionell. Und als Giroud in der Endphase gegen Sunderland angeschlagen am Boden lag, hatten wohl mehrere Fans die Schreckensvision von Nicklas Bendtner als Sturmspitze. Sicher nicht der schlechteste Spieler der Welt, aber auch sicher nicht die Lösung für unsere Probleme. Man kann nur hoffen, dass wir im Winter nachlegen.

Neben Özils gelungenem Debüt und Girouds 4. Tor im ebensolchen Premier League Spiel, war vor allem Ramsey herausragend. Das verkannte Genie, würde ich einmal sagen. Ein unermüdlicher Arbeiter und dazu noch zwei wichtige Tore, wobei beides technisch hochwertige Abschlüsse waren. Hier noch die Zahlen dazu. 19/20 Tackels ist schon extrem beeindruckend und damit führt er auch diese Statistik in der Liga. Ich hoffe die unter uns, die ihm gegenüber bisher so negativ eingestellt waren (Ihr wisst wer Ihr seid!) schämen sich jetzt ein bisschen.

Abgesehen von der teilweise dünnen Personaldecke sieht es also im Moment sehr gut aus. Trotzdem wartet viel Arbeit auf die Gunners. Dortmund und Napoli sind sicher stärker als Marseille, womit das heutige Spiel fast schon ein Pflichtsieg ist. Da Cazorla länger ausfällt und Özil immer noch nicht ganz auf dem Damm ist, müssen wir hoffen, dass wir uns durch die nächsten Wochen so durchlavieren, dass die gute Stimmung nicht wieder flöten geht. Am Sonntag gegen Stoke folgt ein anspruchsvolles Heimspiel, dann am Mittwoch auswärts gegen West Brom im Capital One Cup oder wie der Pot jetzt heißt und das Wochenende drauf dann Swansea auswärts. Bis Liverpool Anfang November kommt also kein übermäßig schwieriger Spiel, abseits der Champions League. Es könnte als, wie immer, schlimmer kommen. Und wir wollen nicht vergessen wir waren bis Montagabend Tabellenführer.

In diesem Sinne Allez les Rouges und bis bald!

Das ist Marseille!